[NDR Kultur] Tschick

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 3.304 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. März 2026 um 07:42) ist von Purzel.

  • Inhalt:
    Mark ist vierzehn und hat das Glück, zwei Wochen Sommerferien allein zu Hause verbringen zu dürfen. Seine Mutter weilt derweil auf der "Schönheitsfarm", eine euphemistische Umschreibung für ihren Aufenthalt in einer Entzugsklinik, wo sie in unregelmäßigen Abständen die Sünden des Alkoholmissbrauchs abbüßt. Der Vater seinerseits nutzt die Gelegenheit für eine "Geschäftsreise", sprich eine amouröse Abenteuerfahrt mit seiner Liebsten. Und Mark schließlich entdeckt für sich die Freiheit. Er disponiert erst mal die vietnamesische Putzfrau um und erteilt ihr Hausverbot für die nächsten 14 Tage. Schließlich braucht er jetzt Raum für sich und seinen Liebeskummer, den er in melancholischen Grübel-Sessions gebührend feiern möchte. Doch dann steht Tschick vor der Tür, der Neue in der Klasse, eigentlich Andrej Tschitscharow, ein Russe aus der Assi-Siedlung, der gerne mal besoffen zum Unterricht kommt. Er lädt ihn ein zu einer Spritztour in die Walachei. Mit geklautem oder wie er sagt ausgeliehenem Auto, versteht sich. In Tschicks Schrott-Laube knattern die beiden ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende Provinz und entdecken dabei allerlei Merkwürdiges, aber vor allem: das Leben. Road-Movie, Coming-of-Age-Roman, "Tschick" ist konsequent aus der Perspektive des 14-Jährigen erzählt. Mit krachertem Witz, leiser Poesie und der unendlichen Melancholie, wie sie nur ein Pubertierender haben kann.

    Sprecher:
    Julian Greis, Constantin von Jascheroff, Effi Rabsilber, Stephan Schad, Ulrike Grote, Samuel Weiss, Michael Prelle, Gerhard Garbers, Hanns Jörg Krumpholz, Hannes Hellmann und Gerd Baltus

    Produktion:
    Komposition: Andreas Bick
    Hörspielbearbeitung: Norbert Schaeffer
    Regie: Iris Drögekamp
    Redaktion: Michael Becker
    NDR 2011

    Der NDR hat das Hörspiel zum :download: bereit gestellt.

  • Unbedingte Hör-Empfehlung von jemandem, der allerdings nur das Buch kennt: Eine wunderbare Coming-of-Age-Geschichte, geschrieben von einem Autor (Wolfgang Herrndorf), bei dem tragischerweise parallel zum schriftstellerischen Erfolg ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert wurde und der sich leider 2013 das Leben nahm.

    Ist das Hörspiel auch nur ansatzweise so gut wie der Roman, kann es nur überaus hörenswert sein.

    Danke für den Tipp. @MonsterAsyl

    Da höre ich gern mal rein.

  • Jetzt weiß ich auch, woher mir der Titel als Hörspiel so bekannt vorkam, diese NDR-Radiofassung ist schon vor Jahren vom Argon-Verlag auf CD veröffentlicht worden und war mir mal beim Suchen nach irgendwas anderem begegnet.
    siehe z.B. hier
    Hätte mich zwar interessiert, war mir da aber zu teuer, um es einfach mal so anzutesten.
    Finde ich super, dass es jetzt nochmal zum DL bereitsteht! :thumbup:

  • Die Verfilmung war sehr schön, darum herzlichen Dank für die Erinnerung, dass es auch eine Hörspielvertonung gibt - die man zur Zeit sogar runterladen kann! :daumenhoch:

    Alle Rechtschreib- und Grammatikfehler sind Absicht und haben einen pädagogischen Wert. Sie wurden von einem achtköpfigen Expertenteam speziell für diesen Beitrag zusammengestellt.
    Gilt auch einzelne fehlende Worte. In Schule man das Lückentext.

  • Die Geschichte von Isa hat Herrndorf später in "Bilder deiner großen Liebe" aufgegriffen, konnte diese aber nicht mehr vollenden. Beim BR gibt's eine Hörspielfassung zum Download.
    Das Stück tourt auch gerade auf Deutschlands Bühnen. Sandra Hüller wurde für ihre Performance mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Einen Mitschnitt gibt's bei Roof/Tacheles

  • Also die "Musik" (oder wie immer man es nennen will) ist schon mal zum Weglaufen! Im negativen Sinne "typisch" Radiohörspiel, würde ich sagen, auch wenn das so pauschal natürlich nicht korrekt ist.

    Der Rest klingt beim ersten Antesten bislang gut.

  • Wow, eine wirklich tolle, bewegende, stellenweise auch auch lustige Geschichte über zwei ungleiche Freunde, die es beide, jeder auf seine Weise, nicht einfach haben. Weder mit ihrem Umfeld noch mit dem Erwachsenwerden. Ein Sommerferien-Roadtrip der etwas anderen Art. :)
    Die Musikuntermalung ist größtenteils schräg, aber man gewöhnt sich daran ;) , und sie tut dem Hörspielgenuss auch keinerlei Abbruch!
    Von mir gibt es eine ganz klare Hörempfehlung! :thumbup:

  • Den Film habe ich vor einigen Jahren gesehen und ich war sehr angetan.
    Da kann auch das Hörspiel mithalten. Die Handlung ist bewegend, lustig, traurig, dazu sind die Hauptfiguren klasse.
    Die Musik ist zwar etwas schräg, aber für mich hat das sehr gut zur Handlung gepasst, meinen Geschmack hat man damit getroffen.
    Großartig sind auch die Sprecher/Sprecherinnen, vor allem die beiden Hauptsprecher Julian Greis (Mark) und Constantin von Jascheroff (Tschick) sind hervorragend in ihren Rollen und machen alleine das Hörspiel zu einer absoluten Hörempfehlung.

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