Frauen in der Hörspielwelt - Bloß eine Randnotiz?

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      Dem schließe ich mich kurz und knapp auch an: Nein Warum habe ich ja schon weiter oben geschrieben. Von daher kann ich mich den aufgestellten Thesen auch nicht anschließen.

      Ich hatte das Vergnügen Frau Braun vom Tonstudio Braun persönlich kennen zu lernen. Wer sie kennt, weiß wie knallhart sie das Tonstudio geführt hat und dass es Männer da sicher nicht immer ganz einfach hatten ;)
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      @Belphanior

      Ähhm, es ging hier aber schon um Hörspielmacherinnen in verantwortlicher Position, also als Labelchefin und/oder Hörspielschaffende in Form von Regie und Autorenschaft. Und nicht um Vorlagenschreiberinnen, denn das ist ein anderes Medium, nämlich die Literatur. :zwinker:

      Ich hatte Heikedine Körting übrigens sowohl in einem Eingangs- als auch in meinem letzten Statement als die große Ausnahme erwähnt. (Leider ist der Einstiegsbeitrag druch eine Schusseligkeit verloren gegangen.)

      Aber wen gibt es denn noch in der ersten Reihe beim kommerziellen Hörspiel außer ihr? @Belphanior
      Wie gesagt Labelchefin und/oder Regie/+Autorin. Und wirklich dem breiten Publikum namentlich bekannt?

      Sprecherinnen oder reine Auftrags-Skript-Autorinnen zählen nicht.

      +++

      Und was die Foren angeht, so hatte ich bisher eigentlich den Eindruck, dass in den meisten die Männer dominieren. Einzig die rocky-beach.com war einst sehr ausgewogen bis weiblich dominiert.
      Hier sind glücklicherweise einige Frauen sehr präsent, und das Board hat ja auch einen weiblichen Kopf, aber dennoch würde ich schwer davon ausgehen, dass hier mehrheitlich Männer registriert und auch aktiv sind (mal abgesehen jetzt von der Quantität der eizelnen UserInnen).

      :)

      @Markus G.

      Sorry, aber die von Dir weiter oben genannten Frauen sind doch beileibe nicht das gleiche Kaliber wie Sassenberg, Döring, Marc Gruppe usw.
      Mach doch mal 'ne Umfrage hier, wer die kennt.
      Ich wette mit Dir, da kann von Ausgewogenheit keine Rede sein. :zwinker:
      Und dann sind das auch gerade mal zwei, drei Namen. Männer fallen einem spontan zehn bis zwanzig ein.

      Mir fällt durchaus auf, dass in der aktuellen kommerziellen Hörspiellandschaft Frauen in verantwortlicher und kreativer Position die absolute Minderheit sind bzw. bis auf Frau Körting so gut wie gar nicht präsent/bekannt. (Tonstudio Braun ist ja nun mal Geschichte.)
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      Das mag darin liegen, dass wir „Foristen“ doch auch manchmal einen recht eingeschränkten Blick haben. Denn die Frage, die man sich auch stellen könnte, welchen Stellenwert haben Döring, Sassenberg denn insgesamt in der großen Hörspielwelt und ob sie wirklich solche Kaliber sind und so einen Bekanntheitsgrad über Foren hinaus haben wie zum Beispiel Johanna Steiner.

      Also ich finde, dass die Zahl der Frauen gegenüber den Männern in diesen Positionen mit Sicherheit in der Minderheit sind, aber es bei weitem nicht so krass ist, wie Du es zu glauben meinst.

      Und das Tonstudio Braun mag keine Hörspiele mehr produzieren, aber mit den „Classics“ erleben sie gerade ein großes Revival. Von „Geschichte“ kann man hier also wirklich nicht sprechen. TSB ist aktueller denn je und dass freut mich für uns Fans und für die Familie Braun.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      @Hardenberg: Mal eine Gegenfrage zu
      "Und wirklich dem breiten Publikum namentlich bekannt?"
      Welcher Mann ist denn dem breiten Publikum bekannt? Ich denke, es gibt - vor allem außerhalb von Internethörspielforen - eine Reihe von Menschen, die "lediglich" Hörspiele konsumieren - ohne sich Gedanken über die Macher machen zu müssen. Aus meiner Sicht werden Produzenten/Macher ja gerade in Zeiten wo es knirscht genannt und über sie gesprochen (im Sinne von "Wann geht es endlich weiter, ...?") Aber ich müsste mal selbst nachschauen, wo überall eine Frau drinnen ist, wo Hörspiel drauf steht.
      Bei Kiddinx besteht die Geschäftsführung aus einem Mann (Holger Küchler) und einer Frau (Martina Priemer). Allerdings weiß ich jetzt nicht, wer welche Aufgaben übernimmt. Aber das war wieder einmal nicht das Anliegen meines ursprünglichen Beitrages. Aber wie dem auch sei: Wenn du bereits die Antwort kennst, brauchst du auch keine Fragen zu stellen. Ich klinke mich aus.
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      Als ich sagte: Mach doch mal ne Umfrage, dann meinte ich durchaus die Foren. Ich glaube, dass da Namen wie Sassenberg und Döring und Göllner durchaus deutlich bekannter sein dürften.

      Bei der breiten Masse derer, die Hörspielforen nicht kennen, magst Du recht haben. Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass es offensichtlich viel mehr männliche Hörspielschaffende gibt als weibliche. Du konntest ja jetzt auch nicht besonders viele Namen beisteuern.

      Aber davon abgesehen, weiß ich nicht, was dieses empörte: Ich klinke mich aus! schon wieder soll. Es geht um eine Fragestellung, über die diskutiert wird. Und wenn ich nach Hörspielmacherinnen frage und man antwortet mir unter anderem, das sei Käse, es gebe ja schließlich Kari Erlhoff, dann ist das einfach am Thema vorbei. Und das wird man doch höflichst schreiben dürfen, ohne dass Du Dich gleich wieder abgewertet fühlst.

      Die Randnotiz bezieht und bezog sich darauf, dass es deutlich weniger Frauen als kreative Hörspielschaffende (also mindestens Regie, besser noch Regie und Skript) und als Labelchefs gibt. Und woran das liegen könnte.
      (Und von den paar, die man mühsam aufzählen kann, sind dann die meisten dem breiten Publikum auch noch völlig unbekannt.)

      Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren. :]
      Es gibt immerhin Heikedine Körting, ist da jedoch keine Antwort. Denn das ist nur eine.

      (So wie Angela Merkel zwar Bundeskanzlerin ist, der Anteil an Frauen bei den Abgeordneten im Bundestag auf gerade mal knapp über 30 Prozent gesunken ist. Ist nun mal so. Trotz der Kanzlerschaft.)
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      Markus G. schrieb:

      Also ich finde, dass die Zahl der Frauen gegenüber den Männern in diesen Positionen mit Sicherheit in der Minderheit sind, aber es bei weitem nicht so krass ist, wie Du es zu glauben meinst.

      Das eine ist die Benennung der Fakten. Das andere die Bewertung derselben.

      Eigentlich ging es mir gar nicht in erster Linie um die Bewertung im einzelnen, sondern eher um die Darstellung dessen, was ich zu sehen glaube, verbunden mit der Frage, ob das wirklich so ist.

      Der bisherige Verlauf hat meinen Eindruck untermauert.

      Nun kann man das gut finden oder schlecht oder es kann einem herzlich egal sein, aber das ist alles nicht, worum es mir in erster Linie geht.

      Sondern das Warum?

      Warum ist das so?
      Warum könnte es so sein?
      Und gäbe es denkbare Möglichkeiten, wie sich daran etwas ändern könnte (ganz wertneutral)?

      Und wenn man sich da verzettelt in einem Geplänkel, es gebe ja doch die eine hier und die andere dort, dann führt das einfach vom Kern des Themas zurück: Warum ist das so? :)

      Es sei denn natürlich, man wollte sagen: Nee, ist nicht so. Es gibt ebenso viele Frauen wie Männer in den genannten Positionen. Dann, klar!, erübrigt sich die Erörterung des Warum, aber dann wäre es halt schön, wenn dies auch nachvollziehbar dargestellt würde.
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      Wenn ich einmal sehr viel Zeit habe, dann werde ich einmal eine Aufstellung von "Macher-Frauen" in der Hörspielwelt posten. Aktuell fehlt mir dafür leider die Zeit.

      Das "Warum" ist natürlich eine Frage, die man zu Recht stellen kann. Diese Frage kann man in sehr vielen Berufs- und Freizeitbereichen stellen. Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus "ist für Frauen nicht ganz so attraktiv" und "wir haben auch 2017 immer noch keine vollständige Gleichstellung zwischen den Geschlechtern in der Gesellschaft erreicht - mit all seinen Konsequenzen".

      Aber wie geschrieben, ich empfinde es nicht so krass, wie es Dir erscheint. Ich habe doch den Eindruck, dass Du nicht den gesamten Umfang des Hörspiel Schaffens erblicken konntest. Denn von einer Randnotiz sind Frauen in der Hörspielwelt weit entfernt.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Hardenberg schrieb:

      Warum ist das so? :)

      Um mich mal in die Diskussion einzuklinken:

      Ich kann mir eine Reihe von Gründen vorstellen, warum im es hin Hinblick auf das zahlenmäßige Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen "Schaffenden" im Hörspielbereich eher unausgewogen zugeht. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass der Bereich des kommerziellen Hörspiels so klein ist, dass das Ungleichgewicht reiner Zufall sein kann. Denn dass es in anderen Entertainment- bzw. Kulturbereichen (z.B. in der Literatur) anders zugeht, wurde ja schon gesagt.

      Die Gründe für das Ungleichgewicht liegen aus meiner Sicht teilweise in den Strukturen der Branche, teilweise in den Genres bzw. Themen, die das kommerzielle Hörspiel dominieren, und zum Teil auch in der begrenzten Attraktivität des Hörspiels für kreative Köpfe. Letzteres gilt allerdings für Vertreter beider Geschlechter.

      Unterm Strich könnte ich mir gut vorstellen, dass viele Autorinnen lieber ihr Glück mit Romanen versuchen, anstatt sich mit Hörspielskripten zu beschäftigen. Im Literaturbereich haben sie deutlich mehr Bewegungsfreiheit und erreichen gleichzeitig ein viel größeres Publikum. Wer Produzentin für Audioproduktionen werden möchte, hat im Bereich des Hörbuchs oder bei den ÖR bessere Chancen. Der kommerzielle Hörspielbereich ist einfach sehr klein, und die besten Plätze sind von den Platzhirschen und Platzrehen schon lange besetzt. Natürlich spricht nichts dagegen, als Frau ein Hörspiellabel aufzumachen, um Hörspiele aus der eigenen Feder zu produzieren. Aber unabhängig vom Geschlecht wollen das ohnehin nur wenige machen. Und von denen in der Mehrzahl scheinbar Männer.

      Eine endgültige Antwort auf Deine Frage muss ich Dir leider schuldig bleiben, @Hardenberg. Denn wie mehrfach von mir gesagt: Der Hörspielbereich ist zu klein, um hinsichtlich der Geschlechterverteilung repräsentativ zu sein.
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      Wenn man sich diese Liste von Hoerspielregisseurin anschaut, dann ist es schon (leider) klar, dass @Hardenberg wohl leider Recht hat. Diese Liste von Hoerspielregisseuren enthaelt hauptsaechlich Maenner:

      de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:H%C3%B6rspielregisseur

      Und wenn ich mal durch meine Hoerspielserien durchgehe, dann sind die meisten meiner Serien von maennlichen Regisseuren produziert worden.

      Warum ist das so? Da muss ich erstmal in Ruhe drueber nachdenken. An mangelnder Kreativitaet liegt es auf jeden Fall nicht. Frauen in der Gesellschaft wie im Hoerspiel bleiben jedoch leider oft im Hintergrund mit ihren unheimlich wichtigen Beitraegen zu der Kreativitaet und bekommen oft nicht die Anerkennung die sie verdienen. Vielleicht sehen wir hier nur die Spitze des Eisbergs waehrend die Frauen oft die versteckte Kraft im Hintergrund sind.

      Ich wuerde auch Viviane Koppelmann hinzufuegen.
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      SciFi Watchman schrieb:

      Der kommerzielle Hörspielbereich ist einfach sehr klein, und die besten Plätze sind von den Platzhirschen und Platzrehen schon lange besetzt. Natürlich spricht nichts dagegen, als Frau ein Hörspiellabel aufzumachen, um Hörspiele aus der eigenen Feder zu produzieren. Aber unabhängig vom Geschlecht wollen das ohnehin nur wenige machen. Und von denen in der Mehrzahl scheinbar Männer.
      Ja, und genau weil dieser Bereich relativ klein und schon gut besetzt ist, viele immer wieder darin und daran scheitern, haben Frauen möglicherweise nur sehr selten das Bedürfnis, sich diesem K(r)ampf auszusetzen. :denk: :schulter:
      Vielleicht sehen sie das einfach realistischer als Männer, ich weiß es nicht - obwohl ich selbst eine Frau bin.
      Aber man könnte da ja sowieso nie für alle sprechen. =)
      Die Themen, die in der Regel ganz gut laufen, mit deren Hilfe (plus ordentlich Startkapital und viel Glück!) man sich ein einigermaßen rentables Label aufbauen könnte, sind für Männer evtl. auch ganz einfach interessanter. ?(
      Ich persönlich kenne mehr Männer, die Hörspiele hören, das war bereits früher so, die Mädchen haben mehr gelesen, die Jungs eher Hörspiele konsumiert.
      Dabei stand ich immer in der Mitte, denn ich mochte beides.
      Möglicherweise muss man ja schon seit seiner Jugend besonders stark mit dem Medium verbunden sein, um sich als Erwachsener auch beruflich auf das Hörspiele-Produzieren einlassen zu wollen.
      Klar, das waren auch Frauen, zweifellos, aber tendenziell u.U. weniger.
      Und wenn sich nur jeder zigzehntausendste Mann später dafür entscheidet, dann ist es bei den Frauen halt nur jede zighunderttausendste. ;)
      Aber das sind letztlich alles Spekulationen. :)
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      Ich versuche mal ein bisschen zurueckzurechnen. Wenn die Mehrheit der Hoerspielmacher heute, Kassettenkinder von damals waren, vielleicht waren die in der Mehrheit maennlich, da die Hauptfiguren hauptsaechlich maennlich waren und es einfacher ist, sich mit einem Helden des eigenen Geschlechts zu identifizieren? Es gibt Larry Brent, die ???, Macbros, John Sinclair und und und die alle hauptsaechlich maennliche Helden hatten (angreichert mit gut aussehenden weiblichen Side-Kicks wie Morna oder Carmina). Es gibt sicherlich auch gemischte Hoerspiele wie 5 Freunde und TKKG wo die Helden maennlich und weiblich waren, aber es gab viel weniger Serien mit weiblichen Vorbildern, was vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass sich weniger Maedchen mit den maennlichen Hauptfiguren identifizieren konnten? In juengster Zeit gab es Anne von Titania mit einer weiblichen Hauptfigur. Ich wuerde mir die Smoky Barrett Geschichten als Hoerspiele wuenschen. Aber insgesamt ist die Hoerspielwelt von maennlichen Hauptfiguren dominiert. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Zuhoererschaft auch in der Mehrheit maennlich ist.
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      Sehr guter Einwand! Das fällt mir als Vater einer Tochter auch auf. Es gibt viel zu wenige Hörspiele, die Mädchen ansprechen.
      Von daher würde ich nicht so weit gehen, dass Frauen in der Hörspielwelt eine Randnotiz sind, aber dass auf jeden Fall gewisse Frauen bezogene Themen stark im Hintertreffen sind.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Okay, aber es gab auch "Mimi Rutherfurt", Amélie", "Lady Bedfort" oder "Die Schatzjägerin", früher "Hanni und Nanni", "Trixie Belden", "Dolly", dann sind da "Conny", "Bibi", "Die drei !!!" , "Elea Eluanda", "Guitar Lea" und sicher noch einige mehr, die mir so nicht einfallen.
      Komplett von Männern dominiert erscheint das Genre ja nun auch nicht, was die Hörspiel-Helden angeht.
      Okay, auffällig ist schon, dass man die Hörspiele mit weiblichen Titelheldinnen oft im Kinder- / Jugendbereich findet, möglich, dass das bereits ein Anzeichen dafür ist, dass sich im späteren Leben mehr Mädchen von dem Hör-Hobby abwenden bzw. bereits in unserer Kassetten-Generation abgewandt haben, als im Falle der Jungs.
      Männer sind nun mal die, die man häufig einfach die "besseren", spannenderen Geschichten erleben lassen kann. ;)
      Und nachdem Action, Grusel und Krimi in der Regel am besten laufen, nimmt da die Anzahl der Frauen in Hauptrollen schon rapide ab.
      Als Partner-Figuren sind sie aber doch häufig weiterhin dabei, ich sage mal nur "Morgan & Bailey", "Die Inselkrimis", "Top Secret", "Dark Trace" usw.usw..
      Und als bloße "Sidekicks" würde ich sie in den seltensten Fällen bezeichnen. ^^
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      Erstmal herzlichen Dank für Eure tollen und fruchtbaren Beiträge. Das finde ich super! :thumbsup:

      Markus G. schrieb:

      Aber wie geschrieben, ich empfinde es nicht so krass, wie es Dir erscheint. Ich habe doch den Eindruck, dass Du nicht den gesamten Umfang des Hörspiel Schaffens erblicken konntest. Denn von einer Randnotiz sind Frauen in der Hörspielwelt weit entfernt.

      Ich habe ja aus Versehen den Einstiegsbeitrag gelöscht, als ich ihn editieren wollte. Ich hatte damals nicht die Zeit, ihn direkt neu zu schreiben. Und mittlerweile kann ich ihn nicht mehr verändern.
      Aber wie eigentlich immer, wenn ich ein neues Thread-Thema erstelle, gönne ich mir den Riesenspaß, den Titel krachig zu formulieren. Dabei übertreibe ich immer ein bisschen. Und normalerweise stelle ich das im Einstiegsposting dann auch immer klar. Das fiel nun wegen der versehentlichen Löschung weg.
      Aber natürlich ist das Wort Randnotiz nur eine Zuspitzung gewesen, an der allein man jetzt nicht alles festmachen sollte. (Einige Wortmeldungen machten auf mich den Eindruck, als wäre vorher nur der Titel gelesen und der Rest dann grob überflogen worden. Vielleicht zu Unrecht.)
      Also: bitte nicht alles an diesem einen Wort aufhängen. Ich habe noch so viel mehr als das hier geschrieben.

      SciFi Watchman schrieb:

      Gleichzeitig ist es aber auch so, dass der Bereich des kommerziellen Hörspiels so klein ist, dass das Ungleichgewicht reiner Zufall sein kann. Denn dass es in anderen Entertainment- bzw. Kulturbereichen (z.B. in der Literatur) anders zugeht, wurde ja schon gesagt.

      Die Gründe für das Ungleichgewicht liegen aus meiner Sicht teilweise in den Strukturen der Branche, teilweise in den Genres bzw. Themen, die das kommerzielle Hörspiel dominieren, und zum Teil auch in der begrenzten Attraktivität des Hörspiels für kreative Köpfe. Letzteres gilt allerdings für Vertreter beider Geschlechter.

      Unterm Strich könnte ich mir gut vorstellen, dass viele Autorinnen lieber ihr Glück mit Romanen versuchen, anstatt sich mit Hörspielskripten zu beschäftigen. Im Literaturbereich haben sie deutlich mehr Bewegungsfreiheit und erreichen gleichzeitig ein viel größeres Publikum. Wer Produzentin für Audioproduktionen werden möchte, hat im Bereich des Hörbuchs oder bei den ÖR bessere Chancen. Der kommerzielle Hörspielbereich ist einfach sehr klein, und die besten Plätze sind von den Platzhirschen und Platzrehen schon lange besetzt. Natürlich spricht nichts dagegen, als Frau ein Hörspiellabel aufzumachen, um Hörspiele aus der eigenen Feder zu produzieren. Aber unabhängig vom Geschlecht wollen das ohnehin nur wenige machen. Und von denen in der Mehrzahl scheinbar Männer.

      Der Hinweis darauf, wie klein die Branche ist, hatte ich noch gar nicht bedacht. Danke dafür. :)
      Natürlich kann man trotzdem fragen, warum von denen, die es dann doch versuchen, eigentlich fast ausnahmslos alle Männer sind. das mit den Themen war ja auch eine meiner zaghaften Thesen, die ich zur Diskussion stellen wollte.
      Ich denke aber, dass dieses Ungleichgewicht der Geschlechter in anderen Bereichen auch so gegeben ist - oder wenigstens lange war. Klar, bei Büchern stellt sich das Problem nicht so gravierend dar, aber wenn ich an Fernseh- und Kinoproduktionen denke. Das war doch eigentlich immer von Männern nicht nur dominiert, sondern geradezu fest vereinnahmt. Klar, da gibt und gab es dann Machtstrukturen, und Frauen hatten da kaum eine Chance, überhaupt reinzukommen. Das mag sich gebessert haben, wenn man wohl aber noch weit von Gleichberechtigung entfernt sein dürfte.

      Nur kann es sich vergleichbar bei Hörspielen ja eigentlich nicht verhalten, weil ja gerade der Bereich, über den wir hier sprechen, ja relativ frei und unabhängig zu agieren pflegt. Die jüngeren Hörspiellabel, die wir kennen, sind ja nun eben nicht Teil eines etwablierten Überbaus gewesen, in dem die Männer seit Urzeiten die Strippen ziehen und Frauen nicht hochkommen lassen. Volker Sassenberg, die Herren Bosenius und Gruppe, die Köpfe hinter Contendo, Interplanar, Audionarchie und auch dem Hörplaneten mussten ja, soweit ich das verstanden habe, niemanden um Erlaubnis fragen, ehe sie sich mit ihren Hörspielen auf dem Markt versuchten - sie taten es "einfach".

      Aber keine Frau kam auf diese Idee.
      Dabei gibt es eben doch auch viele Frauen, die dem Medium Hörspiel über die Kindestube hinaus verbunden sind. Und sogar die am Markt üblichen Genres goutieren.
      Und dennoch ist keine von denen auf die Idee gekommen, den Sprung von Fan zum Macher zu wagen.
      (Einzig bekannte Ausnahme dürfte in der Tat Kari Erlhoff bei den drei ??? sein, aber die hat eben nicht ins Hörspielfach, sondern in die Jugendliteratur gewechselt - die hier nun mal nicht das Thema ist.)

      Und das verwundert mich einfach.

      Auch weil ich die Frage interessant fände: Wie würden kommerzielle Hörspielserien aussehen, die von Frauen verantwortet sind? Gäbe es da Unterschiede, wenn eben nicht Vorlagen vertont, sondern Originalstoffe umgesetzt würden?


      Cherusker schrieb:

      Wenn man sich diese Liste von Hoerspielregisseurin anschaut, dann ist es schon (leider) klar, dass @Hardenberg wohl leider Recht hat. Diese Liste von Hoerspielregisseuren enthaelt hauptsaechlich Maenner:

      de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:H%C3%B6rspielregisseur

      Danke für den Link. Ja, das ist dann ja doch noch heftiger, als ich dachte.


      Agatha schrieb:

      Die Themen, die in der Regel ganz gut laufen, mit deren Hilfe (plus ordentlich Startkapital und viel Glück!) man sich ein einigermaßen rentables Label aufbauen könnte, sind für Männer evtl. auch ganz einfach interessanter. ?( Ich persönlich kenne mehr Männer, die Hörspiele hören, das war bereits früher so, die Mädchen haben mehr gelesen, die Jungs eher Hörspiele konsumiert.
      Dabei stand ich immer in der Mitte, denn ich mochte beides.
      Möglicherweise muss man ja schon seit seiner Jugend besonders stark mit dem Medium verbunden sein, um sich als Erwachsener auch beruflich auf das Hörspiele-Produzieren einlassen zu wollen.

      Womit wir wieder bei den üblichen Hörspiel-Themen sind. @Markus G. wies ja auch darauf hin, dass seiner Ansicht nach zu wenige Themen für Jugendliche, speziell auch weibliche Jugendliche, auf dem Hörspielmarkt angeboten werden.
      Vielleicht schafft man es nicht ausreichend, später auch die früheren weiblichen Hörspielfans als Erwachsene wieder ins Boot zu holen. Die Themen, die sich etabliert haben, reizen mehrheitlich Männer. Und von denjenigen Hörern, die so angefixt sind, dass sie in eben diesen Genres dann selbst aktiv werden wollen, sind dann ja fast zwangsläufig die Mehrheit Männer.

      Wird das vielleicht in zwanzig Jahren anders sein?

      Ich meine: Wir alle sind doch eher mit männlichen Hörspiel-Vorbildern aufgewachsen. DDF, TKKG, Gruselserie, Larry Brentz, Macabros, Edgar Wallace. Das ist zwar alles auch für Mädchen und Frauen konsumierbar, offenbar aber nicht unbedingt großartig weibliche Lebenswelten und Lebensrealitäten, mit denen sich weibliche Jugendliche langfristig identifizieren könnten.
      Früher war doch eigentlich nur Hanni und Nanni. Und das war ja damals schon irgendwie altbacken. =)

      Heutzutage gibt es da ja deutlich mehr an weiblichen Hörspiel-Figuren, die im Zentrum stehen. Agatha hat einige von ihn ja aufgezählt, und mit Faith gibt es ja sogar eine Heldin im klassisch männerdominierten Gruselhörspiel. Auch in den etablierten Reihen vom Gruselkabinett bis Mord in Serie gibt es Episodenhauptrollen für Frauen, und starke weibliche Nebenfiguren (oder zweite Hauptrollen) wie Jane Collins oder Joyce Kramer gibt es auch.

      Auch wenn es (leider) noch keine Serie rund um eine starke Frau gibt.

      Werden aber vielleicht zukünftige Hörspielmacherinnen sich denn doch einbringen?
      Hat sich das Themenfeld erweitert, so dass sich irgendwann auch Frauen eingeladen fühlen, hier aktiv zu werden?

      Bei TV und Film hat das schließlich auch lange gedauert.
      Ist das kommerzielle Hörspiel vielleicht ein etwas "rückständigeres" Medium, was unter anderem darin begründet liegt, dass seine Kraft zu einem Gutteil auf Nostalgie beruht und insofern der Bezug zum Damals, zum Alles-soll-so-bleiben-wie-es-war noch größer ist als in anderen Bereichen?


      Cherusker schrieb:

      Wenn die Mehrheit der Hoerspielmacher heute, Kassettenkinder von damals waren, vielleicht waren die in der Mehrheit maennlich, da die Hauptfiguren hauptsaechlich maennlich waren und es einfacher ist, sich mit einem Helden des eigenen Geschlechts zu identifizieren? Es gibt Larry Brent, die ???, Macbros, John Sinclair und und und die alle hauptsaechlich maennliche Helden hatten (angreichert mit gut aussehenden weiblichen Side-Kicks wie Morna oder Carmina). Es gibt sicherlich auch gemischte Hoerspiele wie 5 Freunde und TKKG wo die Helden maennlich und weiblich waren, aber es gab viel weniger Serien mit weiblichen Vorbildern, was vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass sich weniger Maedchen mit den maennlichen Hauptfiguren identifizieren konnten? In juengster Zeit gab es Anne von Titania mit einer weiblichen Hauptfigur. Ich wuerde mir die Smoky Barrett Geschichten als Hoerspiele wuenschen. Aber insgesamt ist die Hoerspielwelt von maennlichen Hauptfiguren dominiert. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die Zuhoererschaft auch in der Mehrheit maennlich ist.

      Das ist wirklich auch ein sehr interessanter Teilaspekt.
      Gab es einfach zu wenige weibliche Rollenvorbilder, um sich mit dem Medium auch später noch so intensiv zu identifizieren, dass Frauen den Schritt wagen mochten (oder das Interesse empfanden), selbst Hörspiele zu machen?

      Und wie könnten Hörspiele von Frauen aussehen?
      Gäbe es da Unterschiede? Vielleicht auch solche, die Ihr wünschenswert fändet?

      Ich finde ja, so etwas wie das Gruselkabinett ist eine Serie, die eigentlich sehr dem entspricht, was ich mir unter einer weiblichen Herangehensweise an Hörspiel vorstelle. Und wenn ich das schreibe, dann hat das nicht mit dem wahren Geschlecht zu tun, das ein Mensch zwischen den Beinen trägt, sondern mehr das Inhaltliche, die Herangehensweise, die auf einen bestimmten Blick, eine bestimmte Art und Weise zurückgeht, die man gemeinhin eher "weiblich" nennen würde. (Auch wenn diese Kategorisierungen natürlich letztlich irreführend sind - also bitte nicht zu hoch hängen! :zwinker: )

      Geschichten, bei denen der Fokus mehr als dem Innenleben der Figuren liegt als auch "äußerer" Action, würde ich mir, wenn sie gut und intensiv und mitreißend insezeniert sind, auf jeden Fall mehr wünschen. :]
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      Ich möchte mal das Thema wegbringen von der reinen Frage, ob Frauen nun nur eine Randnotiz sind oder nicht - und ob das gut ist, wurscht oder ganz scharöcklich - :zwinker: - , hin zu einer anderen Fragestellung, die mich interessieren würde und die in der bisherigen Diskussion ein wenig untergegangen ist:



      Gesetzt den Fall, es gäbe mehr Frauen in der Welt des kommerziellen Hörspiels - und zwar nicht allein als Bearbeiter im Auftrag eines großen Labels, sondern wirklich im Sinne kreativer Hörspielmacherinnen mit eigenem kleinen Label:

      Wie würden sich Hörspiele aus solchen Hörspielschmieden von den gängigen am Markt wohl unterscheiden?

      Glaubt Ihr, es gäbe eine besondere Herangehensweise an Stoffe, vielleicht auch an die momentan typischen Hörspielstoffe, die Frauen wohl vermehrt aufweisen würden im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen?

      Oder geht Ihr davon aus, dass Serien wie Foster oder Mord in Serie oder Gruselkabinett oder auch Mark Brandis, um willkürlich einfach mal vier herauszupicken, mit einem kreativen weiblichen Kopf genauso klingen/verlaufen würde?

      Und wie sieht es mit weiteren Themen aus?
      Gäbe es welche, die von weiblichen Hörspielmachern mutmaßlich neu oder mit anderem Blick eingebracht werden könnten, die Ihr persönlich als Bereicherung empfändet?

      Okay, ich gebe es zu: Hier ist Phantasie gefragt. Aber warum sollte eine Diskussion nicht auch mal rein spekulativ verlaufen?


      Ich bin gespannt auf Eure Antworten. :]
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