Der Blick in die Glaskugel: Das Hörspiel der Zukunft

    • Markus G. schrieb:

      1:1 kann man das Musikbeispiel sicher nicht übertragen. Aber es ging mir eher darum, dass man bei Streamingportalen eher dazu neigt nach kurzer Laufzeit abzudrehen, was wiederum geringere Einnahmen für das Label bedeutet. Bei einem CD-Kauf kann es dem Label egal sein, ob und wann der Hörer das Hören abbricht, beim hören via SPOTIFY & Co eher nicht.
      Andererseits wird der CD-Käufer dann halt die nächste Folge der Serie oder Reihe nicht mehr kaufen und aussteigen.

      Als notorischer "Abdreher" fühle ich mich da ein wenig angesprochen, aber das mache ich normalerweise nicht nach dem ersten Track sondern so nach 10 bis 15 Minuten, wenn ich merke, das wird nix mehr. Anders bei Musik, da drücke ich auch nach 20 Sekunden schon auf "Skip". Mir ist es auch egal, ob das Hörspiel langsam anläuft oder mit Krawall. Sogesehen drehe ich eigentlich eher ab, wenn am Anfang zu viel "Actionlärm" ist.

      Was die unzähligen Tracks angeht, ja, das ist nervig, aber davon krieg ich beim Hören dank nahtloser Wiedergabe ja eh nix mit, ich starre da ja nicht auf das Display beim Hören, weil sich das Coverbild eh nie ändert.
    • Markus G. schrieb:

      Wobei wir hatten so etwas ja schon mal. Früher als man weniger Platz auf LPs oder MCs hatten, wurde auch fleißig weggekürzt, damit die Geschichte aufs Medium passt. Heute sind wir begeistert, weil die Stories schön kurz und knackig waren.

      Die fingen aber auch nicht alle schon in der ersten Minute mit der tollsten Action an, nur um ihre akustisch überfütterten Hörer verzweifelt "bei der Stange" zu halten. ;)
      Denn solche gab es ja damals in der Regel noch nicht.
      Wir haben bei jeder Neuerwerbung noch voller Vorfreude neben Kasi oder Plattenspieler gesessen und die Geschichte auf uns wirken lassen!
      Ich fände es schon extrem traurig, wenn in unserer medial gesättigten Streaming-Zeit der Durchschnitts-Nutzer tatsächlich nicht mehr als zwei, drei Minuten übrig hätte, um sich auf ein Hörspiel einzulassen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, sondern sofort zum nächsten weiterklicken würde, wenn die Anfangssequenz nicht spektakulär genug war. "Äh, laaahm, Nächstes bitte!"
      Für mich ist das reines "Verheizen", ohne Respekt vor der Produktion!
      Ich kann und will mir einfach nicht vorstellen, dass so etwas auf dem Hörspielsektor in absehbarer Zeit womöglich Realität sein wird.
      Von daher denke ich auch, dass man das Musik-Beispiel hier nicht 1:1 übertragen kann. :zustimm:
      Sorry, aber wenn ich Produzent wäre und mich einem "Diktat" à la: "Lass deine Story sofort mit möglichst großem Bohei oder einer super spannenden Szene anfangen, sonst wird sie beim Streamen abgeschaltet!" tatsächlich zu unterwerfen hätte, würde ich mich sehr bald aus dem Geschäft zurückziehen.
      Ich glaube, ich täte mich ohnehin extrem schwer damit, meine Sachen bei Spotify u.ä. Portalen anzubieten. Mir wäre die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass nur ein geringer Prozentsatz das Hörspiel hinterher noch zusätzlich kauft.
      Aber das ist ein anderes Problem, und dafür haben wir hier ja auch andere Threads. :)
    • Wird wahrscheinlich ohnehin nicht passieren. Andererseits unterwerfen wir uns tagtäglich so vielen Diktaten, die man uns aufbürdet und die wir einfach so hinnehmen oder zum Teil lieben gelernt haben, dass die Masse wohl kein Problem damit hätte, wenn sich das Hörspiel dramaturgisch dahingehend ändern würde. So wie Miniserien und Kurzserien auch den Endlosserien langsam den Rang abgelaufen haben. Und Autoren haben sich hier angepasst und liefern was der Hörer wünscht. Vieles ist möglich, aber nicht alles wird passieren.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Agatha schrieb:

      Ich fände es schon extrem traurig, wenn in unserer medial gesättigten Streaming-Zeit der Durchschnitts-Nutzer tatsächlich nicht mehr als zwei, drei Minuten übrig hätte, um sich auf ein Hörspiel einzulassen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, sondern sofort zum nächsten weiterklicken würde, wenn die Anfangssequenz nicht spektakulär genug war. "Äh, laaahm, Nächstes bitte!"
      Für mich ist das reines "Verheizen", ohne Respekt vor der Produktion!
      Ich sehe dieses Problem überhaupt nicht. Würde man beim Streaming nicht pro Monat sondern nach gehörten Minuten zahlen, dann vielleicht. Es werden eher die Produktionen mittendrin und auch zügig abgedreht, bei denen sprachlich und inhaltlich so große Schwächen vorhanden sind, dass es eher am fehlenden Respekt der Produktion vor dem Hörer liegt als umgekehrt.
    • Markus G. schrieb:

      So wie Miniserien und Kurzserien auch den Endlosserien langsam den Rang abgelaufen haben.
      Diese Mini-Serien sind aber nur aus der Tatsache entstanden, das es inzwischen zu viele Serien gibt.
      Ähnlich wie bei Fernsehserien, wo quasi der Zuschauer mit seinen Einschaltquoten bestimmt, welche Serie sich hält, so entscheidet der Käufer bei Hörspielen ob sich eine Serie langfristig hält. Siehe Fallen, Monster etc., da wurde nur aufgrund der Abverkäufe entschieden das es weiter geht.

      Verkauft sich Monster gut, wird es sicher auch eine 4te Staffel geben.

      Was schwieriger geworden ist, ist eine komplexe Serie langfristig zu planen. Darum hoffe ich auch das sich z.B. "Der Hexer von Salem" langfristig halten wird, denn das ist eine sehr komplexe Story.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Absolut! Labels wie Hörer samt deren Hör- und Kaufverhalten beeinflussen sich seit jeher gegenseitig. Und dabei spielt natürlich das Medium auch eine nicht unwichtige Rolle.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Ben Kenobi schrieb:


      Verkauft sich Monster gut, wird es sicher auch eine 4te Staffel geben.

      War nicht schon ausgemacht, dass die dritte auch definitiv die letzte Staffel sein wird?

      Aber vielleicht gibt's ja eine Art Spin-Off.

      Ein Trend bei TV-Serien scheint es in den letzten Jahren ja auch zu sein, sie nicht unter allen Umständen zu Tode laufen zu lassen, sondern sie rund zu beenden - und zwar auf dem Höhepunkt bzw. trotz anhaltenden Erfolgs.

      Vielleicht war das der Zwischenschritt hin zur Mini-Serie?

      So etwas findet sich ja mittlerweile auch bei Hörspielserien, und ich denke, dies liegt begründet in den Unwägbarkeiten des Hörspiel-Geschäfts. Eine auf viele Folgen angelegte Serie ohne Staffeln oder Zyklen hat seit EAP und GB nun mal einen schlechten Ruf. Viele wollen sich darauf sicher nicht mehr einlassen, wenn das Risiko besteht, dass sie mittendrin hängengelassen werden.

      Solange man da nicht verlässlich sein kann, hat so etwas wohl jedenfalls keine Zukunft mehr.

      Oliver Döring scheint es richtig zu machen. Einzelne Staffeln mit Option, es fortzusetzen.

      Nebenbei: Dass Kurz- und Mini-Serien den langen den Rang ablaufen, kann ich eigentligh nicht sehen. Die Titanen unter den TV-Serien dürften doch wohl nach wie vor Produktionen wie Game of Thrones, The Walking Dead, House of Cards und so etwas sein, oder? Und das sind ja nun wirklich keine Mini-Serien. :zwinker:
      Oder worauf bezog sich diese Prognose?
    • Diese Prognose belief sich natürlich auf Hörspielserien. Der Thread heißt ja auch „Das Hörspiel der Zukunft“ ;) Ich sprach ja im Kontext den Satz vorher von Hörspielen und den Satz nachher von Hörern.

      Monster 1983 ist sicher beendet. Eine Fortsetzung unter diesem Namen „1983“ geht definitiv nicht mehr. Wer es gehört hat weiß warum. Natürlich könnte man ein Prequel oder Sequel also Monster 1973 oder Monster 2003 machen. Aber ich glaube, dies würde wahrscheinlich viel Spannung und Überraschung verlieren, weil ja klar ist wohin die Reise geht.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Markus G. schrieb:

      Monster 1983 ist sicher beendet. Eine Fortsetzung unter diesem Namen „1983“ geht definitiv nicht mehr. Wer es gehört hat weiß warum.
      Danke für den Spoiler. :D Nur Spaß :)

      Aber ich glaube auch, dass irgendwann mal mit allem Schluss sein muss und nicht immer noch eine Fortsetzung und noch eine oder eine Vorgeschichte und eine vor der vorherigen.....
      Das geht mir auch bei Filmen/Filmreihen, die einfach kein Ende finden auf den nerv. Man wird zwar nicht zum Konsum gezwungen, aber wenn schon, dann möchte man es ja auch wissen.
      Hier u.a. besonders auffällig TERMINATOR. Immer noch eine Möglichkeit und noch eine andere..... Kann nicht einfach die Welt zerstört oder gerettet sein?
      MONSTER 1983 mit 3 Staffeln ist wohl mehr als genug, solange keine Fragen offen sind - das wäre natürlich unschön.
      :albern:

      :st: :st3: :st2: Neu-Deutsch für Olympische Spiele: "Internationale Doping-Festspiele" :st2: :st3: :st:
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      Ein toller Artikel :thumbup:
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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