Der Blick in die Glaskugel: Das Hörspiel der Zukunft

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    • Der Blick in die Glaskugel: Das Hörspiel der Zukunft

      In benachbarten Threads haben wir uns ja sehr reichhaltig über die Frage einer etwaigen Krise des Mediums Hörspiel und Möglichkeiten, es vielleicht aus seiner Nische zu befördern, auseinandergesetzt.

      Jetzt möchte ich hier noch einen Schritt weitergehen und Euch fragen, wie Ihr die Zukunft des Hörspiels einschätzt - und hier natürlich in erster Linie das kommerzielle Hörspiel. (Gern darf aber auch die Zukunft des öffentlich-rechtlich finanzierten Hörspiels erörtert werden.)

      Glaubt Ihr, dass die Hörspiellandschaft des Jahres 2030 im Großen und Ganzen noch ebenso beschaffen sein wird wie heute?

      Oder wird es deutliche Veränderungen geben?
      Wird es bestimmte Ausprägungen der gegenwärtigen Hörspielwelt dann nicht mehr geben? Etwa die kleinen Labels, die vielleicht mit viel Herzblut, aber auch stets am Rande der Wirtschaftlichkeit produzieren?

      Werden am Ende eine Handvoll Label den Markt unter sich aufteilen, oder glaubt Ihr, dass immer auch wieder neue Möglichkeiten ersonnen werden, damit Neue den Einstieg schaffen (wie seinerzeit Titania Medien)?

      Und wie sieht es mit den aktuell erfolgreichen Serien aus?

      Erscheint eine DDF-Folge anno 2030 noch realistisch?
      Oder Sinclair?
      Wird sich das Gruselkabinett noch so lange halten können? (Gibt es dafür überhaupt genügend Geschichten?)

      Gibt es Punkte, bei denen das Hörspiel der Zukunft dem gegenwärtigen vielleicht sogar überlegen sein könnte?

      Und ist der Tod der Hörspiel-CD bereits ausgemacht?

      Und zuletzt: Seid Ihr grundsätzlich zuversichtlich, was das Hörspiel der Zukunft angeht, oder doch eher besorgt oder wehmütig, nach dem Motto: So gut wie heute wird es wohl nie wieder sein...

      Ich bin sehr gespannt auf Eure Ansichten.
    • Interessant. Einige Punkte:

      (1) Ich denke, dass Sinclair auch in 2030 noch existieren wird. In anderer Form vielleicht, aber es wird weitergehen. Die Fangemeischaft ist zu gross und wird wohl auch nicht kleiner.
      (2) Ich denke, wenn Heikedine Koerting mal in Rente geht, wird STIL die Serie weitermachen und vielleicht mit neuen Sprechern. Die STIL Junges machen ja schon Hui Buh und das waere fuer mich der naechste logischer Schritt. ??? verkauft sich ja immer noch super. Ob die STIL Jungs daraus besserer Hoerspiele machen koennen? Weiss nicht. Das liegt auch viel an der Vorlage und daran koennen sie auch nichts aendern. Aber einen frischen Wind in die ??? zu blasen, waere schon gut.
      (3) Downloads werden immer beliebter werden. CDs wird es immer noch geben, da Hoerspielfans Sammler sind, aber insgesamt wird der Umsatz mit der Silberscheibe immer weiter runtergehen. Downloads koennten besonds kleinen Labels helfen, da das Produktionsrisiko fuer kleinere Labels noch groesser ist.
      (4) Ich denke strukturell wird das Hoerspiel auch in 2030 immer noch so aehnlich sein wie heute. Schauen wir mal wie sich das Hoerspiel seit den 50ern geaendert hat. Ja, es gab Aenderungen, aber ueber 60 Jahre sind das nur kleine Aenderungen. Da wird in den naechsten 13 Jahren kein Quantensprung stattfinden.
      (5) Eine strukturelle Aenderung fuer Radiohoerspiele koennte eine massive Ausgabenkuerzung im oeffentlichen Sektor und damit fehlendes Funding fuer Radiohoerspiele sein. Hoffentlich wird es dazu nicht kommen.
    • 1. Hörspiele wird es weiterhin geben. Ob dies kommerzielle sind? Vielleicht auch nur "just for fun"-Produktionen privater Macher.

      2. Wenn es kommerzielle Hörspiele in Serie geben sollte, dann nur noch von kleinen Labeln. Ich glaube die Großen der Branche werden dieses Medium als zu unwirtschaftlich definieren.

      3. Weil kleine Label / "Maufakturen" dann ausschließlich Hörspiele produzieren, wird es diese garantiert noch auf CD geben. Jedoch limitiert in der Stückzahl. Eventuell sogar mit exklusiver Ausstattung zu einem Preis von je 14,99 €.

      So ein Szenario wünsche ich mir zwar nicht, könnte jedoch so kommen.
    • 2030 ist natürlich noch ein Stück hin, aber wenn sich gegenwärtige Trends so fortsetzen ...

      - ist die CD dann ein teureres Sammlerstück, ähnlich wie derzeit die Vinylplatte
      - ist das Downloadgeschäft ganz zusammengebrochen und durch das Streaming ersetzt
      - sind große und vergleichsweise teure Hörspieleventserien nur noch durch Konzerne wie Audible zu stemmen (oder durch den ö/r-Rundfunk)

      Was das für kleine und mittlere Label und Produzenten heißt, mag sich jeder sekbst ausmalen. Und dafür sind ja Threads wie der hier sehr gut.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
    • Also wenn DDF es noch 2030 geben wird,dann braucht man noch mehr Fantasie unter den Akteuren sich Jugendliche vorzustellen. Hörspiele wird es weiterhin geben, solange unsere Generation es gibt.Wenn unsere Generation es nicht mehr gibt,dann wird es sehr schwer für dieses schöne Medium.
      Natürlich können wir Nachwuchsförderung betreiben,aber dies nur noch begrenzt.

      Die Zeit der kleinen Labels die im professionellen Hörspielmarkt ihr eigenes Süppchen kochen wird vorbei sein,ohne Zusammenschluß werden die Kosten nicht mehr finanzierbar sein. Erste Anzeichen sind schon da siehe Probot.

      Große Major werden noch da sein,aber nur noch auf Nummer gehen.

      Und wie andere schon schrieben,die CD ist ein aussterben des Medium,Evtl auch der Download. Streamen ist die Zukunft.

      Ob es den öffentlichen Rundfunk noch geben wird,ist schwierig. Dieser ist ja GEZ finanziert. Und die Bewegung gegen diese Zwangsabgabe wird sich in nächster Zeit weiter verstärken.
    • Obwohl mit beim GEZ-Bashing die Krakeeler immer nur besonders laut erscheinen, aber wohl durchaus nicht in der Mehrheit sind.

      Mag es auch sein, dass der Umfang dessen, was finanziert werden soll, zur Disposition gestellt wird und gefragt wird, warum von den Gebühren Nonsens-Sendungen finanziert werden müssen, mit denen die ÖR dann den Privaten Konkurrenz machen - die ÖR und damit das System gebührenfinanziertes Fernsehen halte ich nicht einmal im Ansatz für gefährdet. Und begrüße es auch. Dieses Land wäre medial und gerade im Hinblick auf Info und Dokumentation ein echtes Jammertal!

      Fürs Radio und in der Folge die Hörspielproduktionen könnte die Luft auf Dauer aber tatsächlich dünner werden...
    • Hardenberg schrieb:

      Glaubt Ihr, dass die Hörspiellandschaft des Jahres 2030 im Großen und Ganzen noch ebenso beschaffen sein wird wie heute?
      Nein, es wird wesentlich weniger Label und Produktionen geben. Denn Produktionen die sich nur auf einen Sinn beschränken werden irgendwann weniger werden.

      Hardenberg schrieb:

      Gibt es Punkte, bei denen das Hörspiel der Zukunft dem gegenwärtigen vielleicht sogar überlegen sein könnte?
      Ja, es wird nur eben nicht mehr das Hörspiel sein, sondern nur noch Audio-Visuell. Ob es Realfilme sein werden oder reine CGI, das bleibt abzuwarten, aber wenn ich sehe was CGI heute schon kann, dann sehe ich den Trend dahin das man auch Schauspieler kaum noch braucht.




      Cherusker schrieb:

      (2) Ich denke, wenn Heikedine Koerting mal in Rente geht, wird STIL die Serie weitermachen und vielleicht mit neuen Sprechern. Die STIL Junges machen ja schon Hui Buh und das waere fuer mich der naechste logischer Schritt. ??? verkauft sich ja immer noch super. Ob die STIL Jungs daraus besserer Hoerspiele machen koennen? Weiss nicht. Das liegt auch viel an der Vorlage und daran koennen sie auch nichts aendern. Aber einen frischen Wind in die ??? zu blasen, waere schon gut.
      Warum STIL ? Ich denke der Weg für André Minninger ist bereits geebnet und bei dem was die an Sprachmaterial von den drei Hauptsprechern bereits haben, ob man die Sprecher da überhaupt noch benötigen wird das bleibt abzuwarten.




      Audioromane schrieb:

      1. Hörspiele wird es weiterhin geben. Ob dies kommerzielle sind? Vielleicht auch nur "just for fun"-Produktionen privater Macher.
      Dem stimme ich zu, der Anteil der Public Domain wird sicher ansteigen.


      Fader schrieb:

      - ist die CD dann ein teureres Sammlerstück, ähnlich wie derzeit die Vinylplatte
      - ist das Downloadgeschäft ganz zusammengebrochen und durch das Streaming ersetzt
      - sind große und vergleichsweise teure Hörspieleventserien nur noch durch Konzerne wie Audible zu stemmen (oder durch den ö/r-Rundfunk)
      CD, sehe ich auch so.
      Audio-Streaming wird wahrscheinlich irgendwann komplett durch AV-Streaming ersetzt werden, entweder auf eine Brille oder auf ein anderes "Sinnes-Inferface"
      ÖR wird es im Radiobereich wahrscheinlich auch nicht mehr geben, denn dank autonomer Verkehrsmittel wird man auch hier auf AV umschwenken. Sollte die EU weiter bestehen wird sich am Rundfunk-Staatsvertrag eh was ändern müssen, denn bei uns ist das ein viel zu großer Kostenfaktor. Im Privatradio, das wird wahrscheinlich ins Privatfernsehen integriert werden.

      Konzerne wie Apple, Amazon etc. werden entweder noch mächtiger oder sie werden zerschlagen, Facebook, Google, YT und folgende Social Media Konzerne werden wahrscheinlich auch stark im AV Markt werden.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • @Hardenberg: So wird das Hörspiel der Zukunft im Jahre 2030 "Aussehen"!

      Eine revolutinäre Technologie. Der Konsument bekommt das Hörspiel als Chip präsentiert. Mit zwei Stöpseln wird der Chip an sein Gehirn angeschlossen und die Reise beginnt.
      Das Hörspiel erzeugt im Gehrin plastische und realistische Bilder, so dass man das Gefühl hat, einen echt 3 D Film zu erleben und zu HÖREN. Bei jedem aber läuft der "Gehirnfilm" anders ab, Landschaft, Protagonisten, Farben, Gebäude, Gegenstände etc sieht und stellt sich jeder anders vor. So das jeder das gleiche hört, aber anders sieht.
      Der Konsument hat sogar das Gefühl, er kann Gegenstände, Protagonisten etc wirklich anfassen!
      Hört sich gut an. Jetzt muß man es nur noch jemand erfinden, ich melde schon mal ein evilitoisches Patent an.
      Menschlichkeit ist nur noch eine dunkle Erinnerung...
    • Nachtrag

      Haggi schrieb:

      Und wie andere schon schrieben,die CD ist ein aussterben des Medium,Evtl auch der Download. Streamen ist die Zukunft.
      Wenn es die CD noch geben wird, dann nur mit komprimierten Dateien, den Nachfolgern von MP3.
      Streamen geht ja bisher nur da wo man in der Lage ist daten zu empfangen, ich vermute mal das wird auch 2030 noch nicht planetenweit der Fall sein.

      Für Reisen z.B. unter Wasser wird es schon noch Datenträger geben.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • CDs wird es weiterhin geben. Da bin ich mir sicher. Es wird mindestens 300 Leute in Deutschland geben, die eine CD in den Händen halten wollen. Oder auch nach einem Abwärtstrend des Mediums in den nächsten Jahren wird es mindestens im Jahr 2030 wieder ein Aufwärtstrend geben. Nämlich in der Form, wie es die LP aktuell erfährt, die lange Zeit als tot galt.

      Wie gesagt: Die CD Auflagen werden bei etwa 500 Einheiten liegen und speziell Sammler ansprechen. Wenn dem ein oder anderen Produzent selbst viel an dem Medium liegt, wird er dieses liebevoll mit umfangreicher Ausstattung anbieten und die Unkosten der Kleinauflage durch einen Sammlerpreis kompensieren. Ich denke eine streng limitierte CD-Auflage mit dickem Booklet und Bonus in irgend einer Form wird immer Käufer finden. Auch bei einem deutlich höheren Preis.
      Ich hätte zum Beispiel niemals gedacht, dass es Polaris Hörspiele aus Berlin schafft, Takimo auf so lange Zeit für je 12,95 € anzubieten. Da ist im Jahr 2030 ein VK-Sammlerpreis von knapp 20,-€ je CD nicht unrealistisch. Die entsprechende Serie muss aber dann wirklich super sein, dass ich dieser bei solchen Preisen treu bleibe. Momentan gibt es nicht viele Serien, die dieses "super" vertreten.
    • Es wird keine großen Veränderungen geben! Da die befindlichkeiten gleich bleiben!
      Man will was hören was einem Spaß macht... das Träger-Medium wird sich ändern... Die CD wird eh in 2 - 3 Jahren nicht mehr vorhanden sein.

      Ansonsten... Same as ever...

      Komprimierte Dateien will keiner... Der Trend geht eher zu aufgeblasenen "RAW" Daten... Ist ja jetzt schon so!
      Es sei denn die komprimierung wird verbessert... aber das glaube ich nicht!

      Der Trend geht zu GROß...
      Obwohl man ja sagt das nur ausgebildete Musiker einen Unterschied zwischen ner guten mp3 und der Cd-Version hören können...
      Naja... Weiß ich nicht...

      HD-Qualität ist der Trend und der wird sich fortsetzen... da wird und ist die normale CD heute schon im Abseits...
      Ich denke auch das in Zukunft fast alles nur noch gestreamt wird. Man brauch kein Trägermedium mehr... Ist für Sammler schlecht...
      ABER die können sich ja dann ne Kassette aufnehmen und ins Regal stellen!
      :zwinker:
    • Unter gar keinen Umständen wird man den Abbau des CD-Geschäfts forcieren. Die CD ist und bleibt bis auf weiteres das wichtigste Standbein der Musikindustrie.

      Warum ich das meine? Nun, das ist ganz einfach. Auch im Jahr 2016 war für die deutsche Musikindustrie die CD, trotz eines Umsatzrückgangs von 8,9% das umsatzstärkste Trägermedium und hielt einen Anteil von 53,8% am Gesamtumsatz. Wenn man sich nur den physischen Sektor anschaut, macht sie dort 86,9% des Geschäfts aus.

      Sicherlich wird die Zahler der Konsumenten zunehmen, die überhaupt gar nicht wissen, was sie mit einer CD anfangen sollen. Nicht weil es ihnen zu umständlich ist, nein. Sie wissen schlicht und ergreifend gar nicht was das ist.
      Ist es "Blitzerfoto-Verhinderer" oder ein großer Ohrring. Hä?! Was soll ich damit machen? Das ist doch jetzt auch schon mit einem Walkman. Drück den mal einem kleinen Menschen in die Hand. Völlige Planlosigkeit!

      Wenn man denn dann sich auf das Medium CD einlässt, wird jeder, der auch nur annähernd auf hervorragende Qualität steht, einsehen, dass kein Streaming der Welt dies liefern kann.

      Und auch die Schallplatte gibt weiterhin Gas. So ziemlich genau vor 10 Jahren begann der Hype um die „Wiederauferstehung“ der Schallplatte und seitdem haben sich die Umsätze verachtfacht; das ist unglaublich. Sie steht damit an erster Stelle im Wachstumssegment des physischen Geschäfts. Die Steigerungsrate liegt derzeit bei 40,1% und macht einen Anteil von 4,4% am gesamten Musikmarkt aus. Daran sieht man auch, dass sich digital und analog nicht gegenseitig ausschließen muss. Und ganz ehrlich? Ich finde es wirklich erstaunlich, dass die Schallplatte nicht nur im digitalen Zeitalter angekommen ist, sondern sich auch scheinbar zu etablieren weiß.

      Aber die für mich größte Überraschung aus dem Jahr 2016 ist die Musikkassette:
      In den letzten Jahren kannten ihre Verkäufe nur eine Richtung; nach unten. Das hat sich im letzten Jahr überraschend geändert. Ja okay, mit einem Mini-Umsatz von 1 Million hat sie gerade mal einen Markanteil von 0,1% aber gegenüber dem Vorjahr ist er um 1,2% gewachsen. Vielleicht macht sie es der Schallplatte ja nach – wie viele es sich wünschen – und erlebt ein ähnliches Comeback.
    • Securitate schrieb:

      Sylphida schrieb:

      @SecuritateBitte keine fremden Texte & Bilder posten, verlinke bitte, was nicht von dir stammt. Danke!
      Auch nicht wenn die Quelle ordnungsgemäß angegeben ist? Dann sollte doch alles tutti sein, oder nicht?
      Da der Urheber sein Einverständnis nicht gegeben hat, dass sein Werk hier veröffentlicht wird, reicht das nicht. Wir hatten bereits einen sehr ärgerlichen Zwischenfall mit einem Redakteur...von daher büdde verlinken. Du kannst den Inhalt in eigenen Worten wiedergeben, das wäre in Ordnung, aber natürlich erwartet keiner so etwas.

      ...und nicht vergessen: Wir machen das nicht aus Schikane, sondern um Abmahnungen vorzubeugen.
      :hutheb:
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