Info Gibt es wirklich die vielzitierte Krise im Hörspielgenre?

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    • Interessant ist es auf jeden Fall, dass die großen Player sich deutlich zurücknehmen, nachdem sie eine zeitlang ganz gut investiert hatten (Kiddinx mit dem Jan Tenner Reeboot und Point Whitmark, Universal mit Folgenreich, Sony mit DSA und Dragonbound...). Der große Reibach scheint ja nicht abzufallen.
      Ein Vogel sitzt auf meinem Bein, dem schlag ich gleich die Fresse ein.
      Knarf Rellöm
    • Hardenberg schrieb:

      Natürlich - an mehr Mut hätte auch ich nichts auszusetzen, aber da hätte es früher noch deutlich mehr Grund zur Klage gegeben als ausgerechnet heute
      Inwiefern, früher gab es längst nicht soviele Mitbewerber.

      marc50 schrieb:

      Interessant ist es auf jeden Fall, dass die großen Player sich deutlich zurücknehmen, nachdem sie eine zeitlang ganz gut investiert hatten (Kiddinx mit dem Jan Tenner Reeboot und Point Whitmark, Universal mit Folgenreich, Sony mit DSA und Dragonbound...). Der große Reibach scheint ja nicht abzufallen.
      Das verwundert mich auch ein wenig.
      Mir fällt es beim eigentlich Recht starken Star Wars Merchandise auf. Da sind die Hörspiele zu der Jugendserie Clone Wars nicht sehr weit gekommen und auch die neuste Nachfolgeserie Rebels stockt sehr stark. Es werden keine weiteren Lizenzen für Hörbücher und Hörspiele im neuen Kanon vergeben, ausser den direkten Hörbüchern zu den Filmen.

      Und gerade bei Disney als Global Player hatte ich im Bereich Star Wars und auch Marvel eigentlich wesentlich mehr im Bereich Audio erwartet.
    • Ich habe mal ein wenig "Ursachenforschung" betrieben.

      Fazit: Es gibt wirklich eine Krise, denn die Gelder die über Streaming fliessen, sind wohl eher ein schlechter Witz.
      Und wenn Streaming der Trend ist, dann sehe ich schlechte Zeiten auf die Hörspiel-Fans zu kommen.

      Denn im Musikmarkt wird noch viel Geld über Merch, Zweitverwertung (Filme, Werbung etc.) und Konzerte gemacht, das fehlt bei Hörspiele gänzlich.


      Quelle: Ausschüttung Spotify
    • Ben Kenobi schrieb:

      Ich habe mal ein wenig "Ursachenforschung" betrieben.

      Fazit: Es gibt wirklich eine Krise, denn die Gelder die über Streaming fliessen, sind wohl eher ein schlechter Witz.
      Und wenn Streaming der Trend ist, dann sehe ich schlechte Zeiten auf die Hörspiel-Fans zu kommen.

      Denn im Musikmarkt wird noch viel Geld über Merch, Zweitverwertung (Filme, Werbung etc.) und Konzerte gemacht, das fehlt bei Hörspiele gänzlich.


      Quelle: Ausschüttung Spotify

      An Streaming verdienen die Produzenten auch fast nichts,ist eher ein Taschengeld. Mehr nicht
      Nach wie vor zählt der CD Verkauf sowie die kostenpflichtige Downloads

      Kurzes Beispiel,wenn ein Produzent mit ca 50 Hörspielen in allen Streamingportalen gelistet ist,kann dieser um die ca 2000 Euro verdienen,pro Jahr !

      Dies würde gerade vielleicht die CD Pressung einer Produktion decken.
    • Naja, bei einem Dienstanbieter, der mit seiner Preisgestaltung selbst auf Dauer nur Miese macht, wäre ich jetzt erst mal tiefenentspannt. :zwinker: Aber interessant sind die Zahlen allemal, auch wenn man natürlich fragen kann, inwieweit sich das alles auf Hörspiele übertragen lässt. Das ist ja doch nochmal ein anderes Feld, auch wenn beides über denselben Dienst läuft.

      Schauen wir also mal, wie sich das Ganze weiterentwickelt. Ich denke, wir befinden uns derzeit in einer Umbruchphase, in der sich eine ganze Branche neu aufstellt. Da gibt es immer auch Zwischenschritte. Die für das Ende der Entwicklung zu nehmen, halte ich für nicht zielführend. Die Reise wird noch weitergehen. Und eine tragfähige Lösung kann nicht sein, dass der Dienstanbieter mit seiner Unternehmung pleite geht. Sonst hat sich das Problem ja von selbst erledigt.

      Mal abgesehen davon, dass die Auflistung ja nicht in jedem Fall uneingeschränkt auf den Hörspielmarkt übertragbar ist, der ja oft viel überschaubarer organisiert ist. Beispiel Titania Medien: Hier dürften dann wohl die Posten für Label, Urheber und Interpreten geschlossen an Titania Medien gehen. Das wären immerhin 62,5% vom Kuchen. Das ist schon mal eine ganz andere Dimension als bei einem mittelerfolgreichen Sänger, der seine Songs nicht selbst schreibt und überdies in den Widernissen der Musikindustrie feststeckt.
      Inwiefern das Angebot bei einem Streaming-Dienst nun also mit Vorteilen oder ausschließlich mit Nachteilen behaftet ist, wird also nicht unwesentlich davon abhängen, wie autonom ein Hörspielmacher ist.

      Zumal man nicht außer acht lassen darf, dass vielfach Hörspiele erst mit Verzögerung bei Streamingdiensten veröffentlicht werden, so dass der Erstverkauf über Tonträger und Downloads läuft, und erst später, wenn dieses Geschäft abgeschlossen ist, ältere Folgen bei den Streaming-Portalen überhaupt angeboten werden. Alles andere wäre auch widersinnig.
      Bei dieser Praxis könnte durchaus noch mehr abfallen, als wenn man die Hörspiele in den Lagerräumen oder auf den privaten Datenbanken verstauben lässt.

      Und natürlich ist auch fraglich, ob man den gewöhnlichen Streaming-Dienst-Kunden mit Musikinteresse gleichsetzen kann mit einem Hörspiel-Freund bei derselben Plattform. Mag sein, dass es einzelne gibt, die dann nur noch darüber hören. Mag aber ebenso sein, dass der Streaming-Dienst fürs Hörspiel-Fast Food genutzt wird, während die persönlichen Highlights auch als Tonträger gekauft werden.

      Über all das sagt diese Studie nichts aus.

      Es ist aber durchaus anzunehmen, dass die Labels langfristig durchaus auch an ihrer Optik werden arbeiten müssen. Wer sein Kerngeschäft zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil auch mit CD-Verkäufen bestreiten will, wird vielleicht in Zukunft mehr Kreativität auf die Form der Darreichung verwenden müssen: ansehnliche Optik, aussagekräftige Booklets mit Hintergrundinfos, vielleicht auch persönbliche Widmung - also Eigenschaften, bei denen ein Streaming-Dienst ganz einfach nicht mitkommen kann.

      Man muss sich halt von Zeit zu Zeit etwas Neues einfallen lassen, um den Erfordernissen der sich stetig verändernden Gegenwart entsprechen zu können.
    • Hardenberg schrieb:

      Zumal man nicht außer acht lassen darf, dass vielfach Hörspiele erst mit Verzögerung bei Streamingdiensten veröffentlicht werden, so dass der Erstverkauf über Tonträger und Downloads läuft, und erst später, wenn dieses Geschäft abgeschlossen ist, ältere Folgen bei den Streaming-Portalen überhaupt angeboten werden. Alles andere wäre auch widersinnig.
      Das ist leider immer weniger der Fall, denn inzwischen ist es so, wer im Bereich Social Media und Streaming nicht aktuell präsent ist, der findet quasi nicht mehr statt.
      Das beste Beispiel ist hier doch der Hörplanet, der sich mit Pauken und Trompeten aus dem Bereich Social Media zurückgezogen hat und nun wohl festgestellt hat das selbst ein negativer Auftritt besser ist als gar keiner.
    • Ich zitiere mich aus dem anderen thread:


      Markus G. schrieb:

      Zum Thema Streaming möchte ich noch einmal erwähnen, Hardenberg hat dies ebenfalls schon aus meiner Sicht richtig geschrieben, dass Streaming für Labels eine wunderbare Möglichkeit zur Zweit- oder Drittverwertung ist. Plötzlich hat man, wie Haggi schreibt, auch Jahre nach der VÖ eines Hörspiels (mit dem man sonst fast kein Geschäft mehr machen kann) die Chance 2000€ im Jahr zu verdienen. Das ist nicht viel. Aber es ist ein Zusatzbrot und man kann "altes Potential" wieder nützen. EUROPA wirft gerade alle ihre alten Klassiker wie Commander Perkins, Rhodan, Gruselserie, Wallace usw. auf den Streamingmarkt. Die wissen schon warum. Ein leicht verdientes Geld. Würden sie dies nicht machen, dann läge hier Potential brach. Wenn nun Labels gleich zum VÖ-termin Streamingplattformen mit neuen Hörspielen bedienen, dann erschließt sich mir (!) der Grund dafür auch nicht, weil ich denke, dass man damit die eigenen CD-Verkäufe sabotiert. ABER es ist die Entscheidung der Labels und des Vertriebes. Niemand wird dazu gezwungen.
      Wir Hörer haben mMn keine Krise. Die Labels haben sicher keinen leichten Stand. Die Zahl der Labels wird mehr, die Zahl der Käufer bleibt gleich. Zudem ist das Freizeitverhalten allgemein und auch das Hörverhalten im speziellen einer Wandlung weg vom haptischen hin zum digitalen unterworfen. Hier wird es sicher noch eine Weile brauchen bis die Labels eine für sich maßgeschneiderte Strategie fahren können.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Neu

      ... und das werden einige der Labels, die dafür nicht den Atem oder/und die Connections nicht haben, nicht leisten können. Von daher wird sich das mit dem Überangebot, das ja ohnehin sich auf wenig innovative Genrefelder beschränkt, bald relativieren.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
    • Neu

      Es wird aber vielleicht auch den Mut zur Originalität bringen (müssen), um sich von Konkurrenzproduktionen abzugrenzen.

      Ich denke, es wird über kurz oder lang einfach nicht mehr genügen, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, um von einem bereits etablierten Genre zu profitieren.

      Und es gibt derzeit für meinen Geschmack auch einfach zu viele Produktionen, die für mich Mittelmaß und Beliebigkeit repräsentieren, aber eben nicht dieses eine bestechende Alleinstellungsmerkmal besitzen.

      Und wenn man nicht über kurz oder lang angesichts einer Konkurrenz wie Audible die Segel streichen will, muss man wohl wenigstens in Bezug auf Originalität und inszenatorischer Raffinesse mit denen mithalten können. Oder sich sogar von ihnen absetzen. Da sehe ich bei einigen durchaus das Potential.