Info Gibt es wirklich die vielzitierte Krise im Hörspielgenre?

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    • Gibt es wirklich die vielzitierte Krise im Hörspielgenre?

      Um das Thema Mehr Opium fürs Volk! - Wie bekommt man das Hörspiel aus seiner Nische? mal von der anderen Seite aufzurollen.
      Steckt die Hörspielbranche wirklich in der Krise oder ist das nur die alljährliche Hysterie?

      Denn bis auf wenige Label haben bereits die Meisten im ersten Quartal schon recht viel auf den Markt gebracht.
      Die Hörmich wird auch immer Umfangreicher und auch Livehörspiele erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

      Von Krise für die Konsumenten sehe ich da eigentlich nicht viel.
    • Es hängt wohl davon ab welche Erwartungen man an ein Hörspiel stellt und ob diese befriedigt werden können. Ich für mich kann nur sagen, dass es für mich als Konsument definitiv keine Krise gibt. Ganz im Gegenteil, Dank dem neuen Big Player Audible hat es im letzten Jahr wohl so viele für mich sehr gute Hörspiele wie seit langem nicht. Und seit ich zusätzlich eine Prepaid Spotify Karte habe, kann ich einen Großteil meiner Sammlung immer und überall hören. Also aus meiner Konsumentensicht gibt es keine Krise.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Servus,

      @Markus G. & Ben Kenobi

      Denke der Ursprungsgedanke des Threads "Mehr Opium.." , war wie gewinnt man weitere Bevölkerungsgruppen
      dazu bzw. Leute dazu sich für Hörspiele zu interessieren , die vorher mit diesem Medium nichts , oder mal (- Minus) - Erfahrungen gemacht haben - (wieder-) Hörspiele zu hören. Nischen Produkt = Spezielles Produkt, nicht für die Masse gemacht.



    • Markus G. schrieb:

      Also aus meiner Konsumentensicht gibt es keine Krise.
      *unterschreib*, aus meiner auch nicht.
      Es erscheint derzeit schon etliches mehr, als ich mir leisten kann zu kaufen.
      Würde ich auf eine ganz bestimmte Serie warten, die nicht (mehr) weiterläuft oder nur spezielle Genres hören, die derzeit gerade unterrepräsentiert sind, könnte ich vielleicht auch eine Krise spüren.
      Aber da beides nicht der Fall ist - alles okay. :schulter:
      Es kam doch in den letzten Jahren immer wieder dieses (angebliche) Hörspielkrisen-Thema auf - 2017 kann ich aber wirklich keine ausmachen.
    • Hoerspiel-Mike schrieb:

      Nischen Produkt = Spezielles Produkt, nicht für die Masse gemacht.
      Und genau aus dem Grund hatte ich eingänglich die Frage nach der Krise gestellt.

      Denn wenn das Zitat stimmt, warum dann mehr Leute in diese Nische holen?
      Hörspiele sind ja aus Sicht der Label eben für die Masse gemacht und nicht für eine Nische. Nur stellen dann ja die Käufer eben diese Nische dar?

      Ich habe derzeit soviel Material ungehört auf Halde liegen, das ich das die nächsten Monate eigentlich gar nichts kaufen müsste.
      Alleine bei den Star Wars Hörbüchern liegen derzeit ca. 70 Stunden Hörspass vor mir.


      Agatha schrieb:

      Es kam doch in den letzten Jahren immer wieder dieses (angebliche) Hörspielkrisen-Thema auf - 2017 kann ich aber wirklich keine ausmachen.
      Ich glaube dieses Krisen-Thema kam dieses Jahr doch gezielt wieder von einem Label auf das auch schon die letzten Jahre immer wieder gezielt rum gejammert hat.
      Für mich als Konsument kann ich da auf breiter Linie eigentlich auch nichts entdecken was für eine Krise spricht.

      Allerdings ist die Unterhaltungsbranche und explizit die Hörspiele eben durch die Fehler der Branche in den letzten Jahren auf einem Kurs der vielleicht nicht ganz vorteilhaft ist. Eben das es immer weniger Kleine gibt und sich die Großen die Tasche voll machen.

      Dann stellt sich mir auch die Frage in wie weit der Trend zur Sharing Economy auch die Hörspiele betrifft und betreffen wird.
      Ich gehöre noch zu der Generation die Wert auf Eigentum legen, dies scheint aber ja total altbacken zu sein. Und gerade Hörspiele und Hörbücher sind ja ähnlich wie Filme prädestiniert für einen Miet-Markt.
    • Nochmal: Das Thema mag ja durchaus von Interesse sein, insofern viel Freude beim Erörtern - doch warum die Fragestellung unbedingt Bezug nehmen muss auf den Mehr Opium...-Thread, ist mir nach wie vor schleierhaft, denn ob das Hörspiel in der Krise steckt oder nicht, war überhaupt nicht der Punkt, um den es da ging.

      Fakt ist, dass im Vergleich zu den meisten anderen Medien das Hörspiel von viel weniger Leuten nachgefragt wird. Insofern kann man den Hörspielmarkt durchaus als eine Nische bezeichnen. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit krisenhaft, denn ob ein Medium in der Krise steckt, hängt ja von mehr als nur der Größe ab (die noch dazu immer in Relation zu setzen ist). Wenn sich die Produktionen rechnen und alle Beteiligten einträglich davon leben können, dann kann es sich in einem Umfeld bewegen, das in einer Nische ist, ohne gleichzeitig in der Krise zu stecken.

      Um also die Frage der Nische hinter mir zu lassen und zur Frage der Krise überzugehen:

      Da fehlt mir der Bezugspunkt. In Bezug auf was soll dieses Medium laut Fragestellung überhaupt in einer Krise stecken?

      Ökonomisch?
      Dazu müsste man Zahlen kennen, die es erlauben, diesen Markt im Ganzen zu überschauen.
      Im Zusammenhang mit den Audible-Produktionen und Branchen-Größen wie DDF oder John Sinclair kann man sicherlich nicht von Krise sprechen.
      Auch manche Reihe kleinerer Label (wie das Gruselkabinett) dürften sich soweit etabliert haben, dass man da schwerlich eine richtige Krise ausmachen kann.

      Und die Tatsache, dass es unheimlich viele Neuproduktionen gibt, widerspricht ja eigentlich auch diesem Trend. Denn wenn sich das Ganze nicht rechnete, würde es nicht so viele Neustarts geben.

      Eine andere Frage ist aber, ob die Gewinne auch mit den Erwartungen deckungsgleich sind. Und ob das Gros der Hörspielmacher eben auch wirklich allein von der Produktion ihrer Hörspiele leben können. Oder ob es sich bei der Produktion um eine Art professionalisiertes Hobby ehemaliger Kassettenkinder handelt. Aber auch hier wäre mir der Begriff "Krise" zu wertend, denn die Produktionen querzufinanzieren, ist ja erst mal nichts Problematisches. Auch wenn das Gesamtbild dadurch natürlich beeinflusst würde.

      Auch ist die Frage, ob es vielleicht momentan ein Angebot gibt, das die Nachfrage übersteigt. Es kann ja immer Zeiten geben, in denen das grundsätzliche Interesse an einem Medium zu einem zeitweisen Überangebot führt, bei dem eigentlich schon vorher klar ist, dass sich nur einige, jedenfalls aber nicht alle werden durchsetzen können. So etwas gibt es im Grunde immer, aber es mag da durchaus auch Spitzenzeiten geben, in denen sich dieses Phänomen deutlicher als sonst zeigt. Aber auch das wäre nicht Ausdruck einer Krise.

      Und zuletzt gibt es da die inhaltliche Frage: Es gab mal Zeiten, in denen existierte auf dem kommerziellen Hörspiel(serien)markt gefühlt nur das Kinder- oder das Groschengruselhörspiel. Wenn man damals nach einer Krise des Hörspiels gefragt hätte, was die Begrenztheit der Stoffe angeht, so wäre das für mich nicht ganz unberechtigt gewesen, zumal dieses geringe Maß an Variation auch noch begleitet wurde von einer nicht immer überzeugenden handwerklichen Umsetzung.
      Heute dagegen gibt es im Vergleich einen viel facettenreicheren Markt, auf den mit Audible zudem noch ein neuer Player gedrängt ist, der mit einer Produktion wie Macbeth auch auf ein Publikum jenseits der Groschengruseljugend und reinen Kinderkassettenzeit zu schielen scheint.

      Natürlich kann man sich immer fragen, ob es nicht möglich wäre, noch mehr Genres zu bedienen, noch mutiger zu sein und noch mehr neue Themenkreise für das Hörspiel zu erschließen, aber losgelöst von einer solchen grundsätzlich interessanten Frage, sehe ich auch hier anno 2017 keine Krise.

      Dass es keine grundsätzliche Krise zu beklagen gibt, heißt aber auch nicht automatisch, dass es einzelnen Machern am Markt nicht vielleicht doch auch schlecht ginge - oder es in der Art und Weise, wie Hörspiele an den Mann oder die Frau gebracht werden, nicht noch Verbesserungsmöglichkeiten gäbe.

      Auch losgelöst von der Nischen-Frage täte eine bessere Vermarktung wohl so manchem Hörspiel gut. Da wird doch, wie es mir scheint, einfach deutlich zu wenig gemacht, denn die gegenwärtige Reichweite ist ja nicht gleichzusetzen mit der in Foren und auf facebook etc. aktiven Hörspielfan-Szene.

      Und dann wird es innerhalb eines Medium auch immer Produktionen finden, die nicht ausreichend Menschen überzeugen.
      Wenn es also einzelne Labels gibt, die vielleicht in der Krise stecken, dann heißt das noch lange nicht, dass das Hörspiel im Ganzen in einer steckt. Vielleicht sind einfach die erzählten Geschichten nicht gut genug. Oder nicht außergewöhnlich genug, um dauerhaft nachgefragt zu werden. Oder nicht gut genug umgestetzt. Oder nicht optimal kommuniziert und am Markt platziert. Oder was weiß ich?!

      Also: Ein weites Feld, das einer Erörterung würdig wäre.
      Wenn man denn die Prämisse der Fragestellung überhaupt als im Ansatz berechtigt ansieht. (Was ich wie viele andere, die sich hier schon geäußert haben, gerade gegenwärtig auch überhaupt nicht sehen kann!)

      Aber aus der Frage: "Wie bekommt man das Hörspiel aus seiner Nische?", wie sie im anderen Thread angestoßen wurde, kann man sie nicht ableiten.
    • Hardenberg schrieb:

      denn ob das Hörspiel in der Krise steckt oder nicht, war überhaupt nicht der Punkt, um den es da ging.
      Kann sein das es an meiner Auffassung liegt, aber wenn jemand etwas aus einer Nische holen will, dann hat diese Nische für mich den Hauch den Negativen.
      Das hat die Hörspiel-Szene für mich nämlich nicht. Es mag da an mir liegen, aber wenn man nach "mehr Opium fürs Volk" im Bezug auf Hörspiele fragt, dann sehe ich da folglich irgendwo ein Defizit.

      - Auswahl gibt es genug, eventuell sogar schon zuviel.
      - Möglichkeiten Hörspiele zu kaufen, da könnte man streiten, aber wer etwas haben will, der findet es auch.
      - Qualität der Hörspiele, das ist Subjektiv und kann nur jeder für sich selbst entscheiden.
      - Akzeptanz, die haben Hörspiele in ihrer Nische ganz gewiss.


      Wo siehst du denn das Defizit? Das nicht genügend Leute Hörspiele kaufen? Oder evtl. das du als Hörspielhörer nicht die Akzeptanz findest die du dir wünscht?

      Wenn es dir um die gesellschaftliche Akzeptanz geht, das mag in der Tat ein Problem sein. Ähnlich wie bei Veganern die von omnivore lebenden Menschen gerne als Randgruppe dargestellt werden. Aber wenn man sich dazu entschieden hat so zu leben, dann muss man auch mit den gesellschaftlichen Konsequenzen leben. Das ist aber bei jeder Entscheidung so.



      Haggi schrieb:

      Was Verkaufszahlen angeht,ist Europa ähm Sony der Bigplayer,ich gehe davon aus da sich Karussell und Kiddinx sich da anschließen,dann kommt Lübbe

      Bei den kleinen Labels liegt Titania ganz vorne und dann die restlichen
      Ich vermute mal das Highscore noch vor Titania liegt.
    • Der Eindruck der Krise dürfte dadurch entstanden sein, dass eine zeitlang sehr viele Labels die Segel gestrichen und Produzenten sich aus dem Game verabschiedet haben, Serien/Reihen eingestellt wurden und gerade die großen Player wenig bis keine neuen Produktionen in den Ring geworfen haben.

      Allerdings sind ja längst Nachfolger in die Bresche gesprungen, die Anzahl der Neu-VÖs lässt sich ja kaum ignorieren.
      Ein großes Problem sehe ich aber im "Qualitäts-Sektor", also bei dem was nicht Kinderhörspiel, Groschengrusel oder Wohlfühlkrimi ist. Da fehlt mE einiges, zumal wenn man Audible rausnimmt.
      Ein Vogel sitzt auf meinem Bein, dem schlag ich gleich die Fresse ein.
      Knarf Rellöm
    • marc50 schrieb:

      und gerade die großen Player wenig bis keine neuen Produktionen in den Ring geworfen haben.
      Gerade Europa/Sony ist ja z.B. mit den Klassikern dem haptischen Markt entfeucht.
      Lübbe hat vor Jahren viele Serien eingestampft.


      marc50 schrieb:

      Ein großes Problem sehe ich aber im "Qualitäts-Sektor", also bei dem was nicht Kinderhörspiel, Groschengrusel oder Wohlfühlkrimi ist. Da fehlt mE einiges, zumal wenn man Audible rausnimmt.
      Sehe ich ähnlich. Es gibt kaum noch Innovatives. Und wenn es was Neues gibt dann wird es meist nur über bekannte Namen versucht.
      Sei es "Oscar Wilde & Mycroft Holmes" oder die "Jules Verne" Hörspiele. Kann man da nicht unbekannte, eigene Namen nehmen?
    • Hardenberg schrieb:

      Natürlich kann man sich immer fragen, ob es nicht möglich wäre, noch mehr Genres zu bedienen, noch mutiger zu sein und noch mehr neue Themenkreise für das Hörspiel zu erschließen, aber losgelöst von einer solchen grundsätzlich interessanten Frage, sehe ich auch hier anno 2017 keine Krise.
      Schauen wir es uns doch mal an: welche mutigen Versuche gab es denn in den vergangenen Jahren, Genres jenseits der Crowdpleaser (Grusel, Krimi, Jugendhörspiele, Klassiker) zu bedienen? Und welche davon waren von Erfolg gekrönt?

      Mit einer solchen Liste lässt sich doch viel einfacher über das Verhalten von Labels diskutieren und entweder mehr Mut einfordern oder akzeptieren, dass ein solcher Mut nur in Ausnahmefällen auch belohnt wird. Die Qualitätsfrage (sprich: war der Versuch in der Ausführung denn gut oder eher nicht so) kann man dann ja in einem 2. Schritt betrachten.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
    • @Fader: Bei Audible wirst Du da recht schnell fündig werden. Die haben sehr viele Hörspiele unterschiedlicher Natur und jenseits des Mainstreams gemacht. Aber auch Ohrenkneifer und das eine oder andere Label waren "mutig" und haben bewusst Genre und Themen gewählt, die nicht dem üblichen Krimi-Grusel entsprechen.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Ich finde auch, dass mit Audible ein sehr interessanter neuer Player auf der Bildfläche erschienen ist.

      Und mit Fallen versucht man sich nach dem Burns-Desaster tatsächlich noch einmal an einer episch angelegten Mystery-Serie. Was ich durchaus auch mutig finde. Ich bin gespannt, ob die Serie eine zweite Staffel erlebt.

      Natürlich - an mehr Mut hätte auch ich nichts auszusetzen, aber da hätte es früher noch deutlich mehr Grund zur Klage gegeben als ausgerechnet heute.
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