Info Mehr Opium fürs Volk! - Wie bekommt man das Hörspiel aus seiner Nische?

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      Markus G. schrieb:

      Und ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass Streaming ein (!) wichtiges Standbein für Hörspiele wird, wenn die Labels auch eine geeignete Strategie finden, Streaming optimal zu nutzen.
      Wenn du Musik und Filme gesagt hättest, dann wäre ich bei dir. Aber bei Hörspielen?
      Das kann sich nur rechnen wenn die Anzahl der "Clicks" entsprechend hoch ist. Da aber das Angebot noch zu hoch ist, kann es wie bereits aufgeführt, nur durch eine Schrumpfung des Angebotes langfristig zum Erfolg führen.

      Beim Streaming kann es nur die Masse machen. Und genau die ist es die bei Hörspielen eben fehlt.




      Markus G. schrieb:

      Darum schrieb ich ja “Nordic Walking ist ein geniales Beispiel“, sehe es nämlich genau so

      Das Thema "Nordic Walken" kann man aber nicht mit Hörspielen vergleichen, denn da bildet sich ein Industrie um eine natürliche Fähigkeit des Menschen, das gehen.

      Hörspiele wären in dem Vergleich quasi der linke Stock fürs Hören. Denn um die natürlichen Fähigkeiten des Menschen ist es immer relativ einfach eine Industrie herum zu entwickelt.

      Es geht meist darum die Sinne und Empfindungen des Menschen anzusprechen. Sei es ein Pulli gegen Kälte, ein Brot gegen Hunger, etc.

      Ein Hörspiel ist aber quasi nur ein kleiner Baustein von Vielen, der in der (Unterhaltungs-) Industrie gemacht wurde um einen Sinn (Hören) bzw. einige Empfindungen (Langeweile, Ablenkung etc.) zu befriedigen.

      Das Hörspiel steht aber mit zu vielen anderen Angeboten in Konkurrenz für das Hören und die damit verbundenen Empfindungen.

      Und selbst in der kleinen Sparte der Hörspiele, muss man ja das Ganze noch weiter aufspalten in Serien, Reihen, Einzelhörspiele etc. Und da fahren die meisten Label ihre ganz eigene Strategie.

      Einer der wenigen Punkte bei dem man "Nordic Walken" mit Hörspielen vergleichen kann, ist das Beides von Aussenstehenden oftmals belächelt wird.
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      @Ben Kenobi: Die Zukunft wird es zeigen wer recht hat. Aber für mich ist eines klar. Man muss andere Wege bestreiten, den Blick über den Tellerrand wagen und auch sein "Denken" entsprechend der heutigen Zeit anpassen, wenn man aus dieser Nische ausbrechen möchte. Denn sonst wird man weiterhin nur eine kleine Nische von uns Kassettenkindern bedienen. Denn eines ist für mich sicher, die nostalgisch geprägte Hörspielbranche wird die Welt da draußen nicht "verbiegen können", sodass sich die Welt an die Hörspielbranche anpasst und wieder "back to the roots" geht. Die Welt dreht sich weiter, mit oder ohne Hörspiel.
      Die Frage lautet "Wie bekommt man das Hörspiel aus der Nische". Es wird meiner Meinung nur dann gehen, wenn die Hörspielbranche die neuen Medien, die neuen Trends, die neuen Techniken und die neuen Freizeitverhaltensweisen annimmt und versucht hier Fuss zu fassen. Ansonsten verliert man die "vielen noch nicht Hörspielhörer" und auch viele "noch immer Hörspielhörer" an andere Freizeitaktivitäten, die sich mit der modernen Welt mit drehen.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Ben Kenobi schrieb:

      Einer der wenigen Punkte bei dem man "Nordic Walken" mit Hörspielen vergleichen kann, ist das Beides von Aussenstehenden oftmals belächelt wird.
      Ich belächele die Nordic Walker nicht nur, ich verspotte sie auch :spott: =) Das finde ich so lächerlich, daß ich sprachlos bin. In dem Zusammenhang empfehle ich auch das "Walker-Hasser-Manifest" ein Hörbuch an dem ich einfach nicht vorebeigehen konnte. :hrhr: Aber ich schweife ab, zurück zum Thema:

      Meiner Meinung nach bekommt man das Hörspiel nur durch Vorleben aus der Nische. :schulter: Will heissen: Eltern sollten statt vor der Glotze zu sitzen, lieber mal ein HSP hören, so wie Markus das immer mit Pia macht. Nur wenn das Kind den (Höhr)Wert selbst erfährt, wird es das Medium auch mögen. Und damit meine ich nicht nur die Kinderzeit, sondern auch das Jugend- und Erwachsenenalter. Ich denke, wenn es für jemanden vollkommen normal ist, statt einem Film auch mal ein Hörspiel zu hören, dann erfährt das Medium auch die gebührende Akzeptanz. Es ist doch immer noch so, daß Hörspiele, genau wie Comics, immer noch als reine "Kinderunterhaltung" angesehen werden. :schulter:
      Es wurde ja schon in dieser Diskussion angesprochen: der Preis ist eine der größten Herausforderungen. Ein Hörspiel zu produzieren kostet wirklich ein kleines Vermögen (wenn man es ordentlich machen will ;) ) und im Vergleich zu Filmen sind die Audioproduktionen eigentlich viel zu billig auf dem Markt. Leider, leider führen höhere Preise aber auch schnell zur Kaufunlust, so das von der allgemeinen Käuferschicht dann eben doch lieber zu einer "kostengüstigeren" Produktion gegriffen wird. Wenn überhaupt. Viele warten inzwischen ja regelrecht auf die Streamingangebote und geben sich auch damit zufrieden. Ich bin halt alte Schule und möchte gerne einen phsyischen Gegenstand für mein Geld bekommen, ein Download zählt für mich nicht. Es macht mir Freude meinen Blick über die Sammlung schweigfen zu lassen und mich dann ganz bewusst für ein Hörspiel zu entscheiden. Das wird dann richtig zelebriert, mit Cover ansehen und dem Studium der Sprecherlisten bzw. Produktionsdaten. Mit anderen Worten: ich bin stolz auf meine Sammlung und freue mich dann auch immer, wenn mich ein Besucher darauf anspricht. Allerdings ist die Reaktion immer die gleiche: Hörspiele? Ich dachte das wären Musik-CDs? :aechz: Und natürlich wundern die sich dann, daß ich mich immer noch mit "Kinderkram" abgebe. Da kann ich noch so sehr darauf hinweisen wieviele gute HSPs für Erwachsene es gibt, die meisten wollen es nicht mal ausprobieren udn schlagen mein Angbot, ihnen mal ein Hörspiel zu leihen, dankend ab. :pipi:
      @Ben Kenobi hat ja schon das Argument des "Überangebots" gebracht und in gewisser Hinsicht stimme ich dem auch zu, allerdings glaube ich nicht, daß man mit einem verringerten Angebot mehr oder gar neue Fans gewinnen wird. Ich halte diese Streaminggechichte ja eh für einen großen Fehler der Labels, vor allem, wenn der Stream noch vor der CD erscheint. :vogel: Ist doch klar, daß bei der "Geiz ist geil" Mentalität die CD dann nur noch in den seltensten Fällen gekauft wird.

      Was also ist zu tun und wo könnte / sollte man mehr machen?
      1. Unbedingt auf der Buchmesse vertreten sein, um den "Leser" als zusätzlichen Konsumenten anzusprechen bzw. die "Seriösität" des Produktes zu unterstreichen.
      2. Mehr Hörspielmessen organisieren bzw. dort vertreten sein. Es gibt beinahe jeden Monat eine Filmbörse, aber nur einmal im Jahr eine Hörspielbörse. Das ist definitv zu wenig!
      3. Begleitende und medienübergreifende Massnahmen, wie zB. breit angekündigte Gewinnspiele, Zeitungs/Webartikel über anstehende "Liveaufführenugen" und Anzeigenschaltung bei genrefremden Zeitschriften wie beispielsweise Brigitte oder ähnlichen Publikationen.
      4. In Kindergärten ist es ja teilweise noch üblich den Kleinen mal ein Hörspiel einzulegen, aber es wäre schöner und dem Medium HSP zuträglicher, wenn dies auch in den weiterführenden Schulen geschehen würde. Die HSP-Adaption von diversen "Klassikern" die im Unterricht durchgenommen werden, wie "Herr der Fliegen"oder jüngst "Macbeth" würden sich doch dafür geadezu anbieten. Da könnte man dann sehr schön die Unterschiede zur literarischen Vorlage herausarbeiten etc.

      Meine 2 Cents.

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      Na, was das Anwerben des Nachwuchses angeht, kann ich nur sagen: Mission erfüllt. =) Mein Sohn hört mittlerweile deutlich mehr als ich. Das Hörspiel ist für ihn dem Fernsehen gegenüber mindestens ebenbürtig, aber klar!, wenn er Lust auf seine heißgeliebte Sendung mit der Maus hat, dann kann da kein Hörspiel gegen anstinken. Andersherum verhält es sich aber auch, wenn eine neue Folge DDF Kids, Drache Kokosnuss oder Der kleine Vampir in seine Hände gelangt.
      Ob das weiter trägt, wenn er älter ist, wird man sehen. Aber durch mich wird das Medium immerhin nicht völlig unsichtbar werden können. Mag also durchaus sein, dass das abfärbt.

      Was die Maßnahmen angeht, würde ich auch noch hemmungsloses Trittbrettfahren empfehlen: Wenn ich mir zB die neue Insel-Krimi-Reihe von @Contendo in den Buchhandlungen der Republik neben den Stapeln klassischer Urlaubslektüren vorstelle, vielleicht sogar mal irgendwann die ersten Folgen (zeitversetzt) zur Urlaubszeit als Appetizer bei einem Riesen wie Aldi o.ä., dann könnte man, denke ich, eine unglaubliche Reichweite erzielen. Ob das dann dauerhaft bindet, weiß ich nicht. Aber man könnte ein vorhandenes Interesse ausnutzen, und in diesem Fall hätte das Hörspiel sogar einen Vorteil ggü. dem Buch: Es lässt sich faul in der Sonne liegend leichter konsumieren. =)

      Und so könnte man auch bei anderen Reihen, Serie und Einzelhörspielen schauen, wo man mit Werbung jeglicher Art vielleicht auch die erreicht, die ähnlich gelagerte Interessen haben, ohne dies bisher mit Hörspielen in Verbindung gebracht zu haben. Einen Versuch wäre es immerhin wert.

      Übrigens: Dass man das Beispiel mit dem Nordic Walking nicht eins zu eins auf das Hörspiel übertragen kann, versteht sich von selbst.
      Es ging ja auch eher darum, aus etwas eher Unspektakulärem einen Trend zu generieren und damit dann eine Vielzahl von Leuten zu gewinnen, die vor dem Trend mit Vergleichbarem nichts am Hut hatten.

      In beiden Fällen geht es darum, etwas Beworbenem zu einem neuen Image zu verhelfen und damit Menschen dazu zu bringen, ihre doch grenzenlose Bequemlichkeit zu überwinden
      Beim Kochen verhält es sich ebenso.

      Natürlich darf man so einen Trend nicht gegen die Bedürfnisse und die Bequemlichkeit des einzelnen kreieren, aber man muss dort, wo es ein wenig mehr Aufwand, Anstrengung und Konzentration erfordert, auf der anderen Seite einen Mehrwert aufzeigen und glaubhaft vermitteln - einen Nebengewinn, der die Mühe lohnt und vielleicht sogar noch im Austausch mit anderen positive Wertschätzung nach sich zieht.

      Walking ist anstrengend, man muss vom Sofa runter...
      ...aber ich tue jetzt etwas für meine Gesundheit, teibe Sport, tue etwas für mich, halte mich fit!

      Gesunde Ernährung und Kochen sind mühsam, zeitaufwendig und gehen ins Geld...
      ...aber ich führe meinem Körper gesunde Sachen zu, beweise Kultur und unterstütze damit vielleicht sogar regionale und nachhaltige Landwirtschaft.

      Was könnte ein guter Werbestratege Vergleichbares für das Hörspiel kreieren. Das ist meine Frage. Gäbe es da etwas?

      Die Fortführung von Kino- oder Fensehreihen, die sich in den jeweils anderen Medien nicht mehr rechnen, bezogen auf den Hörspielmarkt aber noch über eine ausreichend große Konsumentenzustimmung verfügten, wäre einer der Ansätze, den man in dieser Richtung verfolgen könnte.
      In dieser Hinsicht war der Platingedanke mit Akte X gar nicht mal schlecht. Eine solche Idee hätte durchaus Potential, denke ich - vor allem wenn es gelänge, all die alten Freaks zu erreichen. Es müsste aber, wie ich schon mal schrieb, mehr dabei herauskommen als eine oberflächliche Übernahme der Sprecher und Figuren. So etwas erfordert Qualität. Sonst fällt alles in sich zusammen. Und verunmöglicht ähnliche Versuche für die Zukunft (so wie es mit Poe und Burns bei der episch angelegten Mystery-Serie der Fall sein dürfte).
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      Markus G. schrieb:

      Denn eines ist für mich sicher, die nostalgisch geprägte Hörspielbranche wird die Welt da draußen nicht "verbiegen können", sodass sich die Welt an die Hörspielbranche anpasst und wieder "back to the roots" geht. ...
      Das nicht @Markus G. , aber man könnte die damaligen erfolgreichen Konzepte auf die heutigen, veränderten Vorrausetzungen
      (ein-) bzw. anpassen.
      :D
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      MonsterAsyl schrieb:

      Will heissen: Eltern sollten statt vor der Glotze zu sitzen, lieber mal ein HSP hören, so wie Markus das immer mit Pia macht. Nur wenn das Kind den (Höhr)Wert selbst erfährt, wird es das Medium auch mögen. Und damit meine ich nicht nur die Kinderzeit, sondern auch das Jugend- und Erwachsenenalter.
      Das vorleben klappt aber nur bis zu einem gewissen Alter, denn so ca. ab 14 Jahren ist da dann Schluss mit Lustig. Die Kids machen da eher genau das Gegenteil von dem was man ihnen vorlebt.

      Ich höre Hörbücher und Hörspiele, meine Frau liest... Die Kids kriegen schon die Krise wenn der Handy-Akku mal nur noch auf 5% ist. Da ist es nicht so einfach mit dem "vorleben".



      Hoerspiel-Mike schrieb:

      Das nicht @Markus G. , aber man könnte die damaligen erfolgreichen Konzepte auf die heutigen, veränderten Vorrausetzungen
      (ein-) bzw. anpassen.
      Was war denn das damalige "Erfolgskonzept" ? Es gab vielleicht 3-4 Hörspiele im Monat die auf den Markt kamen. Man musste teils Kilometerweit radeln um zu einem Laden zu kommen, der den "Neusten Stoff" hatte und dann wurde stundenlang gehört und wenn möglich zeitgleich kopiert.


      Heute sind es mindestens 30-40 Hörbücher und Hörspiele die jeden Monat auf den Markt kommen, die man faul vom Sofa aus bestellt oder gleich streamt.

      Und man darf dann nicht ausser Acht lassen, "wir hatten ja damals nicht viel" war da eine Tatsache. Wer einen Kassetten-Player oder gar Rekorder auf seinem Zimmer hatte war der King. Heute wird man quasi ausgelacht wenn das Handy nur 16 GByte Speicher hat.

      Man kann die Erfolgsrezepte nicht einfach kopieren oder anpassen, denn die Voraussetzungen sind völlig Andere.

      Denn was sich als Erstes ändern müsste, das wäre die Mentalität das gute Produkte auch gutes Geld kosten müssen. Das klappt in Deutschland nicht mal bei Lebensmitteln, nur bei angeblichen Status-Symbolen z.B. mit angefressenem Obst drauf klappt das komischerweise. Nur werden Hörspiele diesen Status leider nicht annähernd erreichen.

      Für unsere Generation mögen sie sogar teils Kult sein, aber für andere Generationen sind es leider nun mal andere Sachen die Kultstatus erreichen.
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      @Ben Kenobi: Was wäre denn Dein Vorschlag das Hörspiel aus der Nische zu führen?
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Würdet Ihr eine Musik-CD kaufen, von der Ihr relativ sicher seid, dass Ihr sie nur 1x, höchstens 2x hört und sie sonst nur im Regal steht?

      Eher nicht, nehme ich an. Aber bei Hörspielen scheint das in der Szene durchaus gängig zu sein. Deswegen macht es anscheinend gerade bei Serien auch nichts aus, wenn einzelne (oder auch viele) Folgen richtig schlecht geschrieben oder produziert sind, denn -- siehe oben -- hört man ja eh nur 1x, und den Rest der Zeit steht es im Regal, damit das Sammlerherz seine Freude hat.

      Jenseits der Sammler haut das aber nicht hin. Wer da miese Qualität vorgelegt bekommt, lässt die Serie stehen, möglicherweise wendet er oder sie sich vom Erwachsenenhörspiel gleich ganz ab.

      Meine 2c zu dieser Diskussion: wenn mal ein guter Schuss mehr Vollkorn in die Backmischung kommt, schmeckt das Ergebnis gleich besser. Ein Weg aus der Nische kann auch sein, Hörspiele so zu produzieren, dass man sie gerne 5x oder 10x hören will.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.
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      @Ben Kenobi

      Ich meinte mit damaligen Erfolgsrezept, etwas anderes. Aber sorry das "Fass" mach ich jetzt hier nicht auf.
      Markus G. weiß was ich meinte , da wir schon einige Dialoge darüber führten. Es sprengt hier jetzt auch den Rahmen.

      Aber kann es sein das ich bei dir manchmal eine "Preis-Wut" heraushöre. Wäre eine Lösung für dich, einfach die Preise
      zu senken, sprich eine ca. 1 CD zum selben Preis wie den Stream anzubieten?

      Irre ich mich da , oder hat mir meine Interpretation hier einen Streich gespielt? Wenn es so ist könnte man ja auch in
      diese Richtung mal das "Für und Wider" diskutieren! :]
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      @Fader: Das Problem liegt aber mMn nicht darin, dass alle meine Freunde Hörspiele getestet habe und auf Grund der minderen Qualität zum Schluss gekommen sind, Hörspiele bieten nur schlechte Geschichten und schlechte Unterhaltung und schlechte Qualität sondern sie machen nicht einmal den Schritt zum testen und probieren. Man muss also einen Schritt davor den Hebel ansetzen, nämlich wie bringe ich die Nichthörer zum ausprobieren. Die Qualität kommt erst dann zum tragen, wenn man sich entschlossen hat Hörspiele zu hören. Abgesehen davon gibt es auch bei den aktuellen Nichthörspielhörern nicht nur Feinschmecker, die nur die beste Qualität hören wollen. Denn ansonsten würde sich auch in den anderen Freizeitbereichen wie Games, Kino, TV, Bücher oder Sport nur qualitativ Hochwertiges durchsetzen. Dem ist aber gar nicht so. Der Massenmarkt ist voll von Durchschnittlichem, das erfolgreich ist.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Markus G. schrieb:

      @Ben Kenobi: Was wäre denn Dein Vorschlag das Hörspiel aus der Nische zu führen?
      Wenn ich da ein funktionierendes Konzept entdecken würde, dann wäre dieses eine zu patentierende Geschäftsidee.
      Aber ich hatte meine Lösungsmöglichkeit ja bereits kund getan. Die Hörspiel-Szene und Label quasi kaputt gehen lassen, damit man sich neu aufbauen kann.

      Hoerspiel-Mike schrieb:

      Aber kann es sein das ich bei dir manchmal eine "Preis-Wut" heraushöre. Wäre eine Lösung für dich, einfach die Preise
      zu senken, sprich eine ca. 1 CD zum selben Preis wie den Stream anzubieten?
      Nein, Preiswut kann man es nicht nennen, es müsste sich eben für Käufer von haptischen Medien und auch von Downloads wieder lohnen. Im Moment werden die meisten Sachen Zeitgleich zum Verkauf in den Streamingportalen umsonst angeboten.
      Es ist schon klar was man damit bekämpfen will, aber ob man da wirklich den dementsprechenden Nutzen hat?
      Denn dadurch fehlt nicht nur das Geld von denen die wahrscheinlich eh nie kaufen würden und die Käufer wandern ggf. auch noch ab.




      Hoerspiel-Mike schrieb:

      Irre ich mich da , oder hat mir meine Interpretation hier einen Streich gespielt? Wenn es so ist könnte man ja auch in
      diese Richtung mal das "Für und Wider" diskutieren!
      Das wäre im Beitrag einer "Bestandsaufnahme" den jetzigen Ist-Bestandes sicher von Nöten.
      Bevor man etwas ändern will, sollte man doch erst einmal feststellen was man ändern will und warum.

      Denn die Frage "Wie das Hörspiel aus der Nische führen" stellt ja eigentlich schon die Behauptung auf das die Nische da ist.
      Und wenn diese Nische da sein sollte, dann sollte man die Frage stellen, ist es für die Käufer auch eine Nische oder nur für die Hersteller.

      Denn wenn es eine Nische nur für die Hersteller ist, dann muss man eigentlich einfach nur zusehen, das man nicht mehr in diese Nische gibt, damit sie nicht überläuft.

      Das Angebot an Hörspielen ist nämlich da, die werden von der Nische der Hörspielhörer auch entsprechend angenommen. Das Problem ist doch aber das man gar nicht soviel kaufen kann wie auf den Markt kommt. Und da kommt das Problem für die Hersteller, es kommt nicht genug Geld in die Kasse. Zumindest nicht für Alle. Folglich bleiben die kleinsten und schwächsten von Ihnen oft auf der Strecke. Oder sie gehen Fusionen ein. Das ist bei einigen Labeln ja auch schon angekommen. Nur scheint es dann wieder Label zu geben die das nicht blicken, und dann wild die "Beleidigungskeule" auspacken gegen potentielle Käufer und Mitbewerber.

      Da greift halt ein Zahnrad ins Andere. Und wenn es irgendwo klemmt, dann steht oft leider die ganze Maschinerie.
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      Markus G. schrieb:

      Denn ansonsten würde sich auch in den anderen Freizeitbereichen wie Games, Kino, TV, Bücher oder Sport nur qualitativ Hochwertiges durchsetzen. Dem ist aber gar nicht so. Der Massenmarkt ist voll von Durchschnittlichem, das erfolgreich ist.
      Das ist der Nischenmarkt der Hörspiele auch. Nur ist die Nische halt zu voll.
      Da gibt es nur zwei Wege, die Nische vergrössern oder die Füllmenge verringern.
      Ersteres ist schwer, zweiteres eigentlich recht einfach. Aber den Weg will halt keines der Label gehen.
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      Ben Kenobi schrieb:

      Die Hörspiel-Szene und Label quasi kaputt gehen lassen, damit man sich neu aufbauen kann.
      Die Szene bräuchte eigentlich nicht kaputt gehen, denn wenn diese Basis auch wegfällt, dann wird es noch schwieriger Haptische Medien an den Mann/Frau zu bringen, denn dass sind in erster Linie die Sammler, die noch bereit sind viel Geld in die Hand zu nehmen und zu kaufen. Auch wenn sich die Szene bisweilen wie ein Haifischbecken benimmt. Ob die Branche und die Labels "schrumpfen" sollte? Ja, wenn man weiterhin Nische bleiben möchte, denn dann wird der haptische Hörspielfan nicht mehr die Qual der Wahl haben sondern wohl alles kaufen was erscheint und dass wird wenig sein. Dass hatten wir schon Mitte der 90iger als CDs noch nicht von den Kassettenkindern wie mir angenommen wurden und wir weiterhin brav auf MC sammeln und hören wollten. Aber aus der Nische wird man so nicht mehr raus kommen. "Neu aufbauen" liest sich aber grundsätzlich gut. Ich würde dazu noch schreiben "neu positionieren". Mit der CD und Labels wie MARITIM und LÜBBE, dazu Serienblockbuster wie John Sinclair kam der Aufschwung. Und dies kann ich mir aktuell mit Audible & HighScore Music samt Download und Streaming auch vorstellen. Aber NATÜRLICH muss sich hier noch einiges ändern. Eine bessere VÖ-Strategie (zuerst CD und Download, nach einem Jahr Streaming als Zweitverwertung, die dafür noch Jahre nach VÖ Geld einspielen kann, was die CD nicht schafft, weil nach 5 Jahren fast niemand mehr die CD kaufen will/kann) wie von MonsterAsyl richtig bemerkt, eine bessere Entlohnung für Hörspiele bei Streaming, wie Ben Kenobi richtig schreibt, bleibt zu wenig für die kleinen Labels/Verlage übrig, vielleicht sollte man weg von Endlosserien, hin zu knackigen Mini-Serien oder Serien mit Staffelcharakter, bei denen man auch zwischendrin einsteigen kann und natürlich sollte man auch, ähnlich wie es Audible macht, nicht nur 0815 Hörspiele machen sondern mit neuen Serienformaten abseits vom Jugendkrimi, Groschengrusel und Sherlock Holmes, wie wohl von Fader angedeutet, dann wäre man wahrscheinlich konkurrenzfähiger.

      Aber vielleicht sorgt das Streaming ohnehin für ein gesund schrumpfen weil nur mehr die großen Verlage und Labels aktuell vom Streaming überleben können. Das fände ich aber sehr schade. Schöner fände ich es wenn man gemeinsam mit den Medien wächst und auch CD und Download in der Zukunft noch eine Bedeutung haben wird.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Zitat:Ben Kenobi..."Die Hörspiel-Szene und Label quasi kaputt gehen lassen, damit man sich neu aufbauen kann..."

      Ok, sorry für meinen leichten Zynismus , ab hier fällt nur noch folgendes ein :


      :aufgabe: :winke: :wech:


      Nichts für ungut :smile: ! Aber "Thread-eröffner @Hardenberg" bitte übernehmen Sie :)

      Leute der Humor zwischendurch darf ja auch nicht zu kurz kommen ....
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      Markus G. schrieb:

      Schöner fände ich es wenn man gemeinsam mit den Medien wächst und auch CD und Download in der Zukunft noch eine Bedeutung haben wird.
      Es gäbe ein Möglichkeit, aber die wäre politischer Natur. Und zwar wenn die ÖR nur noch über Ausschreibungen agieren dürften.
      Sowohl bei Fernsehsendungen, wie auch im Hörfunk. Aber leider ist das Utopie, denn die sehen zu das sie sich selber auf Kosten der Allgemeinheit versorgen.
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      @Hoerspiel-Mike Ich denke Ben Kenobi meint die Hörspielbranche und nicht die Szene der Hörspielfans, die sich in Foren, Facebook oder Veranstaltungen wie Hörmich trifft.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Markus G. schrieb:

      @Fader: Das Problem liegt aber mMn nicht darin, dass alle meine Freunde Hörspiele getestet habe und auf Grund der minderen Qualität zum Schluss gekommen sind, Hörspiele bieten nur schlechte Geschichten und schlechte Unterhaltung und schlechte Qualität sondern sie machen nicht einmal den Schritt zum testen und probieren. Man muss also einen Schritt davor den Hebel ansetzen, nämlich wie bringe ich die Nichthörer zum ausprobieren. Die Qualität kommt erst dann zum tragen, wenn man sich entschlossen hat Hörspiele zu hören. Abgesehen davon gibt es auch bei den aktuellen Nichthörspielhörern nicht nur Feinschmecker, die nur die beste Qualität hören wollen. Denn ansonsten würde sich auch in den anderen Freizeitbereichen wie Games, Kino, TV, Bücher oder Sport nur qualitativ Hochwertiges durchsetzen. Dem ist aber gar nicht so. Der Massenmarkt ist voll von Durchschnittlichem, das erfolgreich ist.
      Ich habe es aber schon mehrfach erlebt, dass ich Leute mit Hörspielen angefixt habe, die dann selbst shoppen gegangen sind und die den Elan wieder verloren haben, weil ihnen die Qualität zu mau und zu "meh" war. Ein paar wenige kamen dann und haben um weitere Tipps gebeten, da sie den Überblick nicht hatten. Die meisten ließen es aber bei der Negativerfahrung bewenden.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.

      Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, d.h. man darf sie kostenlos nutzen.
      Allerdings ist sie nicht Open Source, d.h. man darf sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.