Info Mehr Opium fürs Volk! - Wie bekommt man das Hörspiel aus seiner Nische?

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      Hardenberg schrieb:

      Gerade erst ist es gelungen, Axel Milberg als Erzähler für DDF zu gewinnen.
      Axel Millberg ist schon seit über 10 Jahren als Sprecher im Bereich Hörbücher tätig. Und es ging dir um Namen wie Elyas M'Barek und Matthias Schweighöfer, welche bei der Zielgruppe 14 - 30 angesagt sind. Das ist der Bereich in dem Hörspiele "kaum ein Rolle spielen" und da die Top Star zu bekommen ist total unrealistisch. Denn da geht es um viel Geld und das kann man nun mal mit Hörspielen nicht wirklich verdienen.


      Hardenberg schrieb:

      Ebenso wie den Vergleich mit der Band auf der Geburtstagsparty. Was hat das mit dem Thema zu tun?!
      Das Leute versuchen ihren Marktwert zu halten, denn da sich Sprechrollen in Hörspielen oder Geburtstagspartys sicher nicht das obere Ende der Nahrungskette.
      Und ich stelle mal ganz frech die Behauptung auf das selbst Oliver Rohrbeck von seiner Sprecherrolle als Justus alleine nicht existieren könnte.




      Hardenberg schrieb:

      Und dieser Art, selbst nichts oder nur sehr wenig Konstruktives in eine Diskussion einzubringen, sondern sich hauptsächlich darauf zu beschränken, die Gedanken anderer aufzugreifen und mit Zweizeilern negativ bzw. diskreditierend zu kommentieren, ohne inhaltlich wirklich auf sie einzugehen, wie sie ja in Foren gang und gäbe ist, versage ich mich an dieser Stelle.
      Das hat nichts mit diskreditieren zu tun, sondern damit eine Sache realistisch zu betrachten.
      Um etwas zu bewirken müssten man sich zusammen tun und viel Geld in die Hand nehmen.
      Zusammentun ist teilweise völlig Utopisch und warum sollten dann Leute die sich zusammenschliessen etwas für Mitbewerber tun welche dann die Früchte der Anderen ernten?
      Und Geld hätten die Großen der Branche und die machen wenn dann Werbung in erster Linie für ihr Produkt und dann vielleicht auch für das Medium Hörspiel in zweiter Linie.

      Ich hatte ja bereits ja einige Plattformen für Hörspielwerbung aufgezählt, stellt sich mir die Frage: Was willst du denn noch?
      100 Werbespots täglich im Hartz4 TV. Das würde wohl wenig Sinn machen, denn man braucht potente Käufer um etwas zu verkaufen und Hörspiele kaufen ist für die Schicht wahrscheinlich purer Luxus.
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      Das mit dem "realistisch" sehen, ist wohl bis zu einem gewissen Teil ähnlich subjektiv, wie ob einem ein Hörspiel gefällt oder nicht. Und die "Prämisse es müssten alle Labels zuerst einmal sterben um danach wieder von vorne beginnen und das Hörspiel zu alter Größe aufbauen zu können" ist in meinen Augen unrealistischer (weil es niemals passieren wird), wie wenn man sich erhofft, dass sich alle Labels zusammen tun und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Davon ab ist es immer spannend sich Visionen, die vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so realistisch sind, zu widmen und sich mit diesen "was wäre wenn" Situationen zu befassen. Spekulieren gehört zu einem Forum genau so dazu wie diskutieren.

      Betreffend einem geeigneten Testimonial wäre es interessant wenn sich jemand aus einem ganz anderen Bereich der Freizeit massiv für das Hörspiel einsetzen würde. Natürlich scheitert es am lieben Geld. Wenn "unser" Marcel Hirscher in Österreich für die Raiffeisenbank Werbung macht, dann wird diese Bank plötzlich von sehr vielen Sportfans wahrgenommen und einige wandern deshalb zur RAIKA über. Was wäre wenn plötzlich ein sehr beliebter deutscher Sportler oder eine sehr beliebte Sängerin über einen gewissen Zeitraum Werbung für Hörspiele machen würde. Plötzlich würden Sportfans und Fans dieser Sängerin auf Hörspiele aufmerksam und würden gegebenenfalls auf Grund des "Personenkults", dass ja überall Einzug gehalten hat und viele von uns wie die Lemminge unseren Vorbildern nacheifern lässt, auch mal ein Hörspiel probieren. Genau nach diesem Muster operieren ja sehr viele Firmen. Da müsste einfach mal einer einen solchen Star kennen und ihn bitten sich für dieses Medium einzusetzen. Blauäugig - JA. Unrealistisch - JA, aber es wäre schön und es wäre einen versuch wert ob das Hörspiel davon profitieren würde.

      Zum Thema Streaming möchte ich noch einmal erwähnen, Hardenberg hat dies ebenfalls schon aus meiner Sicht richtig geschrieben, dass Streaming für Labels eine wunderbare Möglichkeit zur Zweit- oder Drittverwertung ist. Plötzlich hat man, wie Haggi schreibt, auch Jahre nach der VÖ eines Hörspiels (mit dem man sonst fast kein Geschäft mehr machen kann) die Chance 2000€ im Jahr zu verdienen. Das ist nicht viel. Aber es ist ein Zusatzbrot und man kann "altes Potential" wieder nützen. EUROPA wirft gerade alle ihre alten Klassiker wie Commander Perkins, Rhodan, Gruselserie, Wallace usw. auf den Streamingmarkt. Die wissen schon warum. Ein leicht verdientes Geld. Würden sie dies nicht machen, dann läge hier Potential brach. Wenn nun Labels gleich zum VÖ-termin Streamingplattformen mit neuen Hörspielen bedienen, dann erschließt sich mir (!) der Grund dafür auch nicht, weil ich denke, dass man damit die eigenen CD-Verkäufe sabotiert. ABER es ist die Entscheidung der Labels und des Vertriebes. Niemand wird dazu gezwungen.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Markus G. schrieb:

      Und die "Prämisse es müssten alle Labels zuerst einmal sterben um danach wieder von vorne beginnen
      Das war garnicht meine Aussage. Ich meinte die Anzahl der Anbieter muss sich erst einmal verringern, das nicht alle komplett die Segel streichen werden, das war dachte ich zumindest, ist logisch.

      Aber viele haben und werden erstmal weiter das Angebot reduzieren oder umstrukturieren.


      Markus G. schrieb:

      Wenn nun Labels gleich zum VÖ-termin Streamingplattformen mit neuen Hörspielen bedienen, dann erschließt sich mir (!) der Grund dafür auch nicht, weil ich denke, dass man damit die eigenen CD-Verkäufe sabotiert. ABER es ist die Entscheidung der Labels und des Vertriebes. Niemand wird dazu gezwungen.
      Verstehen kann ich es auch nur zum Teil, aber wenn man sieht das es im Audio-Bereich inzwischen Gäng und Gäbe ist, kann ich mir nur vorstellen das es da z.B. Vorgaben vom Vertrieb her gibt.



      Markus G. schrieb:

      Wenn "unser" Marcel Hirscher in Österreich für die Raiffeisenbank Werbung macht, dann wird diese Bank plötzlich von sehr vielen Sportfans wahrgenommen und einige wandern deshalb zur RAIKA über.
      Ist das wirklich so? Bei uns in Deutschland gibt es viele Banken und anderen Konzerne die mit Sportlern werben.
      Beispielsweise hat Opel ja versucht gleich mit einer Ganzen Latte auf Promis aus allen Schichten gleichzeitig zu werben.
      Geholfen hat es anscheinend nicht wirklich.

      Und man darf nicht ausser acht lassen, das ja der Vorschlag von @Hardenberg war die gesamte Hörspielbranche zu bewerben. Das ist ein recht utopisches Unterfangen.

      Evtl. wäre es mal interessant zu erfahren in wie weit die Buchmesse oder auch die Hörmich hilft die Akzeptanz der Hörspiele zu stärken.
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      Ben Kenobi schrieb:

      Evtl. wäre es mal interessant zu erfahren in wie weit die Buchmesse oder auch die Hörmich hilft die Akzeptanz der Hörspiele zu stärken.
      Die Hörmich ist eine Hörspielmesse von Hörspielfans für Hörspielfans. So toll diese Veranstaltung auch sein mag. Man wird damit keinen Nicht-Hörspielfan erreichen. Man "feiert" innerhalb der "Nische". Ich selbst war 2008 bei der Hörspielmesse in Hamburg. Eine absolut tolle Veranstaltung, die ich immer sehr gerne in Erinnerung haben werde. Aber auch hier war es so, dass man damit keine neuen Nicht-Hörspielfans erreichen konnte. Auch meine damaligen Gespräche mit Hörspielfans und Labels haben ganz klar aufgezeigt, dass "uns" der "Nachwuchs" fehlt. Simeon hat dies damals sehr schön in meinem Video, das ich als Erinnerung von der Messe gemacht hatte, festgestellt.
      Wie es bei der Buchmesse ist, kann ich nicht sagen. Ich war nur einige Male in Wien bei der Buchmesse. Hier hat AUDIAMO und auch die Hörspielgemeinschaft sehr bemüht die Hörspiele beworben. Hier ist natürlich ein erweitertes Publikum, dass vornehmlich an Belletristik interessiert ist, zu finden. Von daher könnte ich mir durchaus vorstellen, dass solche Messen das "Hörspiel" an sich mit kleinen Erfolgen bewirbt. Ich denke es ist wichtig, dass man hier vertreten ist. Aber leider kommt hier wieder das Problem zu tragen, dass das kommerzielle Hörspiel nicht mit "einer Stimme" spricht, sondern sich einige wie die Verantwortlichen der "Hörspielgemeinschaft" sehr bemühen, Werbung für das Hörspiel zu machen, sie aber insgesamt meiner Einsicht nach zu wenig Rückendeckung von Fans wie Labels haben. Leider kochen in unserer Szene zu viele ihr eigenes Süppchen. Von daher ist Deine Aussage "es ist ein recht utopisches Unterfangen" durchaus richtig. Trotzdem brauchen wir solche Vorreiter und "Kämpfer für das Hörspiel". Auch wenn sie nicht sehr viel erreichen, jeder neue Hörspielfan ist ein Gewinn!
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Markus G. schrieb:

      Die Hörmich ist eine Hörspielmesse von Hörspielfans für Hörspielfans. So toll diese Veranstaltung auch sein mag. Man wird damit keinen Nicht-Hörspielfan erreichen.
      Was sich ja dieses Jahr bereits etwas ändern wird, denn man wird in diesem Jahr wohl auch mit den Star Wars Fans Hannover "The Northern Outpost" in einen Bereich vorstoßen, der ja eigentlich ausshalb des Kernbereiches liegt.

      Hier wäre ja ein Ansatzpunkt zu Kooperationen. Denn wenn sich Nischen zusammen tun, dann kann das positive Synergien bewirken.
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      Coole Sache! Das stimmt auf jeden Fall!
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Mal ganz dumm gefragt:
      gibt es eigentlich Hörspielumsetzungen von Games? Die Verfilmungen von Computerspielen haben einen soliden Zuschaueranteil, sind aber, im Vergleich zu Hörspielen, doch recht teuer.
      Ich bin kein Zocker, aber wenn ich mal überlege, was bei der RPC und GamesCon so über den Ladentisch geht, und an Genres bedient wird ... eigentlich ist das ein bislang vernachlässigtes Potential an modernen Medien.
      Nicht nur für Action und SF: auch für eher witzige Nostalgie-Adventures wie Monkey Island, die von spritzigen Dialogen und skurrilen Begebenheiten leben, könnte ich mir einen Markt vorstellen.
      So eine Lizenz ist erst mal ein finanzieller Aufwand, andererseits, ist eine Lizenz im Buchbereich (mir bekannt für bei Übersetzungen in europäische Sprachen bspw. - wird unter Nebenrechten geführt) mitunter auch schon recht günstig.
      Demnächst in diesem Kino:
      : jo1 : :cop:
      Bodysnatchers of New York
      Audiofassung und E-Book
      Ab 10. August 2017 bei Bastei entertainment
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      Danke @Ben Kenobi

      Was die Preise angeht, kann sein, geschenkt bekommt man die sicher nicht. Andererseits haben internationale Firmen Hörspiel-Lizenzen nicht unbedingt auf dem Schirm (das Hsp als eigenständige Kunstform ist ja besonders stark im deutschsprachigen Bereich vertreten). Daher kann seitens des Lizenzgebers das zu unangemessen hohen Erwartungen führen, oder im Gegenteil für den Lizenznehmer ein Schnäppchen werden - je nachdem.
      Aber nachdem diese Nische nun ja beackert wird, muss man sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.
      Demnächst in diesem Kino:
      : jo1 : :cop:
      Bodysnatchers of New York
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      Ab 10. August 2017 bei Bastei entertainment
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      Grundsätzlich keine schlechte Idee Hörspiele zu Videospielen zu machen. Es gibt einige wenige. Zu den oben erwähnten, fällt mir noch Black Mirror 1 und 2 ein. Zum legendären Monkey Island hat ein Freund von mir eine geniale Hörspielunsetzung im Hobbybereich gemacht.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
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      Linda schrieb:

      Aber nachdem diese Nische nun ja beackert wird, muss man sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.
      Nunja, die Hörspiele zu "Black Mirror" (die ich recht gut fand und immer mal wieder höre, denn ich mag auch die Games sehr!) gibt es bereits seit 2009, danach kam, insgesamt gesehen, nicht mehr viel.
      Von großartigem "Beackern" konnte man jedenfalls nicht wirklich reden.
      Ich würde das eher als "hin und wieder" bezeichnen.
      Und ich kann mir auch nicht vrostellen, dass sich das großartig ändern wird.
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      Linda schrieb:

      das Hsp als eigenständige Kunstform ist ja besonders stark im deutschsprachigen Bereich vertreten
      Deutschland ist schon stark, aber der englischsprachige Anteil ist nun mal alleine schon aufgrund der Verbreitung der Sprache wesentlich stärker.

      Alleine im Public Domain Bereich schlägt der uns um Längen.

      The Audiodrama Directory




      Linda schrieb:

      Daher kann seitens des Lizenzgebers das zu unangemessen hohen Erwartungen führen, oder im Gegenteil für den Lizenznehmer ein Schnäppchen werden - je nachdem.
      Starke Marken die viele ansprechen könnten, wären sicher dementsprechend teuer. Denn die wissen ja um ihren Wert.
      Low Budget Spiele bekommen leider Recht selten auch Kultstatus. Und wenn dann wird die Lizenz wieder teuer.

      Auch Hörspiele zu Filmen könnte man ja relativ einfach realisieren, wird aber auch kaum gemacht. Hier vermute ich die Akzeptanz sprich Verkaufszahlen sind hier zu gering.

      Was schön wäre wenn man zu jedem Film eine Version mit Erzähler bekommen könnte, um z.B. im Auto als Fahrer nicht auf den Bildschirm schauen zu müssen. Aber das wird bald ja mit den Autonomen Fahrzeugen auf möglich werden, das der Fahrer visuelle Ablenkung nutzen kann. Für Hörspiele auch wieder ein Negativ-Trend.