Info Mehr Opium fürs Volk! - Wie bekommt man das Hörspiel aus seiner Nische?

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    • Cherusker schrieb:

      Wirkt man cool wenn man das Image hat "der hört Hörspiele" ? Ich glaube im Moment leider wohl nicht.
      Hm, na, "cool" (oder damals wohl eher "geil" ;) ) war es aber auch schon in den 80ern nicht mehr, wenn man als Teenager Hörspiele hörte. ;)
      Das Image hatte dieses Hobby, zumindest meiner Meinung nach, noch nie so wirklich.
      Das Beispiel, was @Audioromane in seinem Post nennt, traf z.B. voll auf mich zu, okay, nicht bezüglich "Bibi und Tina" =) , aber auch ich hätte mit 15 eigentlich gern noch weiter gehört, "DDF" oder "Edgar Wallace" u.ä., aber meine gleichaltrige Umgebung fand das ja so öde...also habe ich mich angeschlossen, der "Gruppenzwang" war halt stärker.

      Es gibt natürlich derzeit noch Kinder, die sehr gern hören und darüber sprechen möchten.
      So erzählte mir vor noch nicht langer Zeit meine zukünftige Schwägerin (arbeitet als Erzieherin mit sozial benachteiligten Kindern), einer ihrer Jungs (10 Jahre) rede ständig über seine heißgeliebten Star Wars-Hörspiele, ob nun einer zuhöre oder nicht. :bla2:
      Und bei dem handelt es sich um ein Kind, dessen Eltern die Leidenschaft gar nicht fördern, die, im Gegenteil, an dem Kleinen kaum interessiert sind.
      Er hat irgendwie zu dem Hobby gefunden, für ihn ist es eine Möglichkeit, sein recht unschönes Leben ein bisschen phantasievoller zu machen, lesen kann er nur schlecht, fällt also flach, "kostspieligere" Freizeitbeschäftigungen sind nicht drin, ebenso wie ein Smartphone.
      Im Fall von MoAs' Neffen (12 Jahre) sehen die familiären Rahmenbedingungen zwar komplett anders aus, aber auch er hört (noch...) gern und recht viel.
      Er hat sogar einen Lehrer, der seinen Schülern auf Wunsch - und so diese als ordentlich bekannt sind - seine eigenen Hörspiele ausleiht.
      Das Thema ist da also durchaus im Gespräch und findet Resonanz.
      Wie es bei diesen beiden "Beispiel"-Kindern in ein paar Jahren aussieht, ist natürlich fraglich, denn die "richtigen" Teenagerjahre kommen da ja erst noch.
      Und um dann - bei all den audiovisuellen Möglichkeiten ;) - die ein Jugendlicher heutzutage schon mit einem Smartphone hat, tatsächlich weiter Hörspiele zu hören, mindestens eine Stunde lang akustisch "dranzubleiben" , nichts von dem zu tun, was man stattdessen "Angesagteres" tun könnte oder müsste...da braucht es schon echte Passion und viel Selbstbewusstsein, um so eine Freizeitbeschäftigung gegenüber Freunden zu verteidigen.

      Okay, das war jetzt alles bezogen auf Kinder/ Jugendliche, aber oft - allerdings längst nicht immer - geht es ja für ein Label damit los, die "anzufixen". ;)
      Also nimmt man eine auf sie zugeschnittene Serie ins Programm.
      Und Hören in den Teenagerjahren = total cool ist eine Rechnung, die wohl NIE aufgehen wird, es auch schon vor 30-40 Jahren nicht tat.
      Daraus wird kein Massenphänomen. ;)
      Heute erst recht nicht mehr.
    • Haha. Guter Beitrag @Agatha. Ich bin froh, dass Hoerspiele wohl doch noch mehr IN sind also ich das hier aus den USA begutachten kann.

      Im Bezug wie "geil" Hoerspiele damals waren. In der 4 Klasse habe ich mein erstes Date mit einem wunderbaren Maedchen ueber ein Gespraech bekommen, welches mit einer lockeren Konversation ueber die ??? began. Wo Hoerspiele nicht alle hinfuehren :roll: . Ok, auf dem Date haben wir dann NICHT Hoerspiele gehoert :lach2: .

      Und als ich ein bisschen aelter war, dann war man beim D&D oder Das Schwarze Auge Rollenspielen oder auch auf dem Schulhof total out, wenn man nicht die neuesten Larry Brent kannte. Das war bei mir im Freundeskreis so. Der Sticker HOERSPIELE FUER ERWACHSENE hat da seine Wirkung getan. Bei Kindern .... :roll:
    • Cherusker schrieb:

      Der Sticker HOERSPIELE FUER ERWACHSENE hat da seine Wirkung getan. Bei Kindern .... :roll:
      Ich persönlich denke ja, das war einer der Hauptgründe, warum Europa die Sticker auf die Hörspiele gepappt hat. :biggrin:

      Die Rechnung, dass Hörspiele nicht von Kids gehört werden, nur weil man "ab 16" oder "nur für Erwachsene" hinten draufdruckt, geht doch, wie bei allem, was man so kennzeichnet, ohnehin nicht auf.
      Kann mich gut an den Fall erinnern, den ein Hörspielproduzent uns mal erzählte.
      Er hatte für einen Kollegen zu einer Messe Hörspiele mitgenommen und dort verkauft, auf denen ausdrücklich stand "für Erwachsene".
      Am zweiten Tag des Events erschien wutentbrannt ein Käufer bei ihm, der monierte, seine zehnjährige Tochter habe eind davon gehört und sei danach völig verstört gewesen wegen der Oralsex-Szene. :panic:
      Äh, ja, wer in der Familie konnte denn da nicht auf seine Sachen achten? ?( :kicher:
      Dass das Mädel das Hörspiel für eine nette Abenteuergeschichte hielt, kann ich mir anhand des Covers vorstellen, habe die Serie ja selbst auch.
    • Es stimmt wohl, was @Audioromane schrieb: Das Hörspiel hat schon sehr lange ein riesiges Imageproblem. Taugte es in der Vor- bzw. Frühzeit des Fernsehens noch zum Straßenfeger-Produzenten, verkam es mit dem Siegeszug des TV dann, wie das Radio insgesamt, zu einem verstaubten Relikt (dass das Radio selbst überlebt hat, liegt ja wohl auch nur daran, dass man im Auto nicht Fernsehen schauen darf :zwinker: ). Vermutlich liegt da das Grundproblem, an dem das Medium noch heute zu knabbern hat: Hörspiel gilt vielen wie Film ohne Bilder. Es definiert sich für viele eben über einen Mangel. Total "unsexy"!

      Später, nach dem Aufkommen des Fernsehens, gab es ein Aufleben im Grunde nur noch im Bereich des Kinderhörspiels. Wobei der Siegeszug hier ja wohl ebenfalls, wenn auch indirekt, auf jener Prämisse gründete: Fernsehen ohne Bilder zeigte sich hier allerdings mal als vorteilhaft, da man ein geschichtenhungriges Kind mal "parken" konnte, ohne ihm die aufreibende Flimmerkiste einschalten zu müssen: das Weniger an Reizen kam den Bedürfnissen der Knirpse (und Eltern) entgegen.

      Um nun in die Käuferschichten jenseits der alternden Kassettenkinder und Radionostalgiker vorzustoßen, müsste man also erst einmal die negativen Spontanassoziationen beim Thema Hörspiel löschen.

      Erklären, warum es mehr ist als Fernsehen ohne Bilder oder Kinderberieselung.

      Was macht Hörspielhören im 21. Jahrhundert so sexy?
      Warum verpasst man etwas, wenn man es nicht tut?
      In welcher Hinsicht ist es anderen Medien überlegen?

      Wenn man es schaffte, auf diese Fragen Antworten zu finden und diese Antworten denen, die mit Hörspielen aktuell nichts am Hut haben, näherzubringen, dann wäre das ein erster Schritt. Im Zusammenspiel mit heruasragenden Klangerlebnissen wie denen von Audible könnte das vielleicht sogar gelingen...

      Hörspiel darf sich nicht länger über einen Mangel definieren, sondern muss wieder über seine bereichernden Eigenschaften wahrgenommen werden.

      Wenn das gelänge, wäre dieses Medium vielleicht endlich raus aus seiner Nische und bekäme die Wertschätzung, die ihm (nach meinem Empfinden) eigentlich zustände.
    • Ich sehe das bezogen auf die „Macher“ vollkommen anders. Die Vielzahl an Neuerscheinungen jeden Monat schafft im Verhältnis zum Marktanteil keine andere Branche. Der Markt ist aus meiner Sicht vollkommen übersättigt und in Streamingzeitalter gehen auch viele vom CD-Kauf weg. Für Experimente ist weder Geld noch Zeit da, was wirklich „Neues“ wird nicht in Angriff genommen, weil die Nachfrage überhaupt nicht existiert. Die überschaubare Anzahl an Forenuser repräsentiert nicht wirklich den Markt, sondern es handelt sich um Fans die das Medium schätzen gelernt haben und es auch leben. Das meine ich durchweg positiv und bin stolz auf all diejenigen, die sich damit identifizieren und dafür sorgen, dass die Nische „Hörspiel“ weiter existiert!

      Alles was hier an Vorschlägen vorgebracht wurde hat schon „Hand und Fuß“, jedoch wurde das Meiste schon mehrfach zelebriert, aber die gehoffte Resonanz blieb aus. Das betraf nicht nur die kleinen Label, sondern auch die Marktführer. Da wurde viel Geld investiert mit dem Ergebnis, dass ein Zugewinn nicht über die herkömmliche Schiene (Werbung) erfolgen kann. Das Problem sehe ich persönlich darin, dass man Schnittstellen der modernen Kommunikation noch nicht verstanden hat bzw. sie nicht effektiv nutzt. Messen und Veranstaltungen sind schon seit Jahren mehr als Treff einzustufen, der Nutzen ist überschaubar und die Kosten stehen in keinem Verhältnis. Das gilt sicherlich nicht für alle, aber der Großteil rückt in diese Richtung.

      Die Entwicklung zeigt es recht deutlich…es bildet sich eine Gemeinschaft, ein Art Dachverband der die „Kleinen“ organisiert und vertriebstechnisch vertritt. Das mag dem einen oder anderen User gar nicht aufgefallen sein, aber die Tendenz geht klar in diese Richtung. Der Grund hierfür ist recht einfach…ohne diese Struktur wäre das Labelsterben schon vorherbestimmt bzw. längst Realität. Ich kenne tatsächliche Zahlen, wo jeder von euch mit dem Kopf schütteln würde und es als „Aprilscherz“ abtun würde. Ich kenne zudem keinen Produzenten (professionelle kleine Label), der allein von der Hörspielproduktion leben kann. Ohne zusätzliche Einnahmen, andere Produktionszweige, Fulltimejob, Auftragsarbeiten und Co. ist das überhaupt nicht mehr zu stemmen! Wenn ich nur mal die Vorlaufkosten berücksichtige und wie lange es dauert, bis über den Vertrieb Zahlungen eingehen, die teils durch Retouren noch erheblich gedrückt werden…na dann Prost!

      Der Hörspielmarkt ist insgesamt gesehen nicht gesund aufgestellt, auch wenn das der ein oder andere Produzent (Label) gerne mal so verkaufen will. Der Hörspielmarkt ist eine Nische und das aus gutem Grund! Dafür braucht sich die Szene nicht zu schämen, ganz im Gegenteil!
    • Das lässt sich eigentlich recht einfach beantworten: „Nutze die Kanäle deren Zielgruppe du erreichen willst.“

      Machen wir uns doch nichts vor…die Zielgruppe kann nur die Jugend sein. Nenne es meinetwegen Nachwuchsarbeit. Wenn ich jemanden akquiriere, dann muss ich dessen Sprache sprechen können und seine Bedürfnisse kennen. Das ist simples „Marketing“ nicht mehr und nicht weniger. Das wiederum setzt natürlich Kenntnisse bzw. Interesse voraus, sowie Zeit und gegebenenfalls auch finanzielle Ressourcen. Letztendlich kannst du aber alles selbst steuern, wenn du den Zugang und das Verständnis dafür hast. Allein über „social media“ kannst du erhebliches bewegen, aber du musst es pflegen (leben) und nicht als lästige Pflicht ansehen. Und ich denke gerade da hört es bei dem ein oder anderen auf.

      Kommunikation hat heute einen ganz anderen Stellenwert als noch vor 10 Jahren. Die Welt ist schnelllebiger geworden, der Austausch läuft teils nur noch sekundär ab, die Aufnahme an sich ist nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Informiert sein ja, verstehen und behalten über einen längeren Zeitraum…wozu? Und genau hier muss man ansetzen…kurz, prägnant und begeisternd! Die ersten Sekunden entscheiden…
      „Bring es auf den Punkt“.

      Überzeugung ist reine Hirnsache. Sowie du Auftritts, so kommt es zurück. Du kannst jedem alles verkaufen, wenn du ihn begeisterst und mitnimmst! Der Mensch Ansicht ist recht einfach gestrickt…eine paar überlegte Worte, eine visuelle Darstellung, das Gefühl vermitteln, das man was Besonderes ist…Exklusiv…etc. etc…so läuft u.a. auch der tägliche Einkauf im Supermarkt, nur da wird durch die Hintertür (indirekt) manipuliert!
    • pmartin schrieb:



      Machen wir uns doch nichts vor…die Zielgruppe kann nur die Jugend sein.

      Die Notwenigkeit dieser Prämisse erschließt sich mir eigentlich nicht.

      Games, spezielle Filme, Serien, Fantasyliteratur - das alles richtet sich heutzutage auch, aber eben nicht nur an Jugendliche, sondern zunehmend auch an Erwachsene. Hörbücher werden von Erwachsenen gekauft wie blöd. Selbst Malbücher für Erwachsene liegen im Trend, wie ich ja schon schrieb. =)

      Warum sollte es nicht möglich sein, das Hörspiel dann auch für Ältere interessanter zu machen?

      Man müsste sich halt mehr darauf konzentrieren, die Punkte zu nutzen, die das Hörspiel gegenüber anderen Medien, zB das Fernsehen, hervorhebt: zum Beispiel in Bezug auf die Produktionskosten. Man kann bombastische Welten erstehen lassen, die in Film und TV nahezu unbezahlbar wären, beim Hörspiel aber mit verhältnismäßig wenig Aufwand umsetzbar sind.

      Man könnte richtige Hörspiel-Großereignisse produzieren, bei der jede Fernsehproduktion, jedenfalls die breite Masse, verblassen muss. Dazu müsste man natürlich zunächst auf bekanntere Stoffe zurückgreifen, um vielleicht einen bestehenden Fankreis anzusprechen, zB bei einer ausgelaufenen Fernsehserie. Akte X oder Star Trek böten sich da natürlich an. (Audible scheint ja auch in diese Richtung zu denken.)

      Aber dann muss da natürlich eine echte Hochglanzproduktion geliefert werden. Maue Skripte und Laiensprecher sind da natürlich ein No-Go.

      So könnte man dem Hörspiel ein Plus verschaffen:
      Hörspiel als Fortsetzung einer Geschichte, die bei einem anderen Medium nicht mehr ausreichend trug (da es ja unterschiedliche Erfordernisse, Erwartungen und nicht zuletzt Kosten gibt, die wieder reingeholt werden müssen).

      Das wäre für mich ein erster Schritt.

      Der zweite wäre dann, diese neugewonnenen Interessierten auch noch für andere Produktionen gewinnen.

      Oder um es auf den Punkt zu bringen. Ein dauerhaftes Argument für das Hörspiel kreieren.
    • Man sollte nicht einen Trend mit etwas langlebigen vergleichen. Jedes Jahr kommt irgendein Hype der schnell wieder verpufft. Das ist nur kurzfristiges und kalkuliertes Geschäft, das hat nichts mit dauerhafter Daseinsberechtigung zu tun. Hier werden saison- bzw. aktionsbedingte Abverkäufe auf dem Markt gebracht nur um Umsätze zu generieren, die keine Nachhaltigkeit haben!

      Der Hörbuchmarkt war schon immer in der Hand ab Anno 40. Da sehe ich keinen möglichen Zuwachs, da Hörbuchhörer eine andere Vertonungsart bevorzugen und andere Prioritäten setzen. Wer, wie ich, als über 40iger Hörspiele konsumiert, ist als Kassettenkind großgeworden. Da herrschen ganz andere Gesetze! Und genau diese Altersgruppe ist verantwortlich für über 70% des Umsatzes im Hörspielbereich. Wenn meine Altersklasse von heute auf morgen aufhören würde zu kaufen, dann wären bspw. DDF und TKKG nur noch eine Legende. Es geht somit eigentlich darum, sich um Nachwuchs zu kümmern und nicht um eine Reanimation der vorhandenen Käuferschaft. Genau da liegt das Problem…Marktanalyse ist das Stichwort!
    • Ich glaube, wir sprechen über unterschiedliche Dinge. :zwinker:

      Mir geht es eben nicht um das Hörspielangebot des Jetzt und wie man einfach nur mehr Käufer dafür bekommt.

      Mir geht es generell um das Medium Hörspiel - und wie man, losgelöst von seinen heutigen (begrenzten) Erscheinungsformen, ein Interesse für diese Art der Aufbereitung von Geschichten erreichen könnte. Und das vor allem auch bei Menschen, die heute noch nicht oder nicht mehr dieses Medium konsumieren.

      Darum meine Analogien:

      Deutschsprachige Musik (außer Schlager) galt lange als tot.
      Heute ist sie ein wichtiger Faktor.

      Die Fernsehserie galt als minderwertig.
      Heute läuft sie dem Film den Rang ab.

      Bücher für Kinder und Jugendliche galten als Kassengift.
      Dann kamen Harry Potter und Tintenherz etc.

      Nur um einige Beispiele zu nennen.

      Du argumentierst eher auf der Basis: Es ist, wie es ist. Was natürlich auch okay ist. Aber ein bisschen an meiner Fragestellung vorbeigeht. Denn mich würde ja gerade interessieren, wie man es vielleicht besser/anders machen kann. :)
    • Servus,

      Spannende Diskussion! Wollte als "Trennschärfe" einwerfen, das natürlich alles miteinander zusammenhängt und isoliertes betrachten der einzelnen Aspekte zwar notwendig , aber man die Ausgangs-Fragestellung vielleicht auch aus den Augen verliert.
      Das beginnt schon zb. beim Teilaspekt heutige Jugendlichen zum Medium "Hörspiel" hinzuzugewinnen zu wollen.

      Man bemerkt hier schon das alles zusamenhängt und beachtet werden muß. Man muß in die Details gehen, sich aber auch nicht in den Details verlieren. Da wären u.a Länge eines Hörspiels, Story, Atmosphäre, Musik, Effekte und weiter - Marketing etc. Wie hier auch schon des öfteren erötert wurde.Leider hat man, aus meiner Sicht , das Medium Hörspiel nicht eigenständig in seinen Stärken weiterentwickelt sondern sich sehr oft an einem anderen Medium zu stark orientiert: Dem Film! Aber Film ist Film - und - Hörspiel ist Hörspiel!! Das Hörspiel hat "teilweise" andere Stärken als der Film. Es gibt natürlich dort parallele; aber theoretisch(leider heute nicht mehr so wirklich!) müßte sich das Hörspiel nicht hinter dem Medium Film verstecken.Im Gegenteil - Es(kann,ist) eine eigene hervorragende Kunstform (sein), wenn es sein wahres Potential entfaltet.

      Aber um nochmals den Bogen zur Ausgangsfrage zu spannen - Hier(Thread) kann man einzelne Dinge hervorheben und betrachten, die sich aber möglicherweise nur als "Flickschusterei" entpuppen. Was auch interessant und berechtigt ist, so kommen die die Dinge ins LAUFEN! :)
    • Ich möchte mal folgende These aufstellen, damit die Hörspiel-Szene wachsen kann, muss sie sich erstmal gesundschrumpfen.
      Es gibt zuviele Dämonenjäger und Sherlock Holmes-Hörspiele, aber viel zu wenig in sich geschlossene Mini-Serien.

      Hinzu kommen die Streaming-Portale auf denen für die Hörspiel-Macher nicht viel bei rumkommt.
      Und natürlich der Markt der Hörbücher, welcher für die Hörspiele alleine durch die Quantität und Dauer ziemlich einfach den Rang ablaufen.

      Wenn man z.B. sieht das selbst die erste Staffel Monster 1983 auf 2 Boxen verteilt wird, anstatt auf einer MP3 CD auf den Markt gebracht wird. Das ist ein Punkt der mich als Käufer extrem nervt. Man bekommt inzwischen 40 stündige Hörbücher zu einem Preis den man für ein Hörspiel von 60 Minuten zahlt. Da passt was nicht.
    • @Ben Kenobi


      Ben Kenobi schrieb:

      ...Man bekommt inzwischen 40 stündige Hörbücher zu einem Preis den man für ein Hörspiel von 60 Minuten zahlt. Da passt was nicht.

      Hörspiele sind ja in der Produktion aufwendiger zu produzieren, teilweise wesentlich. Aber gebe dir schon recht
      das oftmals dann doch die Preisunterschiede zu weit auseinanderliegen. Da müßte man wieder genau darlegen welche
      Hörbücher man damit genau meint etc.! Das meinte ich übrigens von 1 ins 1000de zu kommen. Aber dazu diskutieren wir ja. :zwinker:
    • Ich nehme mal 2 krasse Beispiele.

      Stephen King´s ES gibt es für ca. 16 Euro, Laufzeit knappe 52 Stunden.
      Dagegen setze ich als Hörspiel "Grusel-Kabinett - Der Unsichtbare" von H.G. Wells.
      Liegt ca. 1-2 Euro drunter vom Preis her, sind aber auch ca. 50 Stunden weniger.

      Und was dann noch erschwerend hinzu kommt. H.G. Wells ist Gemeinfrei, wie fast alle Grusel-Kabinett Hörspiele.

      Also das was an Lizenzgebühren gespart wird, kommt dann zu dem Zeitunterschied noch hinzu.

      Und wenn ich die Wahl habe ob ich mich für 16 Euro 2 Stunden oder über 2 Tage unterhalten lassen könnte. Da fällt die Wahl doch leicht.
    • Eines vorweg: Meiner Ansicht nach kann man Hörbücher nur bedingt mit Hörspielen vergleichen.Aber nehmen wir mal dieses "Ausnahmebeispiel". Also der Unterschied liegt beim Hörbuch in der Regel darin, das es "nur" einen Sprecher /Vorleser /Erzähler gibt - Also wird hier 1 Person(Sprecher) entlohnt.

      Beim Hörspiel - "Der Unsichtbare" machen diverse (mehrere Sprecher) mit, und deshalb haben wir hier schon
      mehr Kostenaufwand. Außerdem Lizengebühren für Audioakustische Effekte - die beim Hörbuch kaum eine Rolle spielen. Die wenigen Hörbücher die ich bisher hörte waren auch so ziemlich ohne Musik - und Soundtechnische
      Unterstützung; sind alles Lizengebühren! Außerdem Script-Autoren usw.
      Kenne das Hörbuch"ES" jetzt nicht. Ingesamt ist beim Hörbuch die Herausforderung eines Erzählers eine andere - da ein Hörspielsprecher sich auch explizit in die Rolle versetzen muß - sei es auch nur mit der Stimme - muß er Schauspielern! , was bei einem Erzähler etwas anders ist, auch wenn er natürlich Dinge stimmlich besonders hervorhebt usw. ist die Sprech- Erzählperspektive anders.
      Zusammengefasst:
      Beim Hörspiel ergeben sich mehr verbindlichkeiten. Klar- es ist ja hier auch ein Ausnahmebeispiel- Mit Nutzung eines
      Streamanbieters kommt man ja auch schon günstiger dran. Hätte ich früher auch nicht gedacht was so alles beim Hörspiel so zusammenkommt :smile:
      PS: Obwohl das Hörbuch nicht mein Ding ist, macht das Hörbuch aber etwas richtig so das die Verkaufzahlen doch sehr zunehmen! Danke für die Anregung! Da müßte mal jemand einen neuen extra-Tread öffnen - Hörspiel vs. Hörbuch - Was kann das Hörbuch was das Hörspiel nicht kann (und umgekehrt) :]
    • @Ben Kenobi - Interessanter Beitrag. Ich kann verstehen, wenn man den Standpunkt vertritt, dass 52 Stunden Lesung viel mehr geben als 2 Stunden Hoerspiel. Ich sehe auch einen anderen Blickwinkel. Waehrend eine Lesung 52 Stunden benoetigt, um mir die Geschichte zu erzaehlen, wurde beim Hoerspiel so viel Aufwand getrieben, das Skript so zusammengefasst, dass man die ungefaehre Geschichte dann innerhalb von ein paar Stunden erzaehlt bekommt. Das ist eine zusaetzliche Leistung. Damit kann man dann als Hoerer viel mehr Geschichten in meiner limitierten Zeit erfahren. Wenn ein Hoerer eine 52 Stunden Lesung hoert koennte er in der gleichen Zeit auch stattdessen ca. 26 Jules Verne Romane als Hoerspiel erfahren und seinen Horizont noch mehr erweitern indem man nun 26 Klassiker der Weltliteratur kennt waehrend eine Lesung 52 Stunden braucht um mir nur eine Geschichte bekannt zu machen.

      Auf der einen Seite werden bei gekuerzten Hoerspielen sicherliche einige Handlunsgsstraenge arg gekuerzt und Lesungen haben sicherlich viel Stimmung indem man jede kleine Nebenhandlung mit behandelt, jedoch bekommt man dann beim Hoerspiel halt die Geschichte in Kurz-und-Knackig erzaehlt. Es gibt da sicherlich viele Mischformen und Geschmaecker was da das Optimum ist und jeder hat da wahrscheinlich (zu Recht) eine andere Meinung. Aehnlich wie in einem Film zu einem Buch. Ein Buch zu lesen dauert auch viele Stunden. Den Film zum Buch gibt es dann in 2 Stunden zu sehen.

      Also Hoerspiele und Lesungen wuerde ich nicht nur quantitiv vergleichen, vor allem da ich Hoerspiele viel mehr geniesse und jede Hoerspielstunde fuer mich qualitativ hoeher ist als eine Lesungs-Stunde. Das wird sicherlich jeder anders sehen und ich will hier auch niemanden davon ueberzeugen, dass Hoerspiele besser sind. Sind sie nicht. Sie sind nur fuer manche (wie mich) besser geeignet, waerend Lesungen fuer andere besser sind und wiederum andere geniessen beide Formen aehnlich. Ich persoenlich geniesse Hoerspiele mehr als Lesungen. Da gibt es sicherlich Ausnahmen (wie die Smoky Barrett Lesungen), aber generell wuerde ich das fuer mich so sagen. Ich geniesse Hoerspiele halt einfach mehr und deswegen sind mehr Stunden Lesung eher ein negativer Aspekt (52 Stunden Lesung? :wirr2: :wecker: :gaehn: Haha) als ein positiver. Die Kunst eine Geschichte so kurz wie moeglich zu erzaehlen ist in der Tat eine Kunst fuer die ich gerne mehr Geld ausgebe und die nur wenige beherrschen ( :knie: H. G. Francis.).
    • Cherusker schrieb:

      Also Hoerspiele und Lesungen wuerde ich nicht nur quantitiv vergleichen, vor allem da ich Hoerspiele viel mehr geniesse und jede Hoerspielstunde fuer mich qualitativ hoeher ist als eine Lesungs-Stunde.
      Da bin ich teilweise völlig bei dir, ich mag sowohl Hörspiele, Hörbücher als auch den Hybrid (inszenierte Lesungen)
      Jetzt kommt aber der Knackpunkt. Viele Käufer wollen eben möglichst eine große Menge an Ware für ihr Geld haben. Folglich werden die meisten Leute mit einem Audible-Abo ja wohl eher ein mehrstündiges Hörbuch für ihr Guthaben nehmen, als ein 45 Minuten Hörspiel. Zudem man das Hörspiel ja oft auch für "lau" bekommt über die Streaming-Dienste.

      Und da kommt bei den Labeln halt wesentlich weniger an.

      Und dann komm noch hinzu, wer ein Abo abschliesst, der kauft dann auch wesentlich weniger spontan im Einzelhandel.

      Dann gibt es ja auch noch den florierenden Gebrauchtmarkt, auf den Dank "Auto-Rip" ja immer mehr Neuware angeboten wird. Über die illegalen Möglichkeiten brauchen wird da erst gar nicht diskutieren. Alleine was da minütlich auf YouTube hochgeladen wird, das kann man im Leben nicht alles anhören.

      Daher ja auch meine These, der Markt muss erst schrumpfen bevor es wieder aufwärts gehen kann.
      Und es muss mehr Anreize für die Käufer der haptischen Medien geben. Wie Bonus-Tracks, spezielle Onlinezugänge zu Bonus-Material etc.
      iTunes hat es doch bereits bei einigen Hörspielen vorgemacht das es "iTunes-Only-Material" gibt. Oder Ohrenkneifer mit dem Bonus auf CD.

      Man muss dem Käufer heute was bieten, sonst wendet der sich dem "günstigeren Möglichkeiten" wie Streaming immer weiter zu. Denn gerade Hörspiele sind Medien die man im Regelfall nur 1-2 mal hört, warum dann also kaufen?

      Und man darf nicht den Fehler begehen von einer Community wie hier in den Foren auf die große Masse der Hörer zu schliessen. Denn vielen wollen es eben nur noch digital auf dem Handy haben, anstatt es ins Regal zu stellen.
    • Ben Kenobi schrieb:

      Wenn man z.B. sieht das selbst die erste Staffel Monster 1983 auf 2 Boxen verteilt wird, anstatt auf einer MP3 CD auf den Markt gebracht wird. Das ist ein Punkt der mich als Käufer extrem nervt. Man bekommt inzwischen 40 stündige Hörbücher zu einem Preis den man für ein Hörspiel von 60 Minuten zahlt. Da passt was nicht.

      Ich denke nicht, dass man am Faktor Zeit die Preisgestaltung rechtfertigen kann. Vielmehr sollte der finanzielle und künstlerische Aufwand ausschlaggebend sein und da liegt das Hörbuch für mich ganz eindeutig an letzter Stelle. Setzt man mal auf dieser Denke auf, dann wird man feststellen, dass der Film dann An sich völlig unterbewertet wird, denn trotz zügiger DVD-Erscheinung liegt der Preis dann eben auch durchschnittlich bei 16 Euro und auch wenn es sich dabei schon um eine Zweitverwertung handelt sollte man eines nicht vergessen…die Produktionskosten liegen zu meist um das 1000 -5000fache höher.

      Aber unabhängig davon ist der Hörbucherfolg aus zwei ganz bestimmten Gründen, nur meine Meinung, entstanden:
      • Man hat einen faktisch unüberschaubaren Fundis an Stoffen, der vertont werden kann. Das Buch, das älteste Medium, liefert eine Fülle und eine Bandbreite, die seines gleichen sucht.
      • Hörbücher werden international vermarktet. In zahlreichen Übersetzungen (Sprachen) erreichst du eine ganz andere Publikumsbreite, als das deutschsprachige Hörspiel. Hier begrenzt man sich selbst auf regionale Einzugsgebiete. Eine „Doppel-CD mit einer „deutschen und einer englischen Fassung“ wäre aus meiner Sicht eine Überlegung wert.

      Hardenberg schrieb:

      Du argumentierst eher auf der Basis: Es ist, wie es ist. Was natürlich auch okay ist. Aber ein bisschen an meiner Fragestellung vorbeigeht. Denn mich würde ja gerade interessieren, wie man es vielleicht besser/anders machen kann.

      Wenn du dabei mich gemeint hast, dann muss ich dir widersprechen. „Nutze die Kanäle deren Zielgruppe du erreichen willst.“ Das hat überhaupt nichts mit „Es ist, wie es ist“ zutun. Ganz im Gegenteil…es wird von den meisten Labeln nur indirekt genutzt. Der „Ist-Zustand“ hat wenig mit „verkaufsfördernder Kanalnutzung“ zu tun. Der „Soll-Zustand“ muss zum Ziel haben Akquise erfolgreich zu platzieren und nicht nur den Bestandsschutz im Auge zubehalten…
    • Hörspiel aus der Nische bekommen wird sehr schwer vielleicht auch Unmöglich ?
      Wir haben andere Zeiten,die Kids heute wachsen mit medialer Übersättigung auf.
      Jederzeit Zugriff auf Filme und Spiele.

      Im Zusammenhang mit diesem Thema hatte ich Zugriff auf diverse Verkaufszahlen.
      Alles auch drei ???,TKKG,5 Freunde sind zurückgegangen.Ich war erschrocken,drei ??? haben keine 100 000 verkauften CDs mehr pro Titel,die anderen Serien unter 50 0000 Stück.Die kleinen Label verkaufen bis 1200 CDs pro Titel,eine Jugendserie eines Kleinlabel verkauft sogar nur knapp 300 CDs einer Folge !