Der Reiz von Hörbüchern?

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    • Der Reiz von Hörbüchern?

      Und noch eine Frage, wenn's gestattet ist. ;)

      Ich bin ein großer Liebhaber des gut gemachten Hörspiels. Ganz besonders schön finde ich es, von einer literarischen Vorlage, die mir am Herzen liegt, später ein toll inszeniertes Hörspiel zu erlangen, das den Geist der Vorlage trifft, aber doch die Eigenständigkeit des Mediums Hörspiel voll aufzeigt. Und davon gibt es einige.

      Was sich mir allerdings nie erschlossen hat, ist der Grund, warum Hörbücher so beliebt sind.
      Sie gewinnen dem Text ja nichts eigenes ab, sondern es ist eine schlichte Lesung. Im Vergleich würde ich bei Inhalten, die mich anfixen, wohl immer die Buch-Variante wählen, aber nie ein Hörbuch. Allerdings bin ich auch ein begeisterter Leser.

      Da aber die Menschen nun mal unterschiedlich empfinden, würde ich gern mal an alle Hörbuch-Fans die Frage richten, was sie an dieser Form der Aufbereitung literarischer Inhalte so reizvoll finden und was ein gutes von einem schlechten Hörbuch überhaupt unterscheidet.

      Würde mich wirklich mal interessieren.
    • Ich liebe sowohl Hörspiele, als auch Hörbücher. Sie erfüllen aber tatsächlich ganz unterschiedliche Zwecke bzw. sind für unterschiedliche Stimmungen geeignet.
      Ein Hörspiel verlangt mir mehr Aufmerksamkeit ab, allein schon durch die verschiedenen Sprecher oder aufwendige akkustische Untermalung. Dadurch wirkt ein Hörspiel präsenter und mitreißender. Ich mag keine sehr langen Hörspiele, also über mehrere Stunden. Die könnte ich nie am Stück durchhören, und bei einem Hörspiel fällt mir der Wiedereinstieg dann auch schwerer als bei einem Hörbuch.
      Ein Hörbuch ist etwas, das ich den ganzen Tag auf den Ohren haben kann, liebend gerne viele viele Stunden dauernde Geschichten. Ich bevorzuge ungekürzte Lesungen, um eben genau das zu hören, was der Autor geschrieben hat. Keine Kürzung nach Gusto eines anderen Menschen. Hörbücher haben etwas Beruhigendes für mich, eine Agatha Christie-Geschichte sicher mehr als blutrünstiges Mörderzeug ;), und ich finde schneller einen Einstieg als in ein (abgebrochenes) Hörspiel. Wenn ich dann z.B. weiß, dass ich über 20 Stunden in eine andere Welt "entführt" werde, erfüllt mich das mit Freude. Nicht ruckizucki wieder feddich. Bei Hörbüchern finde ich auch eine größere Auswahl je nach Stimmung. Ich höre meist mindestens 4 Hörbücher parallel, je nach Laune und Gemütslage. Das klappt mit Hörspielen nicht (die alten Schätzchen wie DDF oder so mal ausgenommen), da würde ich total durcheinander kommen.
      Ich habe es als Kind geliebt, wenn mir meine Großeltern vorgelesen haben. Meine ersten Hörbücher waren Opas selbst besprochene Kassetten mit Märchen (ein unglaublich tolles Erbe, jetzt, da meine Großeltern tot sind :zustimm: ). Vielleicht trägt das auch zu meiner Liebe zu Hörbüchern bei.

      Hardenberg schrieb:

      Sie gewinnen dem Text ja nichts eigenes ab, sondern es ist eine schlichte Lesung.
      Ja, genau darum geht es. ^^ Ich möchte wissen, was der Autor im Sinn hatte, als er das Buch geschrieben hat. Anderes Beispiel: Wenn ich ein Kochrezept sehe, koche ich es genau so nach, ohne Abänderungen, um zu erfahren, was der Urheber sich dabei gedacht hat, was er/sie geschmeckt hat... Danach bin ich auch offen für Abwandlungen, aber wie gesagt, zunächst interessiert mich, was der Mensch da zu sagen hatte. :)
    • Hörbücher zu lauschen, ist schon eine ganz praktische Sache. Du kannst Dich nebenher noch mit anderen Dingen beschäftigen, die nicht sehr große Konzentration abfordern. Das kannst Du nicht, wenn Du das Buch selbst in der Hand halten musst. ;)

      Nun aber mal ernsthaft. Ich habe in meiner Kinder- und Jugendzeit wahnsinnig viel Zeit mit Lesen von Büchern verbracht. Bin dann auch immer ganz weit abgetaucht in eine andere Welt.
      Dazu fehlt mir heutzutage leider oft die Zeit und Geduld. Das geht dann höchstens abends im Bett und dann schlafe ich spätestens nach der dritten Seite schon ein.

      Daher kam ich auf Hörbücher. Nun höre ich da auch nicht wahllos alles, was mir in die Hände kommt.
      Es kommt natürlich, wie in den Hörspielen auch, auf die Story an. Und ganz wichtig für mich ist auch, wer das Hörbuch liest. Es ist zum Beispiel sehr grausam, wenn Du eine gute Story hören möchtest, aber einen derart schlechten Leser auf die Ohren bekommst, der die Story gelangweilt herunter liest und Du dadurch überhaupt keinen Zugang zur Story bekommst, weil Du durch den Vorleser einfach nur noch abgenervt bist.

      Da lobe ich mir Sprecher wie z.B. Rufus Beck. Ich bin ja ein begeisterter Harry Potter Fan und habe alle Bücher verschlungen, bevor ich sie als Hörbuch gehört habe.
      Sie dann aber von Rufus Beck nochmal zu hören, war absolutes Ohrenkino! Er schafft es wirklich, jedem einzelnen Charakter der Storys seinen eigenen Stempel aufzudrücken und Leben einzuhauchen. Der Mann ist wie geschaffen für Hörbücher.

      Und grad in der jetzigen Jahreszeit, wo draußen einfach alles nur kalt, nass und ungemütlich ist, liebe ich es, mich zu Hause gemütlich mit einer Tasse Kaffee oder Tee hinzusetzen, bei Hörgrusel reinzuschauen und nebenbei ein nettes Hörbuch zu lauschen. Geht natürlich aber auch mit Hörspielen. :biggrin: :winke:
    • In der ein oder anderen Form habe ich das hier im Forum schon geschrieben.

      Wenn du wie jetzt im November, bei Regen und Wind auf einem schlecht oder flackernd beleuchteten S-Bahnhof wartest
      dann ist es unglaublich schön, sich mit einem winzig kleinen Player eine spannende Geschichte vorlesen zu lassen.

      Und zwar richtig lange Romane, die zwanzig, dreißig auch fünfzig Stunden dauern.
      Das sind viele Tage Arbeitsweg, die damit schon zu Freizeit werden.

      Ein Hörbuch hat einige Vorteile gegenüber einem Hörspiel.

      Ich höre das, was der Autor geschrieben hat und nicht was der Regisseur ausgesucht hat.
      (Die Winnetou Romane von Karl May z. B. haben doch mit den Filmen außer den Namen eigentlich nichts zu tun.)

      Mich persönlich stört noch, bei zumindet einigen Hörspielen, dass die eigentliche Geschichte vernachlässigt wird zugunsten
      irgendwelcher tollen Sound-, 3D oder sonstiger "spannender" Effekte.

      Beim Hörbuch hat der Vorleser durchgehend die gleiche Lautstärke. Bei einem Hörspiel muss man je nachdem wie die Umgebungsgeräusche sind immer nachjustieren und manches Flüstern verstehe ich trotzdem nicht.

      Wie lange gehen Hörspiele, in der Regel etwa eine Stunde, außer von Audible, die gehen auch länger.
      Bei 10 bis 12 Stunden die Woche Hören sind sie also weitaus teurer.
      LG
      Klasom
    • AbdulAschbadri schrieb:

      Und ganz wichtig für mich ist auch, wer das Hörbuch liest. Es ist zum Beispiel sehr grausam, wenn Du eine gute Story hören möchtest, aber einen derart schlechten Leser auf die Ohren bekommst, der die Story gelangweilt herunter liest und Du dadurch überhaupt keinen Zugang zur Story bekommst, weil Du durch den Vorleser einfach nur noch abgenervt bist.
      Ohja! Mit dem Sprecher/der Sprecherin steht und fällt ein Hörbuch. :zustimm: Da kann die Story noch so gut sein - übler Sprecher = Totalausfall.
      Guten Sprechern hingegen gelingt es, den Charakteren Leben einzuhauchen, aus einer "schlichten Lesung" einen fesselnden Hörgenuss zu machen. Und das ist dann eben ganz was anders als ein Hörspiel mit vielen Stimmen.
    • Hardenberg schrieb:

      Was sich mir allerdings nie erschlossen hat, ist der Grund, warum Hörbücher so beliebt sind.
      Sie gewinnen dem Text ja nichts eigenes ab, sondern es ist eine schlichte Lesung. Im Vergleich würde ich bei Inhalten, die mich anfixen, wohl immer die Buch-Variante wählen, aber nie ein Hörbuch. Allerdings bin ich auch ein begeisterter Leser.
      Bei mir sind's vor allem pathologische Gründe: Vor hellem/weissen Untergrund sehe ich schwarze Pünktchen umherschweben.
      Hat irgendwas mit dem Plasma im Auge zu tun, das Flocken gebildet hat.
      Fällt normalerweise überhaupt nicht auf, weil das Hirn die fehlenden Stellen ausfüllt, aber beim Lesen sehe ich dann doch die schwarzen Pünktchen über der Schrift rumschwimmen - das macht das Lesen längerer Texte zwar nicht umöglich, aber ziemlich anstrengend.

      Davon ab können einige Texte durch das Medium Hörbuch auch dazugewinnen, vor allem jene, die vom Autoren selbst vorgetragen werden.
      Die Känguru-Chroniken oder Bücher von Serdar Somuncu beispielsweise gefallen mir in der Hörbuchfassung eindeutig besser.
    • Hörbücher höre ich sehr wenig bis selten.
      Aber manche davon haben mir gefallen, zB Darkside Park habe ich gerne gehört, da gefiel mir die Vielfalt an Sprechern und die Geschichten waren nicht so übertrieben lang. Aber das Ende gefiel mir nicht wirklich.
      Auch zB Bibliothek der Albträume vom Hörplanet habe ich gerne gehört, enthalten kurze knackige Geschichten.

      Was mir aber besonders gefiel, war "Die Rückkehr des Schwarzen Tods", klar es gibt Musik und Geräusche, aber sehr dezent eingesetzt.
      Also inszenierte Hörbücher bzw. inszenierte Lesungen mag ich, dazu gehört ja auch die "Sinclair Academy".
      Aktuell höre ich nebenbei "Der Exorzist"...inszeniert von Oliver Döring :)

      Warum mal Hörbücher hören? Eigentlich nur dann, wenn ich mal was ruhiges hören möchte, da greife ich dann entweder zu einem ruhigen Krimi oder zu einem Hörbuch und lasse es nebenbei laufen :)
    • Wenn ich mehr Zeit habe, dann schreibe ich hierzu mehr dazu. Eines vorweg: Ich mochte Hörbücher vor 20 Jahren nicht. Aber ich habe sie wirklich lieben und schätzen gelernt. Weil sie mir in letzter Konsequenz eine Bandbreite an Gefühlen, am Innenleben, am Außendarstellungen usw. bieten können, dass mir ein Hörspiel nie liefern kann. ich muss aber für ein Hörbuch in der richtigen Laune sein. Ich muss sehr aufnahmefähig sein, es muss ein Thema sein, dass mich fesselt und es braucht einen Sprecher, der alles dass was ein Hörbuch für mich wichtig macht, transportieren kann. Fitzek-Hörbücher & Jäger sind ein solches Gespann. Aber auch Dan Brown und und und höre ich wahnsinnig gerne als Hörbuch. Dark Side Park, Porterville sind ebenfalls absolute Lieblingshörbücher für mich. Es ist auch wunderbar "entschleunigend" auf mich. Man muss sich Zeit nehmen, zuhören und ich kann manchmal viel mehr eintauchen als in ein Hörspiel. Trotzdem höre ich maximal 10 Hörbücher im Jahr. Das genügt mir. Ansonsten höre ich Hörspiele. Aber ich freue mich sehr wenn ich ein sehr gutes Hörbuch hören kann. Nach Monster1983 Staffel 1 und 2 kommt der neue Fitzek als Hörbuch dran. Da freue ich mich schon sehr darauf und werde es verschlingen. Aber jeden Tag brauche ich dann doch kein Hörbuch. Zur richtigen Zeit aber ist ein Hörbuch ein wunderbares Erlebnis, das ich nicht missen möchte und dass meinen Hör-Horizont großartig erweitert.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Zusatz: Mit inszenierten Lesungen fange ich wenig an. Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Überlange bzw. ungekürzte Hörspiele hingegen gefallen mir abhängig von der Geschichte gut.
      Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem Meer.

      Antoine de Saint-Exupery
    • Sylphida schrieb:

      @Hardenberg - hast du nun mehr Lust auf Hörbücher bekommen? :klimper: ;) Oder wurde zumindest deine Frage hinlänglich beantwortet? :)

      Nein, ich kann nicht behaupten, dass bei mir Appetit geweckt wurde. Aber das war auch nicht mein Anliegen. Mich hat nur interessiert, was andere darin sehen, was ich nicht sehen kann. Und diese Frage wurde mir ein ganzes Stückweit beantwortet. Insofern bis hier hin schon mal vielen Dank für all die wortreichen Beiträge.

      Mein kleiner Sohn ist in letzter Zeit übrigens angefixt vom kleinen Drachen Kokosnuss. Und dies als - nun ja, Hörbücher. :green: Gelesen übrigens lustigerweise von Philipp Schepmann, den ich noch immer beinahe ausschließlich mit seinen Einsätzen bei der Sinclair Ed.2000 assoziiere. =)
      Und ich muss sagen, er macht das wirklich gut. Nun sind die zugrunde liegenden Geschichten natürlich überschaubar, so dass dabei im Ganzen eine erträgliche Laufzeit herauskommt, aber ich kann zumindest jetzt ansatzweise nachvollziehen, wie sehr es bei einem Hörbuch auf den Sprecher ankommt. Schepmann haucht den vielzähligen Figuren wirklich sehr gekonnt auf immer wieder neue Weise, mit neuer Klangfarbe Leben ein. Da höre ich gern mal mit. (Lieber jedenfalls als bei den elenden drei ??? Kids :augenroll: )
    • Es gibt einige Punkte die mich an Hörbücher mehr Reizen als an Hörspielen:

      - keine extremen Lautstärkeschwankungen wie bei manchen Hörspielen.
      - meist exaktere Beschreibung der Umgebung als es die Geräusche in Hörspielen können.
      - meist langsameres Tempo als bei Hörspielen.
      - teils wesentlich verständlichere Vortragende als bei Hörspielen
      - im Gegensatz zu Hörspielen muss ich nicht ganz so konzentriert zuhören um bei der Handlung zu bleiben.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Wäre allerdings auch mal interessant das ganze ins Gegenteil zu verquirlen!
      ZB. einen Richard Laymon Roman als Hörspiel! Kann ich mir garnicht vorstellen... Wie Geil wäre das denn?
      :D
      Der Fitzek hats ja schon gemacht! Und war ziemlich gut! Naja, im Endhinein zählt ja nur die Vorlage...

      Beispiel:
      Larry Brent... Was Europa da damals rausgehauen hat war Weltklasse!
      Da war die Vorlage (ganz ehrlich) KÄSE... und die haben da wirklich was gerockt!

      Hab ja auch die Heftromane dazu gehabt... die waren teilweise wirklich Scheisse zu lesen...
      Aber Heikedine und Team... haben das beste rausgeholt!

      Naja,
      Hörbücher hör ich eigendlich auch lieber... weils die nicht als Hörspiel gibt!
      : jo1 :
    • Ich höre eigentlich grundsätzlich nur das als Hörbuch, was ich im Normalfall nicht auch noch als Buch lesen würde - aus den verschiedensten Gründen.
      Ein Autor, an dem ich so richtig Spaß habe und auf dessen neuestes Werk ich mich schon im Voraus freue (wie jetzt z.B. der neue Ben Aaronovitch :thumbup: ), der wird selbstverständlich von MIR gelesen und den labert mir keiner vor ;) , egal, wie lange ich u.U. - mangels Zeit - dafür brauche.
      Ansonsten dürfte für die meisten wohl Faktoren wie: "Ich kann etwas nebenher machen, während ich trotzdem Buch XY kennenlerne, werde also angenehm unterhalten und das, wann immer ich es möchte" die größte Rolle spielen.
      Ich werde wohl immer das HörSPIEL gegenüber dem HörBUCH bevorzugen, besitze auch von Letzteren nicht mehr als vielleicht zwanzig Stück, aber das habe ich an anderer Stelle in einem ähnlichen Thread schon mal geschrieben. :)