Gruselkabinett - 59 - Das violette Automobil

    • Gruselkabinett - 59 - Das violette Automobil

      von Edith Nesbit



      Erschienen November 2011 bei Titania Medien

      zur Hörprobe


      Inhalt:

      Georgia Kane, eine freischaffend tätige Krankenschwester, verlässt das neblige London, um die Betreuung eines Kranken in den Downs an der Küste zu übernehmen. In dem einsam gelegenen Farmhaus findet sie eine äußerst gespannte Atmosphäre vor, die durch vielfältige merkwürdige Heimlichkeiten geprägt ist.

      Sprecher:

      Georgia Kane: Solveig Duda
      Marian Eldridge: Doris Gallart
      Robert Eldridge: Eckart Dux
      Mr. Dawson: Roland Hemmo
      Amanda Dawson: Monika Barth
      Milly Dawson: Sophia Abtahi
      Chauffeur: Michael Schwarzmaier

      Meinung:

      Die junge Krankenschwester Georgia tritt in einem entlegenen Teil Englands eine Stelle als private Pflegekraft an. Wir schreiben das Jahr 1932, womit sich schon mal der altertümliche Titel des Hörspiels erklärt. Die Bewohner des Charlestown Anwesens, das ältere Ehepaar Eldridge, macht einen netten und fürsorglichen Eindruck, doch es scheint ein düsteres Geheimnis über dem Haus zu schweben…

      „Das violette Automobil“ ist ein recht beschauliches Hörspiel, das von unterschwelligem Grusel bzw. der Erwartung gruseliger Ereignisse lebt. Mit dem Schauplatz, der wilden Küstenlandschaft Südenglands, und der sehr authentisch dargestellten Novemberregennacht von Georgias Ankunft passt die Geschichte hervorragend in die kalte Jahreszeit. Auch ohne prasselndes Feuer wird der Hörer in eine heimelige Kaminzimmer-Atmosphäre versetzt. Das titelgebende Automobil lässt zwar einige Zeit auf sich warten, doch sobald es auftaucht, gestaltet sich das Hörspiel gleich spannender und temporeicher. Die Auflösung ist interessant und durchaus schaurig, das Ende geht ans Herz. Kleiner Tipp: Hört nach dem ersten Durchgang die Titel 1 bis 3 doch noch einmal, gewisse Zusammenhänge erschließen sich dann viel deutlicher.

      Das Hörspiel wird überwiegend von 3 Personen bestritten, was jedoch keineswegs nachteilig oder langweilig ist. Solveig Duda ist eine ausgesprochen sympathische Erzählerin mit einer sehr schönen Stimme. Auch Doris Gallart und Eckart Dux als Ehepaar Eldridge – die beiden erinnern mich liebevoll an Marilla und Matthew Cuthbert aus Anne auf Green Gables – mit ihren ruhigen, erfahrenen Stimmen lausche ich gerne. Ausnahmsweise gefällt mir auch eine Kinderstimme, hier die der Milly Dawson, die allerdings nur einen kurzen Auftritt hat. Positiv aufgefallen ist mir die direkte Anrede der Erzählerin an den/die HörerIn, die gleich für besondere Aufmerksamkeit sorgt.

      Das Cover gefällt mir dieses Mal wieder sehr gut (ich liebe lila ^^) …und täusche ich mich, oder sitzt da Hui Buh am Steuer? ;)


      Fazit:

      Ein beschaulicher Ausflug ins ländliche England des letzten Jahrhunderts mit sympathischen Sprechern und „zartem Schauerfaktor“, bestens geeignet für kalte Wintertage. Mir hat‘ s gut gefallen! :)
    • Titel: Gruselkabinett (59) – Das violette Automobil
      Verlag: Titania Medien
      Spielzeit: ca. 63 min
      Sprecher: Solveig Duda, Eckart Dux, Roland Hemmo, Monika Barth ua

      Inhalt: Georgia Kane, eine freischaffend tätige Krankenschwester, verlässt das neblige London, um die Betreuung eines Kranken in den Downs an der Steilküste zu übernehmen. In einem einsam gelegenen Farmhaus ihrer Auftraggeber findet sie eine angespannte Atmosphäre vor, die durch merkwürdige Heimlichkeiten geprägt ist.

      Nun ja, so schnell wird man verwöhnt. Nachdem mir ja die vorige Folge wirklich gut gefallen hat, bin ich scheinbar mit gleichen Erwartungen an “Das violette Automobil” herangegangen. Nur um hier erneut eine schlichte Schauergeschichte zu hören zu bekommen. Wobei ich anfangs noch frohen Mutes war, denn der Schauplatz erschien mir sehr geeignet, den beiden Herrschaften hätte ich ohne Weiteres so einiges zugetraut und ihr Heim hätte durchaus eine schöne Kulisse für Grusel geboten. Aber auch wenn über der Geschichte schon eine leicht bedrohliche und unheimliche Atmosphäre liegt, so kann von echtem Grusel nicht unbedingt die Rede sein. Noch nicht einmal beim Finale. Stimmungsvoll, ja, aber unheimlich eben nicht. Eher etwas traurig und bedrückend. Und bis das Thema mal endlich auf das Titel gebende Automobil kommt, da sind drei Viertel der Folge schon herum.

      In den Rollen von Marian Eldridge und Robert Eldridge sind Doris Gallert und Eckart Dux zu hören. Ich hätte mir ihre Darbietung etwas geheimnisvoller vorgestellt, denn letztlich hüten sie ja auch ein Geheimnis. Mir klangen sie einfach zu normal, zu sehr nach gütigen Großeltern, als dass sie mich groß neugierig auf ihr Geheimnis gemacht hätten. Solveig Duda, die den Part der Georgia Kane übernimmt, hat mir dagegen sehr gut gefallen. Für mich war ihre Stimme neu und so habe ich sie als ganz erfrischend empfunden. Zudem nimmt man ihr die Ehrlichkeit, Gutgläubigkeit und Liebenswürdigkeit der Georgia sofort ab.

      Stimmungsvolle Musiken begleiten die Geschichte und tragen im Wesentlichen zur besagten leicht bedrohlichen und geheimnisvollen Stimmung bei. Vielleicht hat auch sie mich so auf’s Glatteis geführt und mir Hoffnung auf Grusel gemacht? Gut gewählte Geräusche machen das Geschehen vorstellbar und somit gibt es zumindest in diesem Bereich nichts zu beanstanden.

      Welche unheimliche Gestalt am Steuer des violetten Autmobils! Irgendwie gefällt mir dieses Motiv mit den blauen und violetten Tönen, den Lichtspielereien und dem “Geistefahrer”. Vor allem wirkt es auf mich schon etwas exotisch: ein autofahrendes Gespenst? Prallen da nicht zeitlich Welten aufeinander? Aber im positiven Sinne exotisch.

      Fazit: Leider so gar nicht schaurig, geschweige denn gruselig.
    • Auch hier :danke:

      Ich habe das gute Stück mittlerweile auch gehört und fand es eigentlich recht gut, obwohl es tatsächlich mal wieder nur eher sanften Schauer bietet. Trotzdem habe ich gerne zugehört, allein den Stimmen von Eckhard Dux und Solveig Duda zu lauschen hat mir Spaß gemacht. :]

      Nicht so gut wie Pickman (für meinen persönlichen Geschmack), findet aber durchaus einen Platz in meiner Sammlung und wird wieder gehört werden :]
    • So diese Folge musste heute noch sein, bevor ich mich an die Arbeit mache. Auch in dieser Folge kommt ein wenig „Anne-Feeling“ auf. Sehr schön sind die Beschreibungen der Landschaften zu Beginn mit der passenden Musik. Sofort entsteht bei mir ein Bild im Kopf. Die Geschichte selbst ist mehr traurig als gruselig, hat aber zumindest für mich Gänsehautcharakter. Aber hier spielt sicherlich eine Rolle, dass ich Vater einer Tochter bin. Da wirkt es gleich doppelt so traurig. Die Geschichte, dass der Vater Tag für Tag die Unglücksstelle besucht, erinnert mich an eine wahre Begebenheit bei uns im Ort. In meiner Kindheit und Jugend sah man an einer Bushaltestelle Tag für Tag, bei jedem Wetter und bis spät in der Nacht auch ein- und den selben Menschen stehen und warten. Ein Zeitungsbericht hat dann geschildert, dass es sich auch um einen Vater handelt, der genau an diesem Ort sein Kind verloren hat. Manchmal schreibt auch das Leben eine Geschichte...

      Ein gutes Hörspiel, das aber mich wegen des traurigen Inhaltes nicht so rasch wieder „sehen“ wird.
      Baba :winke4:
    • Markus G. schrieb:

      Die Geschichte selbst ist mehr traurig als gruselig, hat aber zumindest für mich Gänsehautcharakter.
      Ja, ich fand sie auch sehr traurig.
      Das ist beinahe alles, was mir davon im Gedächtnis geblieben ist, habe sie seither nie wieder gehört, und das will beim GK schon was heißen.
      Das Leben ist oft einfach nur grausam - und davon erzählt diese Folge.
      Bei mir erzeugt so etwas mehr Horror als abstrakte Geschichten über irgendwelche Monster oder Aliens, weil der Inhalt praktisch jeden von uns in ähnlicher Form betreffen könnte.
      Okay, natürlich nicht der Teil mit dem Automobil, aber Ihr wisst schon, wie ich es meine.
    • Jetzt, wo Ihr es so schreibt: Seltsam, mich hat dieses Hörspiel irgendwie nie berührt - obwohl der Kern der Geschichte ja nun eigentlich alles Zeug dazu hat. (Und auch ich noch sensibler auf gewisse Themem reagiere, seit ich selbst Vater bin).

      Für mich könnte dieses Hörspiel genauso gut auch als Nummer 117 oder 103 erschienen sein. Vieles von dem, was ich heute bei so mancher Folge kritisiere, sehe ich auch schon bei diesem Hörspiel.
      Ich glaube, ich habe das in anderem Zusammenhang mal "hoffnungslos verplaudert" genannt. :zwinker: Da muss man aufpassen, dass darunter nicht jedes Gefühl erstickt.

      Hier ist das nach meiner Erinnerung so gewesen, jedenfalls für meinen Geschmack.

      Bei einigen der Hörspiele, die hier heute thematisch aus der Versenkung geholt wurden, habe ich spontan gedacht: Das müsste ich mal wieder hören. Bei diesem hier jedoch nicht.
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