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Lapicida

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1

Wednesday, July 14th 2010, 10:56am

Dark Trace - Spuren des Verbrechens 07 – Weißes Fleisch

Dark Trace - Spuren des Verbrechens 07 – Weißes Fleisch



1. Formale Angaben:

Label: Maritim Verlagsgruppe Hermann;
VÖ: Juli 2010
Laufzeit: ca. 71 Minuten
Ab 16 Jahren

Buch: Ascan von Bargen

Sprecher:

Cor. Liewens: Martin Kessler
Erzähler: Martin Kessler
Dr. Stine Lindberg: Melanie Manstein
Bas de Jonge: Andreas Borcherding
Madeleine: Susanne Meikl
Lennart van Halen: Norbert Gastell
Griet: Melanie Fouché
Joost: Norman Matt
Cronenburgh: Bernd Vollbrecht
Mogens: Dietmar Wunder
Melissa: Karen Schulz-Vobach


2. Inhaltlicher Überblick:

Ein vergessenes Konvent in den Pyrenäen. Ein stummes Geheimnis an der Grenze dessen, was ein Mensch ertragen kann. Groteske Abgründe, jenseits alles Vorstellbaren. - Für manche Verbrechen gibt es keine Erklärung. Keine Rechtfertigung. Und keine Gnade. In einem wirbelnden Kaleidoskop aus Schnee und Blut entfaltet das Böse all seine Dämonie: Es ist nicht der Tod der Opfer, sondern ihre Qual. Denn sie sind rot von innen - von außen: weiß.


3. Meinung:

Was für ein Hörspiel! Ein grotesk mit Schmeißfliegen versehener Leichnam und kannibalistische Handlungen, gespickt mit unglaublichen Qualen und einem Kadaver, der für eine Obduktion wahrlich nicht mehr viel übrig lässt. Dieses Hörspiel ist nichts für "dünnhäutige" Hörer, denn diese Art der kulinarischen Extravaganz lässt sich nicht so einfach verdauen!

Der Autor Ascan von Bargen hat äußerst tief in die Horrorkiste gegriffen und ist unter anderem in Richtung "Das Schweigen der Lämmer" gedriftet. Die Hörerschaft wir sicherlich noch weitere Parallelen zu anderen Bereichen des Genres finden. Auch sind des Autors Fantasien in Bezug zur Weiblichkeit wieder geschickt eingebaut worden. Dark Trace - Spuren des Verbrechens 07 - Weißes Fleisch – geht die harte "Auge um Auge, Zahn um Zahn", Gangart.

Dies hat mich dann doch im Verlauf der 71 Minuten überrascht und gefühlsmäßig hin und her gerissen. Obwohl der Autor den Hörer schon im Vorfeld die Vorgehensweise der Vergeltung in Betracht ziehen lässt. Denn Blut schreit in diesem Hörspiel nach Blut.

Die Hauptrolle spielt Kriminalhauptkommissar Cornelius Liewens, gesprochen von Martin Kessler, der auch gleichzeitig der Erzähler dieser unglaublichen Geschichte um einen psychopathologischen Täter ist, der seinen Hass auf Frauen auszuleben scheint. Durch die gleichzeitige Erzähler- und Hauptcharakterrolle wird der Hörer in die Handlung und von den Gedankengängen Cornelius Liewens förmlich eingesaugt. Für einzelne Hörer könnte diese Folge zur Belastungsprobe werden und Gefühlsregungen verschiedenster Art sind garantiert!

Melanie Manstein als Dr. Lindberg hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Erwähnen möchte ich unbedingt Dietmar Wunder. Er spielt seine Rolle mit kannibalistischer Prägung, gepaart mit unersättlicher Gier und Abartigkeit, die nicht zu überbieten sind, nach menschlichen Opfern grandios. Weiterhin verleihen noch Karen Schulz-Vobach, Bernd Vollbrecht, Norman Matt, Melanie Fouché, Susanne Meikl, Andreas Borcherding dieser Folge ihre Lebendigkeit.

Fazit:

Ein sehr hartes Hörspiel, gespickt mit einer abaritigen Handlung, die sich im Garten der Schmerzen um einen kranken Killer- einen Kannibalen- dreht. Weißes Fleisch ist definitiv nichts für "schwache Nerven" und sorgt durch die Psychotraumata der Opfer für einen Schockmoment nach dem anderen.

6,5 von 7 Lapicida Sternen


Lapicida :hutheb:
Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Kant.
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken. Sie beleuchtet stets nur das Stück des Weges, welchen wir bereits hinter uns haben.
All human beings are born free and equal in dignity and rights! "...but some are more equal than others..."

2

Wednesday, July 14th 2010, 4:40pm

Wow! (World of weird-cannibal-stories)
Vielen Dank für diese tolle Rezension und die ebenso großartige Bewertung, Lapicida!
Ich freue mich riesig, dass dir das Hörspiel so gut gefallen hat!

This post has been edited 1 times, last edit by "Ascan von Bargen" (Aug 29th 2010, 10:58pm)


Lapicida

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3

Wednesday, July 14th 2010, 6:06pm

Hallo Ascan, vielen Dank für deine Nachricht. Sorry für die Verwirrung, denn ich hatte Teile der Rohfassung nicht entfernt. Das sollte gar nicht in den Cast. Ist aber jetzt wieder raus. :tuete: Ich mache mir immer Notizen zu Hörspielen, die mich sehr interessieren. Und nach dem Genuss einiger Hörspiele kleben hier und da noch Post it notes an den Regalen oder am Bildschirm.

Wohlgelaunt vernehme ich, dass sich Mijnheer van Halen bester Gesundheit erfreut und die Wunden von Stine Lindberg wieder verheilt sind. :] Dies lässt mich jetzt wieder beruhigter schlafen und vor meinem geistigen Auge die Eiswürfel auspacken. No pain, no gain…denke dabei gerade an gewisse weibliche Endorphine. Habe diesbezüglich vor Jahren mal etwas zu Papier gebracht. :tengel1:

Danke auch für die links, auf die ich gerne zurückkomme.

Lapicida :winke:
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Sylphida

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4

Thursday, July 15th 2010, 1:44pm

Danke für die treffende Rezi Lap und deine Antwort Ascan! :)

Wirklich ein Hammer-Hörspiel. Hammerhart und wirklich keine leichte Kost, für mich als Blut & Gedärm-Fan aber sehr interessant. :zwinker: Hat ein bisschen was von einer Mischung aus Schweigen der Lämmer plus Sieben, gespickt mit einem reizvollen und schaurigen Ausflug in die griechische Mythologie. Ich bin wirklich sehr sehr angetan! :thumbsup:
Cor kommt sehr authentisch rüber in seiner Wut (anfangs dachte ich kurz, dass es zu pathetisch wird, aber die Kurve wurde gut genommen) und seine Selbstjustiz ist für den Hörer geradezu befriedigend.
Klasse Hörspiel, danke dafür! :]

5

Friday, July 16th 2010, 1:06pm

Vielen Dank!

Hallo Sylphida!

Vielen Dank für deinen Beitrag! - Der Vergleich mit "Schweigen der Lämmer" und "Sieben" ehrt mich sehr. (Wobei ich "Hannibal" noch etwas besser finde als das "Schweigen der Lämmer".) :biggrin:

Bei der Gelegenheit möchte ich übrigens kurz anmerken, dass ich keine Ahnung von diesen ganzen Geschichten habe, von denen man angeblich "Anleihen" in meiner Story entdeckt haben möchte, da wurden Vergleiche gezogen zu Thrillern von einem Sebastian ...... (Nachnamen vergessen) oder auch Cody McIrgendwas....

Sagt mir alles nichts.

This post has been edited 1 times, last edit by "Ascan von Bargen" (Aug 29th 2010, 10:59pm)


6

Sunday, July 18th 2010, 10:28am




Inhalt:
Ein vergessenes Konvent in den Pyrenäen. Ein stummes Geheimnis an der Grenze dessen, was ein Mensch ertragen kann. Groteske Abgründe, jenseits alles Vorstellbaren. - Für manche Verbrechen gibt es keine Erklärung. Keine Rechtfertigung. Und keine Gnade. In einem wirbelnden Kaleidoskop aus Schnee und Blut entfaltet das Böse all seine Dämonie: Es ist nicht der Tod der Opfer, sondern ihre Qual. Denn sie sind rot von innen - von außen: weiß.

Story:
Zwischen der sechsten und der siebten Folge der Serie „Dark Trace“ ist einiges an Zeit ins Land gezogen, nicht zuletzt, da „Weißes Fleisch“ mehrfach verschoben wurde. Man munkelt, dass es wohl Bedenken bezüglich der Folge gab und man über eine geschnittene Fassung nachdachte. Offensichtlich hat man sich nun aber doch dagegen entschieden, doch dazu später mehr. Zunächst lassen wir die Katze aus dem Sack: Mit der Geschichte der siebten Folge, steckt man völlig problemlos die letzten drei Veröffentlichungen in die Tasche. Dies war aber auch bitter nötig, da gerade „Die Signatur des Mörders“ und „Nachtschwärmer“ inhaltlich doch sehr schwachbrünstig daherkamen und man nahezu permanent wirkliche Ermittlungen seitens der Protagonisten vermisste. Dies gehört also der Vergangenheit an und man führt den Hörer logisch durch die Handlung. Autor Ascan von Bargen kann es aber nicht verleugnen, sich bei bei einigen Kollegen Inspiration geholt zu haben. So schwimmt die Geschichte auf der aktuellen Welle um Thriller der härteren Gangart, in deren Mittelpunkt psychopathische Killer stehen. Anleihen an Cody McFadyen oder Sebastian Fitzek kann man ebenso finden, wie Bezüge auf „Das Schweigen der Lämmer“. Doch all dies stellt nicht wirklich ein Problem dar, da Hauptcharakter Cor Liewens immer noch über genug Eigenständigkeit verfügt. Wer die ersten drei Folgen der Serie mochte, der wird auch hier über weite Strecken vollends auf seine Kosten kommen. Leider zieht sich der positive Eindruck dann aber nicht bis zum Ende durch. Dort gibt es leider einen Bruch, der mir nicht gefallen will. Über weite Strecken benutzt man hier die grausamsten Formen der Gewalt um Gewalt als das darzustellen, was sie ist: Abstoßend, menschenverachtend und abscheulich. Wenn man gegen Ende aber dann nach guter alter Bibelmanier und der Maxime „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handelt, so wirft dies ein überaus fragwürdiges Licht auf die Geschichte. Zwar hat der Autor den inneren Krieg in Cor Liewens zu Beginn bereits herausgearbeitet und deutlich gemacht, dass Cor sich verändert hat, aber dennoch will mir das Ende in dieser Form nicht gefallen und vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, hier zur Schere zu greifen. Das wird jedenfalls fraglos polarisieren, da bin ich mir sicher. Mit einem anderen Abschluß der Geschichte hätte ich sagen können, dass ich hier phantastisch unterhalten worden bin, doch somit reicht es letzten Endes „nur“ für gute Unterhaltung. Manchmal möchte man eben doch nicht „alles“ hören.

Sprecher:
Mit 10 beteiligten Sprechern, zeigt sich die Cast diesmal relativ klein und überschaubar. Allerdings ist dies nicht wirklich ein Problem, denn Martin Kessler zeigt hier, dass er absolut in der Lage ist, diese Serie allein zu tragen. Klar, Cor Liewens ist der Hauptcharakter, aber dennoch hat Ascan von Bargen ihm selten zuvor soviel Platz für Charakterentwicklung bzw. -veränderung eingeräumt. Kessler spielt diese Szenen wirklich gut und dabei ist es egal, ob er den Erzählerposten übernimmt und seine inneren Kämpfe darlegt, oder als agierenden Charakter zum Zuge kommt. Wer neben ihm noch einer besonderen Erwähnung bedarf, ist Dietmar Wunder. Er schlüpft in die Rolle das Kannibalen „Mogens“ und spielt dabei mit solchen Intensität, dass man wirklich Angst vor ihm bekommen kann. In weiteren Rollen hört man hier noch Melanie Manstein, Norbert Gastell, Bernd Vollbrecht oder auch Karen Schulz-Vobach. Vorallem letztere kann überzeugen und es ist schon erstaunlich, in welch kurzer Zeit sich Schulz-Vobach als feste Größe in der Hörspiel-Szene etabliert hat. Vor gut einem Jahr zählte sich noch eher zu den unbekannten Stimmen und mittlerweile „stolpert“ man über sie an nahezu jeder Ecke. Wie dem auch sei, die Leistungen der Beteligten können sich ohne Frage hören lassen und da man das „Maritim-Problem“ hier auch im Griff hatte, kann man als Hörer sehr zufrieden sein.

Musik und Effekte:
Der Grundton der Serie war von der ersten Folge an hart und daran hat sich auch beim siebten Eintrag nichts geändert. Wuchtige Gitarrenriffs treffen auf elektronische Klänge und lassen ein unterkühltes und irgendwie abweisendes Bild entstehen, was zu dem stellenweise fast schon abstoßenden Inhalt passt wie die Faust aufs Auge. Hinzu gesellt sich eine ebenfalls sehr hörenswerte Soundkulisse. Nicht selten zeigt man sich sogar einen Ticken zu detailverliebt und lässt den Hörer Dinge hören, von denen man eigentlich gar nichts wissen wollte. Man schießt also gerne mal ein wenig übers Ziel hinaus, wohl auch um dem werbeträchtigen Spruch „Nichts für schwache Nerven“ gerecht zu werden. Unpassend klingt das Gebotene aber nicht und somit kann man den Produzenten in diesem Punkt auch eigentlich nur ein Kompliment aussprechen.

Fazit:
Man lässt die etwas schwächeren Folgen der jüngeren Vergangenheit hinter sich und segelt mit „Weißes Fleisch“ wieder hinein in bessere Gewässer. Leider reicht es letzten Endes aber nicht, um sich das Prädikat TOP zu verdienen. Dabei wäre dies durchaus im Bereich des Möglichen gewesen, denn ich kann behaupten, dass es sich hierbei um eine der besten Folgen der Serie handelt. Vielleicht wäre es sogar die Beste wenn … ja wenn da nicht das Ende wäre, bei dem man für meinen Geschmack übers Ziel hinaus schießt. Es wirkt auf mich sehr fragwürdig Gewalt mit einer solchen Form von Gewalt zu vergelten. Diese Folge dürfte jedenfalls für einigen Diskussionsstoff innerhalbe der Hörspiel-Internet-Szene sorgen. Ohne diese Fragwürdigkeiten hätte man nämlich einen spannenden und auch nachvollziehbaren Thriller vorliegen, den man Fans des Genres uneingeschränkt empfehlen könnte. Somit bleibt immer noch die Warnung: Ihr solltet euch einiges zutrauen, denn was am Ende die Ohren erreicht ist rein gar nichts für Zartbeseitete. Ansonsten gibt es an dieser Produktion herzich wenig auszusetzen: Die Sprecher geben allesamt Vollgas und liefern nicht selten sogar beängstigend gute Leistungen ab. Obendrauf gibt es noch eine krachende Musikuntermalung nebst gelungener Soundkulisse und fertig ist ein Hörspiel, dass sich in der Schule eine 2+ verdient hätte. Mehr wäre ohne Frage drin gewesen und vielleicht wäre es doch die richtige Entscheidung gewesen an einigen Stellen zur Schere zu greifen. Also … wer die Serie und Thriller mag und seinen Nerven einiges zutraut, der kann hier prinzipiell blind zuschlagen.

**** / *****
Gut (+)


© 11.07.10 by lord gösel / Hörspiel-Maniac

Links:
www.ascanvonbargen.com
www.maritim-produktionen.de

7

Wednesday, August 4th 2010, 12:18pm

Hallo, Lord Gösel!

Vielen Dank für diese sehr differenzierte Rezension, die ich aufmerksam und gerne gelesen habe. Ich freue mich sehr, dass dich die Story so gut unterhalten hat - und über weite Strecken sogar mehr als bloß "gut"! Zweifellos werden Fans von "Das Schweigen der Lämmer" bzw. "Hannibal" ihre Freude an diesem DARK TRACE-Abenteuer haben! Aber ich muss wirklich zugeben, dass ich keinen blassen Schimmer habe von Stories / Autoren wie "Cody McFayden" oder "Sebastian Fitzek".

This post has been edited 1 times, last edit by "Ascan von Bargen" (Aug 29th 2010, 10:59pm)


*dot*

Dans le Dünkel, ces't bon münkel!

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8

Sunday, September 5th 2010, 6:12pm

Ich habe das Hörspiel nun auch mit einiger Verspätung angehört....und wundere mich SEHR darüber, dass an dieser Stelle keine heftige Kontroverse tobt :dackel:

Ich nehme gleich alles vorneweg und komme sofort zum Ende: da stimme ich am Ehesten Lord Gösel zu, denn...

Hier klicken für weitere Informationen
...den Psychopathen am Ende der Geschichte über fast 10 Minuten hinweg dauer-kreischend vom Polizisten-Helden zu Tode foltern zu lassen und eines der Opfer hasserfüllt Zugabe rufen zu lassen (bildlich gesprochen).....na ich weiß nicht! 8o

Klar, das sind vllt. Impulse, die jeder Mensch kennt, während er eine solche Geschichte hört (Film sieht / Buch liest etc.) - man wünscht sich irgendwann von Herzen, dass es dem geradezu unfassbar bösen Typen mal genau so gehen möchte. Dies jedoch dann DERART zu zelebrieren wie hier geschehen, hat mich dann doch eben ein wenig fassungslos zurückgelassen! Opfer und Polizist werden auf das Niveau des Täters gestellt? Hilfloser Zorn und Rachegelüste (nicht: Gerechtigkeit!) werden mit einer abartigen psychischen Krankheit gleichgestellt? Tut mir leid, das hat mir alles andere als gefallen. Ich gebe an dieser Stelle zu: ich habe mich noch gefreut, als Cor dem Psycho ins Knie geschossen hat....das war, wenn auch schon grenzwertig, irgendwie befreiend - ja, ich habe es ihm gegönnt. Das muss gut weh getan haben, recht so, ein bißchen Dirty Harry schadet gewiss nichts :D . Aber das darauf folgende ewige Gefolter...nee, echt, bitte nicht! Man kann jetzt echt debattieren, was solch einem Menschen zusteht....ich persönlich hätte sogar noch einen Kopfschuß durchgehen lassen (obwohl ich da ja jetzt schon bös' die Larry Brent aka Gorgo-Problematik auf mich zukommen sehe :D ), aber die Aug' um Auge bzw. Fight fire with fire-Methode ist denn doch nichts für mich.

Davon mal ganz abgesehen (das ist jetzt KEINE Kritik!) war mir persönlich der Härtegrad bzw. die Deutlichkeit der Gewaltschilderungen um Einiges zu heftig - aber das ist ja Ansichts-und Geschmacksache. Ich für meinen Teil hätte das HSP auch spannend und verstörend gefunden, wenn nicht ganz so doll gesplattert worden wäre.


Zur Produktion selbst oder zur restlichen Qualität der Geschichte kann ich dann nicht viel Neues beitragen, was nicht schon gesagt worden wäre: die Story ist durchaus spannend geschrieben, die Figuren agieren fast immer glaubhaft, die Umsetzung der Sprecher ist gut bis sehr gut, Geräusche und Musik passen und sind bestens eingesetzt. Auch ich musste sowohl an Dr. Lector als auch an "7" denken, aber durchaus im positiven Sinne (Eines meiner musikalischen Idole hat mal zu mir gesagt:" Besser gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht!" :D )....damit halte ich es denn auch hier.... ich sehe die Ähnlichkeiten auf jeden Fall eher als Reminiszenz zu diesen Werken, und keinesfalls als Ideenlosigkeit des Autors!!

Sehr gut hat mir die Darbietung von Dietmar Wunder (die in der Anstalt, nicht die andere!) gefallen, erschreckend glaubhaft rübergebracht, dafür Respekt! 8o

Übrigens hatte ich....

Hier klicken für weitere Informationen
...zuerst den Irrenarzt im Verdacht .... dann sogar Bas de Jonge, weil der ja im Urlaub war =) hmmmmm verdächtig...Die Lösung mit dem Zwillingsbruder....hmmmm, ich weiß noch nicht, ob die mir gut gefällt. Sehr unverhofft kam sie jedenfalls.



Lieber Ascan, das liest sich jetzt vielleicht erstmal nicht so toll....daher sage ich es an dieser Stelle nochmal: an sich hat mir die Geschichte SEHR gut gefallen, sie war superspannend erzählt, und die Produktion ist auch Klasse, ebenso die Sprecher. Lediglich oben gespoilertes ist mir halt einfach zu heftig - ich denke, damit können wir aber trotzdem beide weiterleben, gell? :prost:

Im Übrigen würde mich schon interessieren, was ihr ANDEREN HÖRER so dazu sagt? Wie gesagt erstaunt es mich, dass zu diesem Thema nicht längst die Fetzen fliegen =) *Unruhe stift* :D
:wegweiser: :wegweiser2:

"Auuutsch!!!"



9

Sunday, September 5th 2010, 9:02pm

Freedom of speech

Hi dot!

Vielen Dank für deine Rückmeldung! - Ganz kurz: Ich nehme das keineswegs irgendwie falsch auf. Jeder hat seine Ansichten und ein gewisses
Empfinden, für dieses oder jenes Thema. Das mag im Einzelfall immer variieren, klar. Aber jeder ist auch frei, seine Meinung in Wort,
Schrift und Bild zu äußern. Das unterscheidet uns in diesem Land glücklicherweise auch sehr von gewissen anderen Staaten, Ideologien und
sogenannten "Religionen". (Man muss bei aller Sozial- und Gesellschaftskritik auch von Zeit zu Zeit die positiven Aspekte hervorheben, ne?)

Also: Du sagst, dieses und jenes fandest du spannend, dieses und jenes war dir "too much" oder für dein Empfinden in der Darstellung/Umsetzung
unangemessen. Das ist völlig okay. Vor allen Dingen unter einem - mir persönlich - sehr wichtigem Aspekt: Du sagst DEINE Meinung, und machst
diese als solche auch kenntlich. (Denn leider gibt es auch immer wieder Leute, die zwar im Grunde auch nur ihre Meinung wiedergeben, diese
jedoch als gottgegebenes Gesetz oder als wissenschaftliches Axiom darstellen.)

Ich bin gespannt darauf, ob sich hier noch andere Hörer zu Wort melden werden, was das Thema "Weißes Fleisch" angeht.

Und nochmals: Kritik, wenn sachlich und fundiert rübergebracht, ist grundsätzlich immer in Ordnung, und kann dann konstruktiv wirken.

*dot*

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10

Monday, September 6th 2010, 7:52am

Danke Ascan :prost:

Was mich sehr interessieren würde (wenn du denn überhaupt über deine kreativen Arbeitsprozesse sprechen möchtest?): wie bist du an das Ende rangegangen? War dir da schon am Anfang klar: so, DAS wird richtig hart, den Cor lass ich mal richtig ausrasten....oder kam das langsam während des Schreibens der Geschichte? Und wie hast du dich selbst dabei gefühlt, will sagen: war es durchaus mal angenehm, es dem Bösen mit gleicher Münze heimzuzahlen, oder hast du selbst geschwankt, ob dies fürs Publikum evtl. zu hart sein könnte? Oder für dich selbst?

Ich frage das, weil ja durchaus nicht all deine Werke in diese Richtung der Problemlösung gehen ;)

Ach ja:

Zitat

Du sagst DEINE Meinung, und machst
diese als solche auch kenntlich. (Denn leider gibt es auch immer wieder Leute, die zwar im Grunde auch nur ihre Meinung wiedergeben, diese
jedoch als gottgegebenes Gesetz oder als wissenschaftliches Axiom darstellen.)


Ich bin sehr froh, dass du das so siehst bzw. dass ich es wahrscheinlich geschafft habe, meine Kritik dir gegenüber angemessen zu formulieren. Ich finde es immer einigermaßen schwierig, in solchen Dingen genau den richtigen Ton zu treffen, niemandem weh zu tun / zu beleidigen etc.....diese "Leute", die du da nennst, sind mir ebenfalls bekannt :green: und ich bin SAU-froh, dass du mich NICHT zu ihnen zählst, Donnerwetter nochmal =) :prost:
:wegweiser: :wegweiser2:

"Auuutsch!!!"



Macht mit beim Titania-Gewinnspiel!

Lilli

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11

Yesterday, 7:00pm

Schade, dass es nicht noch mehr Meinungen zu diesem Hörspiel gibt, es würde mich doch sehr interessieren, was andere Hörer zu diesem Ende sagen.

Ich habe es bisher NICHT gehört, es reizt mich inhaltlich durchaus, jedoch fürchte ich, dass ich zu "zart besaitet" bin oder wie auch immer man das nennen mag, um dieses heftige und brutale Ende zu verdauen...
Aber vielleicht kann mir das auch jemand ausreden? :zwinker:
Ich finde es durchaus interessant, im Hörspiel (oder auch in Büchern) gedanklich moralische Grenzen zu überschreiten oder heftige Emotionen beim Hörer hervorzurufen, dennoch zögere ich nach Lord Gösels und Dots Meinungen wirklich, ob ich mir das antun sollte.... :denk:

Wer hat es denn von euch schon gehört und kann etwas dazu sagen?

Liebe Grüße von Lilli

12

Yesterday, 7:13pm

@dot:

Na ja, über den kreativen Schaffensprozess lässt sich nicht so leicht oder besonders viel sagen. Ich sage immer: "Es gibt zwei Arten eine Geschichte zu erzählen - und eine davon ist falsch." Präziser müsste ich sagen: Eine davon funktioniert für mich persönlich nicht. Und zwar ist das die "Zettel- und Skizzen- und Querverweise-Methode" mit tausend Zetteln, Pfeilen und Plot-Ideen und Charakteren, und in Kapitel 2 / oder in Szene 3 passiert dann das und das... etc.

Das hilft mir leider gar nicht. Außerdem denkt mein Gehirn in so 'nem Fall: So, die Story hast du dann ja schon geschrieben. Und mir fehlt dann der Schwung, die Geschichte nicht nur vorzuschreiben, (als Exposé oder Entwurf), sondern sie auch wirklich zu realisieren - bis zu dem magischen Wort "ENDE".

Ich arbeite so: Ich kenne entweder den Anfang oder das Ende. Meistens habe ich eine Szene für den Anfang, der Ausgangspunkt, von dem alles beginnt. In diesem Fall hatte ich die Idee: "Cor Liewens sitzt im Wagen, irgendwo unterwegs in Amsterdam und hat ganz üble Laune. Keine Ahnung, wieso. Er st halt einfach richtig mies drauf. - Dann wird er zu allem Überfluss auch noch mit einem ganz, ganz bösen Mordfall bzw. einer entsprechend appetitlichen Leiche konfrontiert - und wird dann erst so richtig sauer."

Die Grundidee mit dem Psycho-Kannibalen-Zeugs hatte ich allerdings auch schon im Hinterkopf. (Ich wiederhole mich ungern, daher muss ich mir natürlich immer überlegen - im Krimi-/Thriller-Bereich - was für 'ne Leiche haben wir denn da? Wie kommt die dahin? Wieso? Und Weshalb? (Motiv, Hintergründe). Die eigentliche Story entwickelt sich dann wirklich Zeile für Zeile, so wie dieser Beitrag hier. Tja, ziemlich unspektakulär, befürchte ich. ;o))

@ Lilli: Ich würde es einfach mal auf einen Versuch ankommen lassen. ;o)) Und ggf. am Ende einfach die Lautstärke ein bisschen runterdrehen... ;o))

Viele Grüße!
AvB

*dot*

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13

Today, 11:27am

Die eigentliche Story entwickelt sich dann wirklich Zeile für Zeile, so wie dieser Beitrag hier. Tja, ziemlich unspektakulär, befürchte ich. ;o))


Finde ich echt überhaupt nicht, im Gegenteil. Wunderbare Welt des www....ich schätze es aufs Höchste, dass ich heutzutage alle Künstler persönlich ansprechen kann (naja, virtuell persönlich) .... und einige sogar tatsächlich auf meine Fragen antworten ;)

Ich finde es absolut spannend, einen Einblick in deine Arbeitsprozesse zu erhalten, und zwar unverfälscht und aus erster Hand und lese diese auch zukünftig gerne weiter :] Also zunächst erstmal vielen Dank für die ausführlichen Schilderungen - sehr interessant!

Übrigens kann ich diese Herangehensweise recht gut nachvollziehen, denn so oder ähnlich entsteht bei mir Musik. Aus vielen Fragmenten, einem, welches von Anfang an das Hauptmotiv bildet, und vielen anderen, die mit der Zeit zusammenwachsen (oder es eben auch nicht in das Stück schaffen und rausfliegen)...so ähnlich ist das bei dir auch, oder hab' ich dich falsch verstanden?

Ich würde gerne, wenn du erlaubst, nochmal auf das Ende zu sprechen kommen. Ich habe mir mein erstes Posting mehrfach durchgelesen und denke, dass ich mich vielleicht im Eifer des Gefechtes etwas mißverständlich ausgedrückt habe, ich will es also gerne noch mal erklären:

Ich habe das HSP / die Story schon genossen, auch die sehr harten Details während des HSPs (wenngleich wie gesagt: grenzwertig bei mir). Zum Ende nun klinge ich oben etwas...hmmm naja...moralinsauer, und das wollte ich nicht wirklich. Ich hatte halt das gute Stück direkt hinter mir und war absolut entsetzt, vielleicht hätte ich mit dem Posten noch warten sollen, hehe :D Inzwischen habe ich für mich selbst ausgiebig reflektiert und zudem lange und ausführlich mit Lilli darüber gesprochen, die meine Gefühle kurzt, knapp und treffend (wie so oft :klimper: ) in einem kurzen und wahren Satz verpackt hat.

Es ist nämlich so, dass auch ICH - wie sicherlich so viele Menschen - diesen uralten und tiefen Instinkt besitze, der mir beim Hören einer solchen Geschichte sagt: ich WILL jetzt, dass der Täter leidet....er soll nicht einfach geschnappt werden. Es geht nicht nur um Sicherheit für zukünftige potentielle Opfer...es geht einfach um RACHE, der SOLL alles erleiden, was er den anderen angetan hat!!! Nur: dieses Gefühl / diese Gedanken stellen sich schnell ein...sind mir aber keineswegs willkommen. Ich bin also hin-und hergerissen (Lilli nannte es "Konflikt zwischen deinen Instinkten und deinen Moralvorstellungen" :one: )

Und genau so ist es auch. Ich will es einerseits, weil einem einfach haltloser Zorn und verzweifelte Hilflosigkeit packt (ich hoffe, du freust dich als Autor darüber, solche Gefühle zu erwecken / erwecken zu können!!), andererseits bin ich dann über mich selbst entsetzt und schreie schnell HALT NEIN STOP!!! Und ich glaube, im ersten Beitrag kam das nicht wirklich raus bzw. klang wahrscheinlich anders. Ich hoffe, es hiermit etwas klarer gemacht zu haben.

Im Übrigen beschäftigt mich nicht jedes Buch / jedes HSP derart, dass ich mich danach 2 oder 3 Tage lang massiv damit auseinandersetzen muss....auch dies nimm bitte als Komplimet :prost:

Letztlich würde mich doch eben noch interessieren, wie DU dich beim Schreiben des Finales gefühlt hast....lief das einfach so raus, will sagen: hast einfach DU mal im Namen von Cor die Sau rausgelassen (bzw. Cor für dich :D) ....oder war es doch ein wenig kalkulierter und mit dem Gedanken an Publikumsreaktionen? Und hattest du persönlich auch irgendwelche moralischen Probleme damit, oder kannst du damit ganz professionell distanziert umgehen?

Wenn dir diese Fragen zu persönlich sind: KEIN Problem....überlies' sie einfach, wenn diesbezüglich von dir nichts kommt, frage ich nicht mehr! :]

Danke für deine Aufmerksamkeit, ebenso @ Lillmuth :love1:
:green:
:wegweiser: :wegweiser2:

"Auuutsch!!!"



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